Der iȟde Reichskanzler.
i» seinem hohen Alter gegen seinen Willen nichthabe verlassen können, versucht habe ich es mehrmals.Aber ich kann Ihnen sagen: ich bin müde, todmüde,und namentlich, wenn ich erwäge, gegen was für Hinder-nisse ich kämpfen muß, wenn ich für das Deutsche Reich,für die deutsche Nation, für ihre Einheit eintreten will.Ich will das nicht charakterisieren, ich würde den Gleich-mut verlieren; aber ich möchte die Parteien darauf auf-merksam machen: ich muß, wenn ich dem Kaiser vorschlage,die Last, die ich nicht zu tragen vermag, in andere Händezu geben, doch Vorschläge machen; ich bin auch überzeugt,daß Seine Majestät, nach dem langen Vertrauen, welchesmir geschenkt worden ist, ans diese Vorschläge einige Rück-sicht nehmen wird. Nun, wenn ich sehe, daß die Machtdes Zentrums unüberwindlich ist, daß die Zerrissenheitaller übrigen Deutschen die gleiche bleibt, so muß ich in»keinem Interesse für den inneren Frieden, wenn ichznrückgetreten, Seiner Majestät vorschlagen, das Kabinett,welches mir Nachfolgen wird, in einer Sphäre zu suchen,der es möglich sein wird, die Wünsche des Zentrums undder konservativen Parteien miteinander zu vereinigen.Wenn ich die Hoffnung, daß, weil ich mich dem System,,welches das Zentrum vertritt, nicht unterwerfen kan» undauch glaube, daß mit den Ansprüchen, welche die Herrenvertreten, der Friede in Preußen dauernd nicht zu finden
sein wird, wenn sie die Ansprüche nicht modifizieren-
ich will es ihnen wünschen, mir ist es ja ziemlich einerlei,ob nach mir „Fortschritt und Freihandel" meinen Nach-folger ans den Weg nach Kanossa drängen, ich kann esso gut wie andere anshalten; der andere Weg ist nurdann möglich, wenn alle diejenigen, die mit den Be-strebungen der Zentrnmspartei nicht einverstanden sind,
S8li. g