288 Weiterer Ausbau der Bundesinstitutionen 1888—69.
einzelnen Ressorts im preußischen Staate, welche Sie jaauf die Bundeseinrichtungen übertragen wollen, ander-seits eine natürliche Folge der Zeitentwickelung, welcheerforderlich ist, um dem Finanzminister die ziffermäßigeund amtliche Unterlage für den vollständigen Ueberblickaller Einnahmen und Ausgaben zu geben, einen Ueber-blick, welcher gewöhnlich im Monat Februar gewonnenzu werden pflegt, in keinem Jahre früher, und in diesemJahre aus Gründen, welche der Herr Finanzministerangedeutet hat, erst im März und April, also währendder Reichstag schon versammelt war, gewonnen werdenkonnte. Daß an diesen Mindereinnahmen die preußischeNegierung keine Schuld trägt, sondern nur die Ver-hältnisse, geht, glaube ich, aus der Natur dieser Minder-einnahmen hervor. Sie bestehen teils in dem Rückschlagder Erträge des industriellen Eigentums des Staates.
In Zeiten, wo man den Friedenszustand für unsicherhält, wo der Verkehr darniederliegt, finden sich selbst ineinem reichen und sicheren Lande wie England ähnlicheErscheinungen, und liefern den schlagenden Beweis, daßnicht,- wie der Abgeordnete Waldeck sagte, eine Er-schöpfung des Reichtums die Ursache des Zurückbleibensder Steuererträge ist, sondern eben nur die Stockungendes Verkehres. Diese Stockungen haben veranlaßt, daßdie Erzeugnisse der industriellen Etablissements, welchedem Staate gehören, und der Bergwerke, welche er fürseine Rechnung betreibt, weniger Abnehmer gefundenhaben und nicht gekauft worden sind — daß auf denStaatseisenbahnen weniger Passagiere und weniger Güterbefördert worden sind, daß aus den Staatsforsten wenigerBauholz wegen mangelnder Bauten und weniger Brenn-holz wegen stockenden Handels verkauft worden ist: für