Druckschrift 
4 (1886) Der Bundeskanzler Graf Bismarck : 1867 - 1870
Entstehung
Seite
279
Einzelbild herunterladen
 

V !

lieber Steuerpolitik.

279

Kalamität, die niemand voraussehen konnte, die künftigeVerzinsung der Ausgaben, die für den Notstand inPreußen gemacht worden sind, wie der Finanzministerschon in dm preußischen Kammern im voraus an-gekündigt hat, und die Zinsen andrer Eisenbahnanleihen,die bisher nicht begeben oder nicht verzinst waren. Daswird an und für sich das Defizit schon auf 7>/s Millionen— wie es mir vorschwebt, auf 7,800,000 Thaler —bringen, und dazu wird die Mindereinnahme, die wirfür das Jahr t870 zu erwarten haben, und die wirnach den Ergebnissen von 1868 niedriger veranschlagenmüssen, hinzutreten; ferner — und diesen Ansatz vermisseich eben in der Zusammenstellung — wird die Verzinsungdes Aufwandes, welcher erforderlich sein wird, dasDefizit der Gegenwart und Vergangenheit zu decken, mitca. 800,000 Thalern notwendig dem noch hinzutreten;es wird die Berücksichtigung der Mindereinnahme, desUnterschiedes der Ist-Einnahme gegen die Soll-Einnahme,vom vorigen Jahre meines Erachtens in noch höheremMaße zum Ausdruck kommen niüssen; und so also wirddie Kluft zwischen der Einnahme und Ausgabe erweitert.Ich glaube nicht, daß Sie mit einem Zuschläge von50 Prozent auf die volle Einkommensteuer und Klassen-steuer reichen werden, ich glaube, daß mehr erforderlichist. Wollen Sie dies nicht, dann ist die preußischeRegierung — ob ich als preußischer Minister einen Be-ruf fühlen werde, diese Sache dem Lande gegenüber zuvertreten, nachdem die Abhilfe hier versagt worden ist,das überlasse ich der Zukunft, also ich spreche ganz ob-jektiv: die preußische Regierung ist dann also in derLage, sich nach der Decke strecken zu müssen, die Sie ihrzuschneiden, sie kann für Volkswohlfahrt nicht mehr auf-