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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Arabien.

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dessen Schicksale sich vornehmlich um das Heiligthnmder Kaaba drehten, um deren Schutz heftige KämpfezwischeneifersüchtigenStämmengeführlwurden End-lich erhob sich seit dem 5. Jahrh. der mächtigsteStamm der Koreischiten, der durch Seid Kossa dasSchutzrecht über die Kaaba sich verschaffte, aberauch unter blutigen Kämpfen mit anderen Stäm-men, woran zu Ende des 6. Jahrh. schon Moham-med sich betheiligtc, ein politisches Übergewichterrang. Um die Mitte des zweiten vorchristlichenJahrh. hatten die Dschorhemiten um Mekka einReich gegründet. Neben diesen beiden großenNeichenJemen n. Hidschaz ward durch den Stamm Adi(Ende des 2. Jahrh. nach Chr.) im Norden dasReich Hira gegründet, das abernnterdieOberhoheitder Perser kam, bis' endlich 610 der letzte Herrscher,Noaman IH., von dem Perser Chosru II. er-mordet wurde u. nun Araber und Perser abwech-selnd die Herrschaft führten. 633 bemächtigte sichKhalid Ebn Walid des Reiches Hira. Ein 4.Reich gründete Thaliba mit einem Theil desAgdäerstammcs in Syrien, das er bis zum FlusseGhassan besetzte u. danach das Reich GHassannannte. Der Khalif Omar war es, welcher, nach-dem die Byzantiner ans ihrem Zuge nach Persien622 auch Ghassan auf kurze Zeit sich unterworfenhatten, den letzten Fürsten, Hareth IV. (635), ab-setzte. Oman, der Osten des Landes, stand meistunter der Gewalt der Herrscher des gegenüber-liegenden Persien; später bildete sich eine Zeit langein eigenes Reich. Außerdem bestanden noch vielekleinere Gebiete einzelner Stämme unter eigenenDynastien, die sich gegenseitig bekämpften undschwächten, insbes. auf dem mittleren HochlandeNedschd, wovon uns die arab. Dichter unterBesingung der ritterlichen Fehden erzählen. /Epochemachend für die Geschichte A-s wurde aberMohammed, aus dem Stamme Korcisch, mitseiner neuen Lehre, die anfangs freilich so wenigErfolg hatte, daß er vor der Wnth der Götzen-diener von Mekka nach Medina flüchten mußte,von welchem Tage ab 16. Juli 622 die Zeitrech-nung der Hedschra beginnt. In Medina mehrte sichsein Anhang rasch, u. nun begann er den Islammit Feuer n. Schwert zn verbreiten. 630 fielMekka in seine Gewalt, u. damit war seinem Werkeder Erfolg gesichert. Das jetzt ein Ganzes sichfühlende Volk trat bald hinaus aus seinen natür-lichen Grenzen, um in drei Erdtheilen eigeneReiche zu gründen. Mohammeds Nachfolger resi-dirten als Khalifen (d. i. Stellvertreter oder Nach-folger des Gesandten Gottes) anfangs in Medina;nach der Scheidung der Moslemin in Schiiten u.Sunniten verlegte Moawijah, der 6. Khalif, dieResidenz nach Damaskus. Die Bedeutung desarabischen Volkes hatte ihre Höhe erreicht; sieg-reiche Feldherren durchdrangen u. unterwarfen bei-nahe die ganze damals bekannte Welt. Nicht min-der groß war der gewaltige geistige Aufschwungder Araber nach Mohammed. Außer den altenHellenen gelangte kein anderes Volk in gleich kur-zer Zeit zn so hoher intellektueller u. relativ auchmaterieller Entwickelung. Zur Zeit des Prophetenwaltete noch das bloße Beduinenthum. Nascheigneten sich nun aber die arabischen Sieger Vielesvon der byzantinischen, persischen u. indischen Cultnr

an, diese nach ihren Nationalvsrhältnissen verar-beitend, entwickelnd u. praktisch nutzbar machend.Kaum war Ägypten erobert, so erjolgte auch dieHerstellung des großen Kanals. In allen unter-worfenen Ländern erstanden blühende Städte, wieBasrah, Kufa, Kairo u. das glänzenoe Bagdad.Über die Literatur s. die bcs. Art.

Bei dem Zerfall des Khalifats wurde A. derBcsitzeinzelner wechselnderDynastien. Im Westen herrschtenach der kurzen Dauer der Tnlnnidcn n. Jkschi-diden die Dynastie der F-atimiden seit d. 10. Jahrh.,unter denen die Familie der Haschcmiten die hei-ligen Städte besaß; diese verdängten die Sultaneder Ejjnbiden im 11. Jahrh., bis endlich im16. Jahrh. die Macht der Türken auch das Hid-schaz und dis heiligen Orte sich aneigncte. InJemen, wo Mohammed ben Obeidallah, vomKhalifen Maimum als Statthalter eingesetzt, sichunabhängig gemacht, herrschten dessen Nachkom-men und nach ihnen eine Menge verschiedenerDynastien, deren letzte, die Dahinten, 1517 derÜbermacht der Osmanen erlag. Nur in den Ge-birgen Jemens hielt sich die von dem ImamScheins Eddin gestiftete Dynastie der Zeidi, umwelche sich die mit der türkischen Herrschaft Ünzu-friedenen sammelten. 1567 erhob sich der Auf-stand unter der Führung des Zeidi gegen das tür-kische Joch, u. nachdem die meisten festen Plätzebis auf Zebid den Empörern sich unterworfen,ließ sich Mutoha, ihr Anführer, zum Khalifenansrufen. Wol wurde 1570 Jemen wiedervon den Türken unterjocht, aber bald empörtesich die ganze WKüste A-s gegen die türkischeHerrschaft, der auch Mekka entrissen wurde. 1631eroberten zwar die Türken diese heilige Stadtwieder, Jemen behielt aber seine Unabhängigkeitunter der Herrschaft der Imam aus dem Geschlechteder Zeidi. Maskat, d. i. der Staat Oman an derSKüste A-s, wurde 1508 vonAlbuqnerqueaufseinemZuge gegen Ormns für die Portugiesen erobert,unter deren Herrschaft cs bis 1659 blieb. Seit-dem besteht der Staat in bedeutender Ausdehnungunter Stammherren, die durch Volkswahl aufden Thron gehoben wurden, bis in die neuesteZeit, wo allerdings die Dynastie Sejjid nur durchEnglands Einfluß mehr gehalten wird.

In der Mitte des 18. Jahrh. erhob sich im In-nern des Landes, besonders im mittleren HochlandeNedschd, wo früher die Karmathen furchtbar waren,als Wicderhersteller des ältesten mohammeda-nischen Glaubens ein gelehrter Araber, Moham-med Ebn Abd el Wahhab, durch Wort n. Schriftbelehrend; der von ihm bekehrte Mohammed EbnSahud, Herr von Derajeh (Dereyah), gewannbald unter den Beduinen solchen Anhang, daß ermit dem Religiösen auch das Politische verband u.bald die Herrschaft der Wahabiten (Wechabiten)über das ganze Innere A. von der Grenze desHidschaz bis gegen den Persischen Meerbusen hinansdehnte. Ünrcr Sahnds Sohn, Sahud II., u.Abd el Wahabs Sohne Mohammed, dem zweitengeistlichen Oberhaupte, unternahmen die Wecha-biten seit 1770 Nanbzüge gegen die benachbartenpersischen n. türkischen Provinzen, u. Abd Allah, desErsleren Nachfolger, eroberte Mekka, machte die tür-kische Besatzung nieder u. führte dort denWechabiten-