290 Weiterer Ausbau der Bundesiustitutiomn 1868—69.
der Vorlagen Herkommen? Wenn ein Schaden sich soplötzlich deklariert wie dieser, so glaube ich, ist es eineganz außerordentliche Leistung unsrer in so hohem Gradedurchgebildeten Beamten, daß sie diese Gesetzesvorlagenin so kurzer Zeit haben Herstellen können. Sie solltendies meines Erachtens mit Dank anerkennen, anstatt jedeEinzelheit zu bemäkeln. Es ist ja erstaunlich leicht, demSteuerzahler zu sagen: „Ihr zahlt zu viel" — und wiebereitwillig glaubt dies derjenige, welchen die Steuergerade trifft! Namentlich jede neue Steuer hat etwaserstaunlich Ungemütliches für denjenigen, welcher sie zahlenoder auch nur auslegen soll. (Heiterkeit.)
An diese Gefühle zu appellieren ist so leicht, daß esgar nicht versucht werden sollte. Daß jede einzelne vonallen diesen verschiedenen Steuern an solchen Fehlernlaboriere, welche dieselbe ganz unannehmbar machen, unddaß diese Fehler auch durch kein Amendement (es ist diesvon keiner Seite versucht worden) herausgebessert werdenkönnten, das kann ich mir nicht denken. Ich bin bei Ab-lehnung aller genötigt, ein prinzipielles purti prw voraus-zusetzen, welches dahin geht, Steuern entweder gar nichtzu bewilligen oder doch jetzt noch nicht. Ob nun wirklichdie Zeit noch nicht gekommen ist, wo Sie dieselben zubewilligen hätten, das zu beurteilen und zu ermessen,hängt ja ganz von Ihnen ab. Ich bedarf als Bundes-kanzler, wie ich Ihnen schon auseinandergesetzt habe,von Ihnen kein Geld. Auf dem Gebiete des Bundesist der Bedarf gedeckt, aber ich bedarf als preußischerMinisterpräsident, um meiner Verantwortlichkeit gegenüberdem preußischen Landtage nachzukommen, des Nachweises,daß ich versucht habe, durch andre Mittel, als durchdiejenigen, welche wir dort allein zu unsrer Disposition