Arabien.
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fig; Heerden von Rindern, Schafen, Ziegenbilden den Reichthum der nomadisircnden Stämme;Affen, Löwen, Hyänen, Schakale n. Gazellen, zahl-reiche Raub- u. Hühnervögel, Strauße finden sichvor; selten Schlangen, Eidechsen, giftige Skorpionenu. Spinnen; Heuschrecken werden mitunter zurLandplage. Endlich ist noch der Perlmuschel zu er-wähnen, welche im Persischen Meerbusen sich findetu. kostbare Perlen liefert. Von Mineralien:Edelsteine (Achat, Onyx, Carneol, Obsidian, Tur-malin, Smaragd, Jaspis), Porphyr, blauer Ala-baster, Marmor, Gips, Kalk, Basalt, Salz,Schwefel, Salpeter, Naphtha, wenigeMetalle (Eisen,Blei, Kupfer), Gold wird in Jemen nicht mehrgefunden. Besondere Bedeutung für den Handelhaben: Mokkakaffe, Mekkabalsam, Gummi, dassiaüstnla. Aloe, Weihrauch u. a. Räucherwerkc, so-dann Pferde. Die wichtigsten Handelsplätze sindMekka und Medina als Pilger- u. Meßorte mitihren Hafenstädten Dschidda, Jambo, vorzugsweiseaber Aden, Sana im S., El Katif, Maskat andem Persischen Meere. Hindu u. Parsen besorgenden Perlen- u. in den Seestädten den Großhandel.Die Araber sind theils Nomaden (Beduinen), thcilsFellah (Ackerbautreibende), HaLhesi (Handwerker),oder Handeltreibende; ihrem Charakter nach gast-freundlich, tapfer, standhaft im Unglück und guteFamilienväter, aber außerdem räuberisch, grau-sam, treulos u. wortbrüchig. Allgemein wird dieBlutrache geübt. Nahrung: Durrah, Reis,Datteln, Milch u. s. w. Die Wohnungen derNomaden find Filzzelte oder Hütten von Palm-blättern, die Kleidung ein grobes Baumwollen-hemd, wozu nach Gegend oder Stadt mehr oderweniger verzierte Mäntel, gelbe Stiefel, oder rotheSchuhe kommen. Die Ehe ist islamisch, derMann kann 4 Frauen nehmen, gewöhnlich hater nur eine; ist diese aber'bei der Berheirathnngnicht mehr Jungfrau, so kann er sie verstoßen.Die Heirath ist Kauf; Weiber u. Töchter lebenim Harem, die Söhne werden von den Väternerzogen. Die Araber stehen unter Emiren, welchenScheikh (die Ältesten des Stammes) untergebensind; Kadi u. Molla sind geistliche Würden. Dieherrschende Religion ist die mohammedanische;in der letzten Hälfte des vorigen Jahrh. ist dieSectc der Wechabiten, welche Mohammed nicht alsProphet anerkennt, im Innern mächtig geworden,jedoch seit Anfang dieses Jahrh. ziemlich herab-gedrückt; auch gibt es noch Gestirn- und Feuer-anbeter, Inden, Parsen und Christen werden ge-duldet; doch ist man an der WKüste viel toleran-ter, als im Innern, u. Mekka wurde von denwenigen Christen, die es besuchten, mit Gefahrdes Lebens betreten. Sprachlich zum semitischenStamme gehörig, zerfallen die Araber in vielejetzt in Folge von Vermischung mit Einwanderernsich unterscheidende Stämme. Die reinsten Nach-kommen der alten Araber sind die Beduinen. Lesenu. Schreiben sind in vielen Gegenden unbekannteKünste. Industrie treibt man nur in einigenwenigen Städten; Weiber weben die Kleidnngs-u. Zeltstoffe. Die Alten unterschieden Nrabia po-trasa (nach der Stadt Petra benannt, die Sinai-Halbinsel), N. cksssrta (der nördl. u. innere Thcil)u. N. kolix (der südl. Theil); die arab. Geographen
Jemen, Hedramät, Oman mit Lahsa, Ncdschedoder Nedschd, Hedschas oder Hidschaz und Bar elTur Sinai oder Hadschr.
Neuere Eintheilnng: 1) Hedschas (Tür-kisch-A.), den nordwestlichen Thcil des Landes bil-dend, mit der steinigen, baumlosen Insel Sinai,meist nur mittelbar unterworfen; 900,000 Ew.;Hauptstadt: Mekka, mit der Hafenstadt Dschidda;Medina (Stadt des Propheten), mir der Hafen-stadt Jambo. 2) Jemen, das sogenannte Glück-liche A., die Südwestecke der Halbinsel bildend,jetzt ebenfalls unter türkischer Herrschaft^, Vater-land des Weihrauches u. Balsams, wie Cultnr-land des besten Kaffes; Hauptstadt Sana. 3)Hadhramaut oder der« südliche Küstensanm,an der Küste eben, ins Innere znm Hochland an-steigend, mit dein brit. Hafen Aden u. den Küstcn-städten Mirbad u. Makalla. 4) Die Ostküste(Oman), mit dem Gebiete von Maskat; ist deram besten cultivirtc Thcil des Landes; hat künst-liche Bewässerung und bringt alle Cultnrpflanzender Erde hervor; 2 Milt. Ew. 5) Hasa, derNorden der OKüste, mit den Perlcmnseln vonBahrein; heiß, aber wasserreich, mit Bewohnernkahtanidischen Ursprunges, unter der Herrschaft derWechabiten, der sich die Einwohner jedoch zuentziehen streben; Stadt: El Katif. 6) DasJnnereA. oder Nedschcd, der Sitz der Wechabiten,am wenigsten bekannt, in 11 Provinzen eingetheilt,mit den Städten Hajel n. Riad. Das wellige, felsigeLand hat quellen- und palmenreiche Gebirge, Sand-ebenen (Nufüd) mit kümmerlichem Graswnchse u.felsige, unfruchtbare Strecken. Näheres u. d. betr.Art. Dis Sprache, s. Arabische Sprache. Vgl.K. Nicbuhr, Reise in A., 3 Bde, Lcipz. 1873;Bnrckhardt, Iravels in N., Lond. 1829 (deutsch,Wien 1830); Wellsted, Iravels ln N., Lond.1838, 2 Bde. (deutsch von Rüdiger, Halle 1842);Laborde, VozmAS ckans ML. Rstreo, Par. 1830,2 Bde.; Cottin de Laval, Vozm^e äans 1a xe-ninmcks arabigne, Par. 1860; Courat, IML.Ilsnronso, cbd. 1860. In der Erforschung desLandes sind seit 1860 durch Reisende, wie Pal-grave, Gnarmani, Pelly, Mnnzinger, Wetzstein,Maltzan, bedeutende Fortschritte gemacht worden;vgl. Palgrave, .4 Narrative ok a Noar's llonrno^tkron^Ir (lsntral anck Lastern -Lrabia, 1862—63,deutsch, Lcipz. 1867; Gnarmani, No§ock sopten-trional im Rnllstin cke 1a 8oeiöts cis geoAra-pbis cks Raris, 1865; Pelly, N Visit to tlrsIVaiiabss Oapital, Lsntral Nrabia, im llonrnalok tlrs Rozal 6so§rap1rioa1 8»oist>', 1865.
Botta, Relation ck'nn voz-a^s ckans Io Nomen,Paris 1872; Burton, Rorsonal narrative ok aRilArimaAe to ei Llsckinair anck LlsiUca, Lond.1856, 3 Thlc; Sadlier, Oiar^ ok a journe^ aorossNrabia, Bombay 1866; H. v. Maltzan, MeineWallfahrt nach Mekka, Lcipz. 1865, 2 Bde; Ad.v,Wrcdcs Reise in Hadhramaut, Braunschw. 1870./ Geschichte. Die Ureinwohner von Ä., Baja-'diten, leiten ihre Abkunft nach der einheimischenSage von Joktan oder Kahtan, dem Sohne Hudsu. Abkömmling von Sem im 5. Gliede; zu ihnen,die das Glückliche A. um die Küste Tehama bisan Len Persischen Meerbusen bewohnten, geselltensich dann wandernde Horden, die von Jsmael,