Druckschrift 
7 (1888) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche : 1873 - 1875
Entstehung
Seite
160
Einzelbild herunterladen
 

160

Die Reichstagssession von 1874.

ganz außerordentlich schwer ist, die Grenze genau innezu halten, wo nach dem deutschen Gefühl die Tragik auf-hört. (Heiterkeit.)

Der Herr Bischof von Straßburg war nicht zumWort eingeschrieben. Wider das Wissen all seinerKollegen, angesichts der Aufregung des Reichstages,glaubte er erklären zu sollen, daß er den Frankfurter-Vertrag uicht in Frage zu stellen gedenke. Es ent-schlüpfte Seiner Hochwürden, zu sagen, er spreche imNamen der Katholiken.

Man benutzte sogleich diese Erklärung, um dieDiskussion sofort zu schließen. Die Herren Wintererund Guerber, welche gleich zu Anfang der Sitzungdas Wort verlangt hatten, bemühten sich aus allenKräften, sich vernehmlich zu machen. Alles blieb um-sonst; die Beratung wurde erbarmungslos geschlossen."

Das übrige kann sich jeder selber Nachlesen; es wirdbestätigt, daß Monsignore Näß nur in seinem eignenNamen gesprochen habe.

Wie Herr Abel, glaubten ferner die katholischenDeputierten des Elsasses eine Notiz in das Sitzungs-protokoll eintragen lassen zu sollen, worin sie jedeSolidarität mit der Erklärung des vorherigen Tagesablehnten."

Also darin zeichnet sich die Gesinnung, in der dieHerren ihren jetzigen Antrag gestellt haben; ja, am deut-lichsten ist er daran zu erkennen.

Herr Simonis hat noch außerdem an einen Pfarrerin Paris einen Brief geschrieben, worin er die Debattekritisiert, und ich will die Aeußerungen aus Höflichkeitgegen den Herrn Präsidenten, der darin erwähnt ist, hiernicht weiter verlesen. (Heiterkeit.)