Druckschrift 
4 (1886) Der Bundeskanzler Graf Bismarck : 1867 - 1870
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

Zur Geschäftsordnung.

187

willigt, obgleich der Krieg vor der Thüre stand (Un-ruhe) ; man hat uns namentlich auch in einem analogenFalle, wie der heutige, kein Geld für die Flotte bewilligt.Ich erinnere nur an die damalige Forderung, wo wirKiel in Besitz zu nehmen im Begriffe waren, es war,— glaube ich, nach dem Gasteiner Vertrage — und woman uns die 10 Millionen verweigerte. Dies ist mirgenauer in Erinnerung, weil sich an die ErwähnungHannibal Fischers damals eine ziemlich gereizte Dis-kussion knüpfte.

Als der Antrag Miguel mit 131 gegen 114 Stimmen zurAnnahme gelangte, erhob sich der Bundeskanzler sofort zu folgenderErklärung:

Im Namen des Präsidiums und in Ueberein-stimmung mit den darüber im Bundesrate gefaßten Be-schlüssen ziehe ich hiermit die Gesetzvorlage zurück. (Bravo!rechts.)

7. Zur Geschäftsordnung.

4. März 1869.

Der Reichstag trat zu seiner dritten Session am 4. März 1869zusammen. Da die Versammlung in der ersten Sitzung sich alsnicht beschlußfähig erwies, so schlug der provisorische Präsident,Herzog v. Ujest, vor, die nächste Sitzung zur Vornahme der Präsi-dentenwahl erst am 8. März stattfinden zu lassen; es wirkte dazumit, daß der preußische Landtag noch versammelt war und derReichstag den Saal des Herrenhauses mitbenutzte, so daß diebeiderseitigen Sitzungen mit einander kollidierten. Gegen den Vor-schlag des Präsidenten bemerkte der Bundeskanzler:

Ich möchte zur Erwägung stellen, ob nicht wenigstensin den Tagen morgen und übermorgen eine kurze Zeitgewonnen werden kann, um den Beschluß über diejenige