! Der Eintritt Süddeutschlands in den Nordd. Bund. 223
einander zu halten sein würden, als etwa die Gewässerdes Roten Meeres, nachdem der Durchmarsch erfolgtwar. (Heiterkeit.)
Diese Prämisse fehlt bisher, und wir möchten beider Neberzeugung, daß die nationale Zusammengehörig-keit ihre Sanktion durch die Geschichte dereinst ganzzweifellos empfangen wird, über die Frage, ob dies so-fort, und in welcher Form, geschehen kann, nicht inMeinungsverschiedenheit mit der Kaiserlich österreichischenRegierung über die Auslegung des eben zwischen unsgeschlossenen Friedensvertrages geraten, indem wir dieserAuslegung einseitig Vorgriffen.
Im übrigen bin auch ich der Meinung, daß derUnterschied zwischen dem Amendement Miguel-Laskerund dem Texte des Artikel 71 so sehr erheblich in derPraxis nicht ist. Das Amendement behält dem Prä-sidium — oder, wie man richtiger sagen würde, demBundesrate die Initiative vor, und im Bundesrate würdevoraussichtlich das Präsidium die Initiative zu nehmenhaben. Das Bundespräsidium würde unzweifelhaft mitdieser Initiative doch so lange warten, bis es diejenigenVerhandlungen geführt hat, die in den: Artikel 71 vor-gesehen sind, und es sich durch den Verlauf der Ver-handlungen überzeugt haben würde, daß der Moment^ eingetreten sei, wo im Sinne des Amendements vorge-
! gangen werden kann, ohne daß wegen der Verfügung
eines Moments, der später doch eintritt, das Vorgehenmit Zerwürfnissen zwischen den Kontrahenten des PragerFriedens verbunden sei.
Aus diesen Gründen werde ich mich enthalten, fürdas Amendement Miguel zu stimmen. Sollte es air-genommen werden, so wird an die verbündeten Regie-