Das Wahlgesetz für den Norddeutschen Bund. 31
geben und frei von jeder Verantwortung die Erfolge zuerwarten, und das Uebrige nachher dem Minister zuüberlassen, dessen Aufgabe es ist, aus dem Ganzen einenVers zu machen mit den übrigen Faktoren des innerenStaatslebens und des Auslandes. Wie sehr diese Auf-gabe erschwert wird dadurch, daß Sie sich selbst von derVerantwortung für den Erfolg lossagen, das kann nurder fühlen, der es selbst durchgemacht hat.
Der Herr Vorredner hat getadelt, daß der Sieg,den die Truppen erfochten haben, nicht ans dem poli-tischen Gebiete weiter ausgenntzt worden sei. Ja, meineHerren, die Abschätzung der Tragweite eines militärischenSieges in dem Momente, wo er erfochten wird, ist eineder schwierigsten Aufgaben der Politik. Man kann sichsehr leicht irren — ob wir geirrt haben, kann vielleichtdie Zukunft zeigen, ob wir den Moment richtig gewählthaben, um den Frieden oder Waffenstillstand abzuschließen,und ob wir wohlgethan haben, uns mit den Bedingun-gen zu begnügen, die wir damals erreichen konnten.Es muß einer späteren Geschichte Vorbehalten bleiben,alle die Momente aufzuklären, die dabei mitgewirkt haben,und wenn Sie sie alte kennen, so glaube ich, werdenSie der Negierung das Zeugnis nicht versagen, daß dieBenutzung der Siege eine ziemlich kühne war. (Bravo!rechts.)
Man kann sehr leicht die Linie überschreiten, beider eine weitere Ausbeutung des Sieges in eine blindeZuversicht ausartet, die alle Errungenschaften aufs Spielsetzt, und je größer diese Errungenschaft schon ist, destoschwieriger entschließt man sich zu einer Ausbeutung desSieges, die nicht mehr den Charakter des Mutes, son-dern den der Waghalsigkeit haben würde. (Bravo!)