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Im preußischen Landtage 1875.
tion zu charakterisieren. Wenn Sie ganz ohne Verbin-dung mit dem Papst sind, woher wissen Sie denn, daßalles, was Sie thun, von ihm gebilligt ist? Ich wagedas alsdann sehr zu bezweifeln, und wünsche, daß diePresse diesem Zweifel Ausdruck gebe. Damals, vormehreren Jahren, lag die Sache auch wieder nicht ganzgenau so, wie der Herr Vorredner angab. Soweit esmir ohne Akten erinnerlich ist, war es nicht der Papst,sondern der Kardinal Antonelli, der die Schöpfung miß-billigte. Ich hatte ihm gesagt: es ist das eine großeGefahr für die Freiheit, deren sich die katholische Kirchebei uns erfreut, wenn die Wirksamkeit einer konfessionellenPartei in unsre politischen Geschäfte übertragen werdensoll, wenn auf diese Weise das konfessionelle Prinzip zueiner weltlichen Herrschaft in unsrem Parlament gelangensoll; ich halte das für unvorsichtig. Der Kardinal Anto-nelli, der ein feiner Kopf ist und nicht so sehr in derKnechtschaft der Jesuiten, wie mancher andre (Heiterkeit),sah dies ein und antwortete darauf mit einem Reskript,worin er mit Ausdrücken, die ich gerade nicht wieder-holen will — sie waren nicht sowohl vom Glaubens-standpunkt mißbilligend, als vom Standpunkt der reinärztlichen Beurteilung der Verstandeselemente (Heiterkeit)— worin er die Bildung der Fraktion mißbilligte. Dar-auf schickten die Unternehmer der Zentrumspartei, dieImpresarien, einen sehr vornehmen Herrn, der im Süd-westen von Deutschland wohnt und auch noch mituntervon sich reden macht, nach Rom und verklagten den Kar-dinal Antonelli beim Papst; oder wenn die erste Regungdes Kardinals Antonelli die päpstliche Billigung gehabthat, so überzeugten sie den Papst, daß er in diesemFalle sich doch einmal geirrt habe (Heiterkeit); es wurde