Der pnrlmneularischt! Ton.
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halten; aber ich schildere hier nur die Gründe, die esmachen, daß kein Minister an seinem Posten klebt, unddaß man mir unrecht thut, wenn man glaubt, es ge-hörte irgend eine künstliche Anstrengung dazu, um einenMinister zu bewegen, aus dem Posten zu weichen. Nichtjeder war an die Behandlung gewöhnt, daß öffentlichin der Presse der unwissendste Korrespondent einen altenerfahrenen Minister herunterreißt wie einen dummen Jun-gein Das lesen wir in jeder Zeitung alle Tage, unddas mag man sich ja gefallen lassen. Darüber klagtman nicht so; aber können wir sagen, daß in unserenparlamentarischen Debatten den Mitgliedern der Regie-rung — den Kommissarien gegenüber wird mitunter nochharter verfahren — aber den Mitgliedern der Regierunggegenüber dieselbe Urbanität des Tones herrschte, durchwelche sich sonst die gute Gesellschaft in Deutschland aus-zeichnet? Ich sage nicht nein, sondern ich überlasse Ihnendie Beantwortung dieser Frage, ich sage nur, daß dasGeschäft ein sehr mühsames und freudeloses, nicht bloßVerdrießlichkeiten ausgesetztes, sondern ein anstrengendesund aufreibendes ist. Das bringt die Herren Ministerin die Stimmung, daß sie mit großer Leichtigkeit ihrePosten aufgeben, sobald sie ein anderes Motiv dafürfinden können als das einfache: ich will nicht mehr, ichmag nicht mehr, es ist mir über.
Uebrigens ist, was ich Herrn Richter gegenüber alsZeugnis für meine kollegialische Liebenswürdigkeit anrufendarf, der Wechsel nicht so rasch und so häufig gewesenwie in allen andern Ländern. Zählen Sie doch die Reiheder Minister, die seit meinem Antritt, seit l 862 , überdie Bühne gegangen sind, und addieren Sie die Rück-tritte, die ans anderen als parlamentarischen Gründen