Der Norddeutsche Bund und die süddeutschen Staaten. 15
2. Der llorddrutjche D»»!> und die süddeutschen Stauten.
24. September 1867.
Im weiteren Verlauf der Adreßdekatte kam auch das Verhält-nis des Norddeutschen Bundes zu den süddeutschen Staaten resp.die Vereinigung mit den letzteren als ein Wunsch des Reichstageszur Erörterung. Graf Bismarck äußerte dazu:
Ich habe bei der allgemeinen Diskussion nicht dasWort ergriffen, da es für die Vertretung der Regierun-gen eine delikate Frage ist, sich über eine an das Prä-sidium zu richtende Adresse ausznsprechen. Wir könnenund dürfen weder sagen, wir wünschten keine Adresse,denn es sähe das so aus, als wenn wir uns vor demoffenen Aussprechen der öffentlichen Meinung, wie sieuns durch den Reichstag entgegentritt, scheuten: daswollen wir um jeden Preis vermeiden. Wir könnenauch nicht gut sagen, wir wünschen eine Adresse, undgerade diese Adresse, weil letztere dann aufhören würde,der alleinige und reine Ausdruck der Stimmung desReichstages zu sein, und die Negierung gewissermaßensich verantwortlich machen würde für den Inhalt derAdresse. Wir sehen in der Adresse das Zeugnis, welchesder Reichstag dem deutschen Süden gegenüber, dem Aus-lande gegenüber, den Bundesregierungen gegenüber ab-legt von den Meinungen und Ueberzengungen, mit denendie Regierungen zu rechnen haben und auf welche dieNegierungen rechnen können. Es ist nützlich, daß anden drei Stellen, die ich nannte, darüber kein Zweifelsei. Aber — und das führe ich zur Beruhigung einigerRedner an, die eine gewisse Besorgnis aussprechen, daßdie Stellung der Adresse nachteilig auf den öffentlichen