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11 (1889) Die Reichstagssessionen von 1880 - 1881
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Die Reichstagssesswn von 1881.

tage, gibt, die einer den andern ablösen, ja nicht einmalans die Ablösung warten, sondern gleichzeitig fungieren,und wenn der Kampf beendigt ist und die Abgeordnetenzufrieden in ihre Heimat zurückkehren, dann kommt denandern Tag ein Rat zum Minister und sagt: jetzt ist esZeit, die Vorlagen für die nächste Sitzung zu bearbeiten.Dabei ist das ganze Geschäft vielleicht ein sehr ehren-volles, aber kein sehr vergnügliches. Wer ist über-haupt in der Lage wie ein deutscher Minister,sich so öffentlich mit einer s olch en Sch ärfe undin einer solchen Tonart kritisieren zu lassen,gegen wen gilt es außerdem noch unter ge-bildeten Leuten, daß die Gewohnheit des ge-sellschaftlichen Lebens ihm gegenüber außerGeltung tritt? Man sagt einem Minister ohne dasmindeste Bedenken öffentlich Dinge, die man, wenn ernicht Minister wäre, sich genieren würde, ihm auch nurprivatim zu sagen, wenn man ihm etwa in einem Salonbegegnete. Ich würde das im Reichstage nicht sage»,wenn derselbe nicht auf diesem Gebiet wie in allem übri-gen eine Ausnahmestellung in Deutschland einnähme, —ich habe hier so scharfe Dinge wie in anderen Ver-sammlungen meines Wissens kaum zu hören gehabt, ichhabe wenigstens ein versöhnliches Gedächtnis bis jetzt fürsie gehabt, aber im ganzen werden Sie mir doch rechtgeben, daß in unseren politischen öffentlichen Debattendie Tonart nicht auf der Höhe steht, wie in unseremgewöhnlichen gesellschaftlichen Verkehr, namentlich denMinistern gegenüber. Auch untereinander kommt es mit-unter vor, aber darüber steht mir keine Kritik zu. Auchdie ministerielle Seite kritisiere ich nicht, ich bin dagegendurch langjährige Erfahrung abgehärtet und kann es aus-