80 Bis zum konstituierenden Reichstage 1866—1867.
die Motive der Regierung gegeben hat, so wäre diesein Preis, für den wir vielleicht auf politischem Gebieteviel erreichen könnten. Das wird aus einigen Ziffernhervorgehen. Die Kaiserlich russischen Behörden habenin ihren vorjährigen Einnahmen ihrer Meinung nachinfolge der neuen Organisation an Zöllen einen Mehr-betrag von 3Hs Millionen Rubel an der westlichenGrenze erzielt und sind deshalb durch einen besonderenKaiserlichen Erlaß wegen ihrer Thätigkeit belobt worden.Es ist erklärlich, daß dieses Resultat auf den erstenAnschein in Rußland die günstige Meinung erweckt hat,die neue Einrichtung sei, finanziell wenigstens, eine nütz-liche. Ich glaube umgekehrt, daß sie nur eine neuePrämie auf den Schmuggel setzt. Nach unfern ober-flächlichen Abschätzungen, die ja nicht ganz genau seinkönnen, würden die russischen Zollrevenuen, wenn keinSchmuggel stattfände, wie er durch den übermäßig hohenTarif ermutigt wird, mindestens das Zehnfache des Plusvom vorigen Jahre betragen, also 30—40 MillionenRubel, und es wäre mir lieb, wenn diese Ziffern unddiese Verhältnisse auf dem Wege der Oeffentlichkeitmöglichst zur Kenntnis der russischen Behörde kämen,um sie zu überzeugen, daß der Kampf, wie er bishergeführt, ein unfruchtbarer und hoffnungsloser ist. Icherinnere daran, daß im Anfang der vierziger Jahre derPlan auftauchte und die Ausführung befohlen war, einehalbe Werst lang von der Grenze frei von Bäumen,Gebüschen und Häusern herzustellen, um den Schmuggelbesser überwachen zu können. Der Plan wurde damalsaufgegeben, wegen der übermäßigen Expropriationskosten,die man hätte zahlen müssen, vielleicht auch, weil diesesMittel den Hauptgrund des Schmuggels nicht getroffen