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7 (1888) Weitere Entwickelungen in Reich, Staat und Kirche : 1873 - 1875
Entstehung
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Ueber die regelmäßige Session des Reichstags. 87

parlamentarischen Angelegenheiten betrete, daß so vielePlenarsitzungen, wie jetzt in jeder parlamentarischen Ver-sammlung abgehalten worden, eigentlich zum Geschäfts-betrieb nicht erforderlich sind, daß man mit wenigerPlenarsitzungen auskommen kann, nur mochte ich, daßdie parlamentarischen Versammlungen, sei es durch dieGeschäftsordnung, sei es durch ihre eigne Entschlossen-heit stärker ausgerüstet wären, um einzelnen die Zeit derübrigen nicht berücksichtigenden Mitgliedern gegenüberihren Willen in kräftigerer Weise geltend zu machen.Der Schutz der Redefreiheit ist ja absolut unentbehrlich;ob der Schutz der Redelänge auch bis zu dem Maße,wie er in allen unsren Versammlungen heutzutage geübtwird, unentbehrlich ist, darüber wage ich nicht zu urteilen.Vielleicht kann man dahin kommen, daß eine parlamen-tarische Versammlung nicht täglich Plenarsitzungen habenmuß, und daß auf diese Weise Parallelsitzungen schoneher ertragen werden können, wenigstens mit derjenigenKörperschaft, die hier an Ort und Stelle auch ihren Sitzhat — mit denjenigen anderswo ist es ja natürlich eineUnmöglichkeit. Daß die jetzige Zeit eine unrichtig ge-wählte ist, und daß der Reichstag zwischen den sämtlichenparlamentarischen Körperschaften in dieser Beziehung alseine Art Aschenbrödel behandelt ist, dem zugeschoben wird,was der Landtag nicht mag — das ist eine Einrichtung,der ich mich, wenigstens soweit mein Einfluß reicht,nicht länger füge; es leidet meines Erachtens darunterauch die nationale reichsmäßige Entwickelung, wenn dieeinzelnen Länder und Landtage sich gewöhnen, die Neichs-einrichtungen als ein Zubehör ihrer Partikulareinrichtun-gen zu betrachten, wenn sie sich nicht an den Gedankengewöhnen, daß das Reich kein Anbau an das Ge-