Der haimöversche Provinzialfonds :e.
13l
schlagen haben sie sich immer; daß die Negierung dasGeld anderweitig angelegt hat, war nicht ihre Schuld.
Der Herr Abgeordnete für Minden hat mich nach-her eines Mangels an historischen Kenntnissen desVaterlandes geziehen, indem er an eine Aeußerung er-innert, die ich in der Kommission gethan habe über dieentgegenkommende Behandlung, die in Preußen denneuen Provinzen in der Regel zu teil geworden wäre.
Ich gebe gern zu, daß ich dort, wenn ich bis aufOstpreußen und Schlesien zurückgegriffen habe, das ausrhetorischen Gesichtspunkten gethan habe, obschon mandoch auch bei Schlesien in Anschlag bringen muß, daßden Schlesiern nach der Erwerbung eine Selbstverwal-tung, ein eignes schlesisches Ministerium gelassen wurde,und daß in vielen Verwaltungsverhältnissen eine Artvon Personalunion in Bezug auf Schlesien eingeführtwurde, und daß die schlesischen Erträge, soweit sie nichtvon der Armee und den allgemeinen Staatszweckenabsorbiert wurden, vorzugsweise der Provinz Schlesienzu gute kamen. Wollte man diese Art von Personal-union auch für Hannover durchführen mit einem be-sonderen Ministerium für Hannover, ich glaube, dieProvinz würde sich dabei finanziell besser und nichtschlechter gestanden haben. Aber mir schwebte mehr dieArt vor, wie die Provinz Westfalen und insbesonderedie Nheinprovinzen bei meinen Lebzeiten von seiten derNegierung — ich tadle das im Prinzip durchaus nicht- behandelt worden sind. Wir in den alten Provinzenhaben immer den Eindruck gehabt, als wären dies dieverzogenen Schoßkinder der Regierung gewesen, die aufunsre Kosten ausgezeichnet und belohnt wurden (Wider-spruch und Zustimmung), und denen man Glauben