lieber Steuerpolitik.
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wenn man eine Negierung für alles verantwortlich in acht,was in einem Blatte steht, welches mitunter oder — sooft es verlangt wird, es wird aber nicht alle Tage ver-langt — einen Artikel der Regierung aufnimmt. DieseThatsache reicht hin, um dem Blatte den Charakter einesoffiziösen zu verschaffen. Will die Negierung sich ver-antwortlich machen für alles, was in deni Blatte steht,dann muß sie das Blatt selbst redigieren, und dann wirdes ebenso langweilig, wie der Staatsanzeiger ist (Heiter-keit), und wie manche andre entschlafene Blätter derfrüheren offiziösen Zeit es bekunden. Friedrich der Großehatte das Sprichwort „Gazetten dürfen nicht geniertwerden"; ich bitte, dieses Privilegium doch auch denoffiziösen Blättern bis zu einem gewissen Grade zukommenzu lassen. Die Regierung kann ihre Spalten nicht füllen,sie muß das der Phantasie ihrer Redakteure überlassenund die Verantwortlichkeit dafür ablehnen, namentlichaber ich persönlich. Ich glaube nicht, daß einer vonIhnen, meine Herren, die Zeit hat, Zeitungen in derWeise zu schreiben — wenn er sie auch mitunter vielleichtmit wohlwollenden Beitrügen unterstützt —, daß er fürden ganzen Inhalt eines Blattes verantwortlich zu machenwäre, und ich bitte zu glauben: so viel der Beschäftigtstevon Ihnen zu thun hat, so viel habe ich auch zu thun.
Der Reichstag beliebte die Steuervorlagen nicht einmal kom-missarischer Beratung zu überweisen; sie galten daher a limine alsabgelehnt. Am 22. Juni wurde die Session durch König Wilhelmgeschlossen.