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Brchna —
zum Bürgermeister von Lübeck gewählt; er nahm
1850 theil an den Dresdener Confercnzen, war
1851 Vertreter Lübects beim Bundestage, wurde1855 Rathsmitglied u. Dirigent des Polizeiamtcsin Lübeck, 1861—62 Präsident des Senats und1863 f. Viccpräsident.
Brchlia, Stadt im Kreise Bitterfcld des preu-ßischen Regbez. Merseburg, am Roitscher Bache;Privat-Jrrcnanstalt; Kümmel-, Krapp- u. Tabak-bau; Zuckerfabr.; 2166 Ew. — Das alte Geschlechtder Grafen von B. stammte von den Grafen vonWeitin her u. ward gestiftet von Gero, Sohn desGrafen Dietrich von Wettin u. der Gräfin Mechtildvon Meißen. Zu Ende des 11. Jahrh. starb dieserZweig mit Günther aus, u. Geros Neffe, Mark-graf Konrad I. von Meißen u. Lausitz, erbte B.;chm folgte sein Sohn Friedrich I. (1156—86);diesem Otto I. Als dieser 1203 ohne Erben starb,wurde sein Bruder Friedrich II. Graf; dieser zogins Gelobte Land, trat in den Templerorden n. st.1221 . Sein Geschlecht st. 1289 mit Otto aus,nachdem er dem Erzbisthum Magdeburg u. a.Wettin n. Salzmünde vermacht hatte. Der Kaiser-Rudolf belehnte mit B. den Sohn des HerzogsAlbrccht von Sachsen, Albrccht I. von Anhalt-Zerbst. Die Grafschaft kam 1424 nach Albrechrs III.Tode an Sachsen u. 1815 an Preußen.
Brehons, eine alte Institution des keltischen Ir-land, Bezeichnung der Schiedsrichter in Streitigkei-ten, gleich den gallischen Druiden, üroironliniss sinddie im 10. Jahrh. geschehene Codificirung desalten irischen Gewohnheitsrechtes. Vgl. Maine, Xn-oient larvs ol Irelanck, Lond. 1875, 3 Bde.
Brcidcnbach, Moritz Wilhelm August,Nechtsgelehrter, geb. 1796 in Offenbach; studirtein Heidelberg und Göttingen, wurde 1820 Hof-gcrichtsadvocat in Darmstadt, 1834 Regierungs-rath n. 1836 Ministerialrath im Ministerium duThrl, nach dessen Rücktritt 1848 Director des Ober-studienrathcs u. 1851 zugleich Mitglied des Ver-waltungsrathes der Bank für Handel u. Industrie;er st. 2. April 1857 in Darmstadt. B. war einesder thätigsten Mitglieder der Commission, die inLeipzig Las Deutsche Wechselrecht berielh; sehr ge-schätzt ist sein Commentarüber den allgemeinen TheilLeS Großherzoglich Hessischen Strafgesetzbuches,Darmst. 1842—45, 2 Bde.
Breidenstein, Heinrich Karl, Componist u.Mi cheorctiker, geb. 28. Febr. 1796 zu Steinauin Kurheffen; nahm als freiwilliger Jäger anden Befreiungskriegen theil, studirte dann in Ber-lin u. Heidelberg Jurisprudenz. Sein Talent fürMusik bestimmte ihn, dem juristischen Studium zuentsagen; er wirkte eine Zeit lang als Lehrer inStuttgart u. Heidelberg, hielt in Köln u. BerlinVorlesungen über Theorie der Musik u. wurde1823 Professor derselben in Bonn. Schrieb Orgel-stücke, Gesangswerke u. eine Singschule, welchegroße Verbreitung fand.
Brcidhablik (nord. Myth.), Balders (s. d.)Wohnung.
Dreier, Eduard, deutscher Romanschriftsteller,geb. 3. Nov. 1811 zu Warasdin in Kroatien-,diente zuerst im österreichischen Heere, ans dem eraber später trat, um sich in Wien der Schrift-stcllerci zn widmen. Von ihm sind über 60 Bde.
- Breisach.
Romane, meist historische, erschienen, gesammelt in18 Bdn., Wien 1861—64.
Breinig, Dorf im preuß. Regbez. u. LandkreiseAachen, zur Gemeinde Kornelimünster, gehörig;merkwürdige Alrerthüiner; Bleierz-, Galmei« undEisengrnben; 1437 Ew.
Breisach, 1) Alt-B., Stadt und Hanptortdes gleichnam. Amtsbezirkes im badischen KreiseFreiburg, am Rhein; schöne Kathedrale; Land-wirthschaft u. in beschränkter Ausdehnung Handelund Schifffahrt; Eisenbahn nach Freiburg; eineRheinbrücke zur Herstellung des Anschlusses derelsässischen an die badischen Bahnen wird gebaut;3255 Ew. — B. war eine altkeltische Niederlassungauf steil abfallenden Hügeln, die anfangs auf ihrerOSeite vom Rhein bespült wurden, der abernach und nach sein noch sichtbares ursprünglichesBett verlassen hat, so daß B. ganz auf der rech-ten Rheinseite liegt. Bon den Römern (Valen-tinianus 369?) wurde B. befestigt u. Ilovs liri-siaons genannt; in der alemannischen Zeit erhieltdie Landschaft davon den Namen Brisachgewe(Breisgau). Hier setzte sich der Psalzgras Eberhardfest, aber nach seinem Tode (939) wurde die Burgvon Kaiser Otto I. erobert; 1002 kam sie in dieGewalt des Herzogs Hermann II. von Alemannicnn. wurde seither durch die Herzöge von Zähringenbesetzt. Die Ansiedelung mit der Kirche und derEckhardsberg ging im 12. Jahrh. an den Bischofvon Basel geschenkweise über, und dieser trat dieHälfte davon dem Kaiser ab (1185). Nach demTode Bertholds V. von Zähringen ( 1218 ) u. wäh-rend der Wirren des 13. Jahrh. kam der Bischofvon Basel allmählich in den vollen Besitz. 1262eroberte eS Graf Rudolf von Habsburg, trat esaber dem Bischof wieder ab. Kaiser Albrccht I.vereinigte es mit dem Reiche u. ließ dem Bischofnur einige Hoheitsrechte. 1469 überfielen es dieHerzoge von Burgund, verließen es aber 1474wieder. Jin Dreißigjährigen Kriege 1633—34belagerte es Rheingras Otto Ludwig mit de«Schweden vergebens; 1638 kam es nach einer Be-lagerung von länger als einem Jahre u. mehrerenEntsatzversuchen durch Capitulation in die Gewaltder Schweden u. Franzosen unter Bernhard vonWeimar. 1639 versuchten die Kaiserlichen undSpanier vergebens, es wieder zu erobern, u. eskam im Frieden 1648 an Frankreich. Im Rys-wijker Frieden 1697 wurde es an Deutschland zu-rllckgegeben, worauf Ludwig XIV. Neu-B. undFort Mortier auf dem rechten Ufer erbauen ließ;aber 1703 eroberten es die Franzosen durch Ver-schulden des CommandantenArco, welcher deshalb1704 enthauptet wurde, von Neuem (s.. SpanischerErbfolgekrieg), u. als ein Versuch der Österreicher,es durch List zu nehmen, mißlungen war, behaup-teten es die Franzosen bis 1715, wo sie es nachdem Rastatter Frieden Zurückgaben. Karl VI.verstärkte hierauf die Festungswerke u. legte diestarke Citadelle auf dem nahen Eckhardsberge an;1743 räumten es die Österreicher, nachdem sie dieWerke gesprengt hatten, und dis bald darauf ein-rückenden Franzosen vollendeten die Zerstörung;1793 schossen die Franzosen vom jenseitigen Nhein-nser her die Stadt in Grund, befestigten sie abcr1796 von Neuem, weshalb sie 1799 von den