Die elsaß-lothringische Anleihe. k79
deutsch sprechend, doch von verschiedenen Grundsätzen, diewir als wahr und richtig annehmen, ausgehen. DerHerr Vorredner hat dieses Jncommensurable zwischenunfern Standpunkten am schärfsten damit gezeichnet, daßer uns vorwarf, daß wir bei Anlegung der Universitätin Straßburg das Reich sinteresse und nicht das Inter-esse Elsaß-Lothringens im Auge gehabt hätten. Ich kannallerdings nur das Neichsinteresse verfolgen, und ich hoffe,die Elsässer werden mit der Zeit dahin kommen, daß siedas Reichsinteresse als das ihrige betrachten. Bisher sindsie nicht auf dem Standpunkte, und deshalb ist die Dis-kussion über diese Dinge zwischen uns meines Erachtensziemlich müßig. Ja, meine Herren, in der That, wir habendie Universität im Interesse der Neichspolitik angelegt, wiewir denn überhaupt diese ganzen Landesteile lediglich imInteresse der Reichspolitik Deutschland einverleibt haben.(Sehr richtig!)
Das möchten die Herren doch sich vergegenwärtigenund sich nicht ihrer Stellung in dem Maße überheben,daß sie einer Körperschaft von vierzig Millionen darüberVorwürfe machen, daß sie nicht die Kirchturmsinteressenvon Elsaß-Lothringen, sondern in erster Linie die Neichs-interessen verfolge. (Bravo!)
Im Reichsinteresse haben mir diese Länder in einemguten Kriege, in einem Verteidigungskriege, wo wir unsunsrer Haut zu wehren hatten, erobert; nicht für Elsaß-Lothringen haben unsre Krieger ihr Blut vergossen, son-dern für das Deutsche Reich, für seine Einheit, für denSchutz seiner Grenzen! Wir haben die Länder an uns ge-nommen, damit die Franzosen bei ihrem nächsten Angriff,den Gott lange hinausschieben möge, den sie aber dochplanen, die Spitze von Weißenburg nicht zu ihrem Aus-