44 Erste ord. Session d.Nordd. Reichst. 1.0. Sept.—26. Okt, 1867.
wollen, und sind in keiner Weise durch die Gesetzgebungdarin geniert.
Warum wollen Sie gerade dem eignen Vaterlandeim vermeintlichen Interesse des Freiheitsschutzes von In-dividuen, deren Freiheit in keiner Weise zu gefährdenvon den Regierungen beabsichtigt wird, dem eignenVaterlande diesen Knebel, möchte ich sagen, anlegen, die-sen Zwang auferlegen, unter Umständen länger wehrloszu bleiben, als die politischen Zustände nach sorgfältigerErwägung es zulässig machen? Daß wir mit diesenDingen nicht leichtfertig vorgehen, meine Herren, hat dieErfahrung gezeigt. Es hat in diesem Frühjahr vielleichtan wenig Tagen gehangen, ob wir nicht zum Kriegkamen, und daß es nicht dazu gekommen ist, ist uns nochgestern von einer Seite aus*), der ich aus Gründen,die Sie würdigen werden, nicht geantwortet habe, hiervorgeworfen worden. Wir haben durch Wahrung des.Friedens ohne Berufung von Reserven den Beweis jeden-falls geliefert, daß wir auf das sorgfältigste alle Interessenschonen, daß die Machtvollkommenheit, die den Regie-rungen gesetzlich bleibt, auch noch in Zeiten der Gefahrin einer schonenden, wohlwollenden, die Rechte der In-dividuen und den Frieden des Landes achtenden Weisegehandhabt wird, und Sie können darauf rechnen/daßdies auch ferner in der Zukunft der Fall sein wird.Aber machen Sie uns eine derartige Schonung des Frie-dens nicht dadurch unmöglich, daß Sie Dinge einer gesetz-lichen Regelung unterziehen wollen, die sich der Möglich-keit einer solchen im wohlverstandenen Interesse desLandes absolut entziehen! (Lebhaftes Bravo!)
Vom Abg. Liebknecht.