A
A, a, ist der erste Buchstabe im Alphabet sästaller Sprachen u. bezeichnet den vollsten u. ur-sprünglichsten Selbstlaut, welcher durch die natür-lichste Öffnung des Mundes hervorgebracht wird.Durch Verengung wurde indogerm. a -st i zu ö,a -st n zu S, durch Verbindung von a und i unda und u (sanskr. L -st i und L -st n) entstandendie Doppellaute ai und au (sanskr. Li und Ln).Vielfach hat sich ursprüngliches azui oder u abge-schwächt, vgl. lat. taoso, ooutioso, oaloo, eononloo.Im Deutschen hat sich frühe das a oder L öfters zuo verdunkelt, vgl. Wahn, Argwohn, holen (althoch-deutsch balon). lieber die Verwandlung in.e und äs. d. Das Zeichen des a ging aus dem Phönic.,den rohen Umrissen eines Stierkopfes (daher derphönicische Name alspb 8, d. h. Stier), ins Griech.u. Lat. über. Die neueren Sprachen bezeichnenden Buchstaben meist mit dem bloßen Laut. —Bildlich bedeutet A das Erste, Ursprüngliche;A u. Z: das Erste u. Letzte, den Anfang u. dasEnde, biblisch steht dafür, weil das lange O imgriechischen Alphabet der letzte Buchstabe ist, A n.O.(Vgl. Offenb. Joh. 1,8.) So sagt man auch: etwasvon A bis Z verstehen, d. h. gründlich, von An-fang bis Ende; sprichwörtlich: wer A gesagt, mußauch B sagen, d. h. wer eine Sache begonnenhat, muß sie auch weiterführen, erledigen. — Inder Logik bezeichnet man mit A. irgend einenGegenstand des Denkens, ein Ding überhaupt,einen allgemein bejahenden Satz. — In der Al-gebra setzt man a für die erste, b für die zweitebekannte Größe rc., x, x für. unbekannte. — Inder Musik bezeichnte a den Grundton, bisGuido v. Arezzo o als den ersten Ton der Ton-leiter einführte, so daß a jetzt die 6. diatonischeKlangstufe aller Octaveu des Tonsystems ist.Nach dem Ton a werden meist die Orchester-instrumente eingestimmt; ebenso geben die Stimm-gabeln in der Regel diesen Ton an. — AufMünzen bedeutet ^ (unter der Jahreszahl) dieerste Münzstätte des betr. Landes, z. B. Paris,Berlin, Wien, H auf früheren französischen diezweite, damals noch französische, Münzstätte Metz.— Als Zahlzeichen: im Griech. a' — 1,,a ^ 1000, in der Rubricirung — l. AlsAbkürzung: in römischen Schriften und aufalten Inschriften so viel wie s§sr. amioo, anno,ara, ^.ulus. .ämAuotus (umgekehrt ^ — ^.usuota);auf den Stimmtafeln beim Abstimmen über Ge-setze in den Comitien so v. w. antigno (d. h. ichstimme für das Alte, also verwerfend, währenduti rozas die Zustimmung ausdrückt), bei Ab-stimmungen der Geschworenen so v. w. absolvo(ich spreche frei), daher Cicero das die littsrasalutaris (rettender Buchstabe) nennt, im Gegen-sätze zu 6 (ocmcksmno, ich spreche schuldig) oderjPierers Umversal-Conversaticns-Lexikon. 8 . Ausl. I.
Ui I.. (non iigust, es ist mir nicht klar). AlsAbkürzung eines mit a anfangenden Wortes stehta. z. B. für anno (im Jahre) in vielen Formelnwie a. ck. (anno äomini, i. I. des Herrn); a. o.(anni ourrsntio, des laufenden Jahres). Fernerals Abkürzung, z. B. aä a. für aä aota (zu denActen); a ä. (a dato, von diesem Tage ab);a. St. für alten Stils (nach dem JulianischenKalender); a. D.: außer Diensten; L auf Re-cepten, abgekürzt für ana: zu gleichen Theilen.In noch anderen Bedeutungen: a. auf Wechselnfür acceptirt; auf Courszetteln für ar^snt, Geld;auf der Stellscheibe der Uhren a. für avauoor,schneller gehen lassen, im Gegensätze zu r. fürrstaräsr, verzögern. — Die sranz. PräpositionL (it. a), zu, für, nach, in, mit rc. wird beiRechnungen u. Preisbestimmungen angewendet,z. B. 100 Nr. L 10 Mark, d. h. 100 Ctr.zu je 10 Mk., so daß also jeder einzelne Ctr. 10Mk. kostet. Zusammengesetzte Ausdrücke mit Loder a s. an der betr. späteren Stelle, wie atsmpo u. dgl.
A, ä und Aa, aa, nordischer zwischen a und olautender Vo cal, der in Dänemark u. Norwegendurch aa, in Schweden durch ä in Schrift u. Druckgegeben wird.
Ä, ä, ist im Deutschen am häufigsten auskurzem a entstanden, wenn im Altdeutschen i, j od.r hinter die Wurzel- od. Stammsilbe trat. DurchEinwirkung dieser Laute trat etwa seit dem 6.oder 7. Jahrh. Umlaut des a in s ein, nebenwelchem seit dem 12. Jahrh. auch L erscheint.Jetzt schreibt man meist ä, wo der Ursprungaus a offen auf der Hand liegt, vgl. Hand, PluralHände (altho chdeutsch beut!), fällen—fallen machen,althochd. ksllan (aus urspr. tal-j-ao). Ganz amEnde des 11. Jahrh. wird auch das ursprünglichlange a (L) durch folgendes i u. i in langes ä (ko)umgelautet, z. B.in mäßig, althochd. ruLruo.mittel-hochd. mlS 2 so, thätig, althochd. tLtlo, mittelhochd.twtso. Zuweilen ist ä ungut an die Stelle des durchBrechung aus 1 entstandenen mittelhochdeutschens (s. E) getreten, wie in Bär, mittelhochd. bör,Käfer, mittelhochd. lcövsro, rächen, mittelhochd.röobou. Im Lateinischen schrieb man statt as altlat.ai, u. auch in griech. Wörtern verwandeln die Rö-mer c» in ao, wie es auch griech. schon früh aus-gesprochen wurde. Wir schreiben deshalb im vor-liegenden Werke diesen Umlaut mit Ä, ä, nichtAe, ae; in lat. Wörtern (mit Antiqualettern)wird /lo wie ä, üö dagegen a-e ausgesprochen.Aus demselben Grunde reihen wir auch den Umlautunmittelbar nach a und nicht als ae im Alphabetein, z. B. Ägypten bei Ag, nicht bei Ae, alsonach Af, während Ae vor Af eingcordnet ist.
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