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11 (1889) Die Reichstagssessionen von 1880 - 1881
Entstehung
Seite
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Der „Fall Rommel".

auch wieder eine ganz unmögliche Stellung, die HerrRichter mir zumutet. Die Herren Chefs der Reichsämtersind nicht für mich verantwortlich, außer insoweit sievermöge des Stellvertretungsgesetzes substituiert sind, son-dern ich bin für ihre Handlungen verantwortlich; ich habedafür aufzukommen, daß es Politiker sind, die sich mitder Gesamtrichtung der Reichspolitik, so wie ich sie ver-antworten will, im Einverständnis halten, und wenn ichdieses Einverständnis dauernd und prinzipiell bei einemvon ihnen vermisse, so ist es meine Pflicht und Schuldig-keit, ihm zu sagen: wir können beide zusammen nicht imAmte bleiben. Das ist auch eiue Aufgabe, der ich mich,wem: sie au mich herautrat, niemals entzogen habe (Heiter-keit links), es ist einfach meine Pflicht. Ich habe dazunie so künstliche Maschinerien und Feuerwerke gebraucht,wie man mir znschreibt, daß ich sie in der vorigen Wocheabsichtlich und berechnet ins Werk gesetzt hätte.*) Siemüssen nicht glauben, daß Minister heutzutage an ihremPosten so kleben wie manche andere hochgestellte Beamte,bei denen auch der stärkste Wink nicht hinreicht, um siezur Einsicht zu bringen, daß es Zeit wäre. Ich habeheutzutage noch keinen Minister gefunden, bei dem esnicht notwendig wäre, ihm hin und wieder zuzureden,daß er auf seinem Posten doch noch länger aushaltenmöge, daß er sich nicht daran stoßen möge, daß die harteund aufreibende Arbeit, die eine konkurrierende Friktionmit mindestens drei parlamentarischen Körpern, einemAbgeordnetenhause, einem Herrenhause und einem Reichs-

*) Anspielung auf die Umstände, welche bei dem Rücktritt desMinisters Grafen Botho Eulenburg obwalteten, den sogenannten„Fall Rommel".