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Bd. 4 (1876) Brasilienholz - Chopersk
Entstehung
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707
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Chemie (Ge>ch.).

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in dem strengen Sinne der Berzelmsschen Radicalegefaßt wurden) treten ließ. Später fügte Kekule(1857) noch einen weiteren Typus, Sumpfgas,hinzu. 2 °) Dies ist die Grundlage der neuerenTypentheorie. Im engsten Zusammenhängemit dieser Theorie steht die Lehre von der Wer-thigkeit oder Valenz der Atome u. Atomgruppen(Radikale), welche eine nothwendige Conseqnenzder schon von Dumas, Liebig u. Laurent erkann-ten Verschiedenheit von Atom u. Äquivalent ist.Schon Williamson hatte 1851 von „mehrbasi-schen Radikalen" gesprochen; Odling war derErste, der die Idee der Polybasicität (Mehrwer-thigkeit) auch auf Atome anwandte. Mehrwerthigist nach dieser Lehre ein Atom oder ein Radikaldann, wenn mehr als ein Wasserstoffatom durchdasselbe ersetzt wird, oder wenn es mehreren Was-serstofsatomen gleichwerthig, äquivalent ist; oder,wie es später ausgedrückt wurde, wenn es mehrereBerwandschaftseiuheiten od. Valenzen besitzt. Diese— außer von Williamson und Odling auch vonFrankland, Gerhardt, Chiozza, Wurtz,H. L. Buss, Kekule, Hoffmann, Berthelotausgebildete Lehre wurde von Williamson u. be-sonders (1857) von Kekule zur Erklärung Ver-einfachen u. mehrfachen u. zur Aufstellung der ge-mischten Typen angewandt. Danach sind manche

Verbindungen, z. B. die mchrbasischen Säuren,aus einem verdoppelten oder verdreifachten Typus,oder auch aus einer Cvmbination von zwei odermehr verschiedenen Typen abznleiten, u. zwar so,daß die einzelnen Typen durch ein mehrbasischesRadikal zusammengehalten werden, welches je einWasserstoffatom derselben gleichzeitig ersetzt.-')Ebenso lassen sich, wie Wurtz gezeigt hat, dieübrigen Typen aus dem vervielfachten Wasser-stofstypus ableiten; werden im doppelten Waffer-stofftypus zwei Wasserstoffatome durch ein zwei-werthiges Sauerstoffatom; im dreifachen drei Was-serstoffatome durch ein dreiwerthiges Stickstoffatomrc.ersetzt, so erhält man die Typen Wasser, Ammo-niak rc. Kekule war es auch, der die Werthig-keit der Radicale aus derjenigen der Elemente ab-geleitet 22 ) u. dadurch den Grund zu der modernenTheorie der chemischen Struktur (Constitution)zerlegt hat, welche die Aufgabe zu lösen sucht, deninneren Zusammenhang der Moleküle aus LenBeziehungen der sich gegenseitig bindenden Atomezu erklären. 2») Diese Theorie umfaßt wieder dasGesammtgebiet der CH., die unorganische wie dieorganische. Sie hat ihre Lebensfähigkeit nament-lich dadurch bewiesen, daß sie eine vollkommeneErklärung zahlreicher Isomersten und Polymerienermöglicht u. selbst zur Auffindung neuer geführt

») Diese Typen find: Wasserstoff A ; Salzsäure sspäter als mit dem vorigen identisch betrachtet),-

, M

Wasser n ^o; Ammoniak 8^8; Sumpfgas

0.

»> So leitete Williamson die zweibasische Schwefelsäure 2-80« aus dem doppelten l.condensirten") Waffertypus

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ab, indem er annahm, daß je ein Wafferstoffatom der beiden Wassermoleciile durch das zweiwerthige Radical 80-

gemeinschaftlich ersetzt und dadurch die zwei ursprünglichen Molecüle zu einem einzigen vereinigt werden: 80-l.. Die

2 sO

Sulsobenzolsäure leitete Kekuls aus einer Combination des Wasserstoff- und des Waffertypus ab, indem er das

^,'0

«me Atom des WasserstosstypuI durch das einwerthige Radical 0-8- und das andere gleichzeitig mit dem einen Wasserstoff-

0 - 8 ->

«iom des Wassertyvus durch das zweiwerthige Radical 80- ersetzt dachte: 80-

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Bon den Elementen find u. a.

«inwerthig: Wasserstoff, Chlor, Brom, Jod, Fluor, die Alkalimetalle und das Silber; zweiwerthig: Sauerstoff, Schwefel, dieMetalle der alkalischen Erden, viele schwere Metalle, wie Zink, Quecksilber, Kupfer rc.; dreiwerthigx Stickstoff, Phosphor, Arsen,Antimon, Wismuth, Gold; vierwerthig: Kohlenstoff, Silicium, Zinn.

«y Danach ist z. B. das Radical 80- zweiwerthig, weil durch die 2 Berwandschaftseiuheiten des Schwefelatoms nur2 von den 4 Berwandschaftseiuheiten der beiden Sauerstoffatome gebunden, die beiden anderen dagegen frei find; schematischkann man dies durch die Formel — O — 8-0 — ausdrücken, wobei dis Striche zwischen zwei Symbolen die sich gegen-Nftig bindenden, die Striche außerhalb die freien Verwandlschaftseinheiten bezeichnen. Daß das Methyl L8r einwerthig ist.

»klärt die Formel 8 — 0 — 8, welche besagt, daß 3 von den 4 Valenzen des Kohlenstoffatoms durch Wasserstoffatom«

gebunden find, die 4te frei ist. Enthält ein Radical mehrere Atome Kohlenstoff, so wird angenommen, daß diese sich miteinem Theil ihrer Valenzen gegenseitig bn den. So erklärt sich dis Einwerthigkeit des Äthyls 0-8- durch die Formel:8 8

ll-o— .. 8 — 0 —

> ; die Zweiwerthigkeit des Äthylens 0-8, durch die Formel s n. s, w.

S—0—8 8 — 0 —

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8 8

"1 Sie bedient sich dazu ähnlicher Formeln, wie die soeben zur Erklärmig der Werthigkeit von Radikalen gebrauchten,toelche Strukturformeln oder Constitutionsformeln genannt werden; diejenigen Verbindungen, in welchen alle Valenzen derm einem Molecül enthaltenen Atome sich gegenseitig binden, heißen gesättigt, im Gegensätze zu dm ungesättigten, den Radikalen,in welchen dies nicht der Fall ist. So wird die Structur des Methylalkohols 08-08 durch die Strukturformel8

! / 08-v

a — 0 — 8 I oder kürzer > l ausgedrückt, welche besagt, daß von den 4 Valenzen des Kohlenstoffatoms 3 durchI 08 7

0 — 8