286 Weiterer Ausbau der Bundesinstitutioueu 1868—69.
die Regierung, glaube ich, sehr ehrenvollen Weise, nurist sie vielleicht zu weit gegangen in dem Vertrauen,welches sie in die bewilligenden Körperschaften gesetzt hat,in dem Vertrauen, daß die Lücke, welche die Regierungin ihre eignen Einnahmen riß, um den Wohlstand zufördern und den Verkehr zu erleichtern, bereitwillig durchneu bewilligte Steuern gedeckt werden würde. Es ist inder Denkschrift nachgewiesen, daß im Defizit etwa 5 Mil-lionen und etwas darüber solche Eiunahmeausfälle sind,welche die Regierung der Erleichterung des Verkehres frei-willig geopfert hat. Es lag ihr die Hoffnung nahe, daßgerade diese Einnahmeausfälle bereitwillig würden gedecktwerden, schon um die Regierung auf dem Wege der Ver-kehrserleichterungen nicht zu entmutigen. Sie haben siedennoch entmutigt, die Ausfälle sind nicht gedeckt worden.Die erbetenen Einnahmen von Tabak und Petroleumsind mit entscheidender Beihilfe der norddeutschen Abge-ordneten abgelehnt worden; durch sie und in der, wiedie That erweist, trügerischen Hoffnung einer Besserungdes Verkehres glaubte die Regierung dieses Defizit von5 Millionen decken zu können.
Der zweite Teil des Defizits, welcher der Gegen-wart angehört, oder, vielleicht richtiger ausgedrückt, derVergangenheit und der Zukunft, besteht in etwa 2ft-Millionen, welche die Negierung wiederum aus, glaubeich, sehr achtbaren Motiven sich aufgebürdet hat, nämlicheinmal, um für 24 Millionen Eisenbahnen zu bauen,welche den allgemeinen Wünschen des Landes entsprechen,ohne ihnen zu genügen; ein andermal, um mit 40 Mil-lionen dem Notstände einer Provinz die Abhilfe zu ge-währen, welche von den Umständen sowohl, wie von denBeteiligten in gebieterischer Weise gefordert wurde. Die