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Im preußischen Landtage 1875.
wird —, daß er mir Schuld gibt, als etwas Ungeheuer-liches, ich hätte von Einem Papst behauptet, daß erals seine dogmatische Aufgabe die Ausrottung der Ketzerbetrachte, daß Ein Papst diesen ungeheuerlichen Satz,daß man den Ketzern überhaupt eine politische Existenznicht einräumen müsse, aufstellt. Der Herr Vorrednerscheint nicht zu wissen, daß das alle Päpste als Dogmalehren. (Sehr gut!)
Für den Herrn Vorredner gibt es keinen Spllabus,keine Encyklika, er wird daher selbst Gefahr laufen,wenn es noch eine Inquisition gibt, als Ungläubigervor deren Richterstuhl gezogen zu werden. Wenn manden Herrn Vorredner hört, so sollte man glauben, eshabe Spllabus, es habe Folter und Scheiterhaufen fürKetzer, es habe Dragonaden, es habe Gegenreformatio-nen, kurz und gut die Verwirklichung des Programms,was ich vorhin schilderte, überall da und wo diepäpstliche Herrschaft jemals unbeschränkt und unbestrit-ten eintrat, niemals gegeben; selbst noch lange nachdem dreißigjährigen Kriege ist man zu Aehnlichem ge-schritten.
Wenn der Herr Vorredner sagte, ich hätte vor ge-wissen Jahren gesagt, daß ich vor jedem Dogma Achtungund Respekt hätte, so ist das noch heute der Fall; aberich habe auch vor meinen amtlichen Pflichten und vorden Gesetzen meines Landes Respekt, und meine Achtungvor fremdem Dogma kann nicht soweit gehen, daß ichso pflichtvergessen wäre, den Schutz der Interessen desLandes und die Verteidigung der Freiheiten des Landes,dessen erster Diener ich bin, für fremdes Dogma aufzu-geben. Bei aller Achtung vor dem Dogma hat manseinem Könige und Lande den geleisteten Eid zu halten,