74
Die Reichstagssession von 1873.
Haltung dieser Stelle im Budget und deren Benutzungunter Umständen einen Weg zur Verständigung bietet, beider keiner gerade sich zu sagen braucht, er habe den erstenSchritt gethan. Deshalb möchte ich darum bitten, diesenWeg nicht zu verschließen, wenn ich auch für den Augen-blick wenig Hoffnung habe, Sr. Majestät dem Kaiser eineBesetzung dieses Postens in Vorschlag bringen zu könnenund das Gehalt mit Wahrscheinlichkeit, jedenfalls imnächsten Jahre, als erspart verrechnet werden wird.
Der Kanzler nahm in derselben Sache nochmals das Wort: .
Ich habe versäumt, einen Punkt zu erwähnen, denich wegen dessen, was der Herr Abgeordnete Neichens-perger gesagt hat, doch nicht mit Stillschweigen über-gehen kann. Derselbe schien anzudeuten, daß der Antragdes Herrn vr. Löwe, gelegentlich einen Kommissar hin-zuschicken, vorzugsweise mit der Aussicht auf eine Papst-wahl Zusammenhänge. Ich muß darauf doch insoweitentgehen, daß nicht aus meinem Stillschweigen darüberangenommen werden könnte, die kaiserliche Regierunghabe dieselben Ansichten. Wir wollen uns jeder Einwir-kung auf die Papstwahl enthalten und eine solche garnicht versuchen. Es ist im Interesse des öffentlichenFriedens mir sehr wünschenswert, daß die Papstwahl,wenn sie eintritt, im Sinne der Mäßigung ausfalle, sodaß man dabei nicht gerade die zornige und kämpfendeSeite der Kirche in den Vordergrund stelle, wenn manüberhaupt Versöhnung will. Aber unsre Aufgabe ist esnicht, uns mit diesen Dingen zu beschäftigen; unsre Auf-gabe kann es nur sein, wenn uns gemeldet wird, daßeine Papstwahl vollzogen sei, daß wir unsrerseits prüfen,ob sie unsrer Ueberzeugung nach vollständig legitim voll-