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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Araba Arabien.

überhaupt eine gegebene Zahl, welche einer Rech-nung zu Grunde liegt; 2) besonders der Anfangeiner Reihe von gezählten Jahren, welcher ge-wöhnlich von irgend einer wichtigen Begebenheitoder bedeutenden Persönlichkeit beginnt und nachihr genannt ist; daher 3) die Zeit- oder Jahres-rechnung (s. d.).

Araba, Wadi el A., Fclsenthal zwischen demMeerbusen von Akabah (Rothes Meer) und demTodtcn Meere, mit den Ruinen von Petra.

Arabante, Binnensee im südamerikanischeuStaate Ecuador, mit Abfluß in den Gnallaga;Missionsstation in der Nähe.

Arabat, 1) (Streike von A., Kossa-Arabatfkaja)110 Icm lange u. sehr schmale Landzunge in deröstlichen Krim im russischen Gouv. Tanrien, zwi-schen dem Asowschen u. dem Faulen Meere; anihrem nördlichen Ende die Straße von Genitschi,welche baL Asowsche Meer mit dem Faulen Meereverbindet. 2) Fort am Anfangspunkte dieserLandzunge u. am Asowschen Meere, welches nochans der türkischen Zeit stammt u. 28. Mai 18S5den Angriff der englischen Flotille unter CapitänLyons zurückwies.

Arabat el Medfuneh, das Ebot der altenÄgypter u. Abydos der Griechen, ist ein großes,südöstl. von Djirdjeh (Girge) am linken Ufer desNil gelegenes Dorf, bei welchem sich eip ausge-brcitctcs Ruinen- u. Gräberfeld u. zwei große, herr-liche, ans riesigen Sandsteinblöcken erbaute Tempeldes Osiris n. Ramses II. mit hieroglyphischen u.anderen bildlichen Darstellungen befinden.

Arabesken (auch Morcsken), Bezeichnungeiner den Arabern eigcnthümlichen Decorations-weise der Wandflächen, bei welcher, ganz verschie-den von der ornamentalen Ansbildungsweise fastaller anderen Baustile, namentlich des griechischen,römischen u. Renaissance-Baustils, die Nachbild-ung aller animalischen u. vegetabilischen Vorbilderausgeschlossen ist, da die Religion den Mohamme-danern dies untersagt. Ihre Verzierungen be-stehen daher in regelmäßig die Flächen überspin-uenden, sich mannigfach verschlingenden u. durch-kreuzenden Linien, wodurch geometrische Musterhervorgcbracht werden, welche, in Verbindung mitganz conventioncll gestalteten, nirgends eine Nach-ahmung der Natur verrathenden Blattbildnngendas Grundelement der A. bilden. Fälschlich wirddie Bezeichnung A. namentlich auch auf die Fries-bildungen anderer Stilartcn, besonders des römi-schen, pompejanischcn u. des Renaissance-Baustils,übertragen.

Aradla kelix (a. Geogr.), der südliche Thcil derarabischen Halbinsel.

Arabien (n. Geogr.), Dschesirat el Araboder Dschesireh (Insel der Araber) bei denTürken u. Persern Arabistan, Halbinsel Asiens(von 12° 40' bis 34° n. Br. n. 52° 10' bis79° 40' ö. L.), begrenzt im W. vom RothenMeere, im S. vom Arabischen Meere u. demMeerbusen von Aden, im O. vom PersischenMeerbusen, im N. von der Syrisch-arabischenWüste; ungefähr 2H Mill. H>icm (4550,000 ÜHM),mit einer Bevölkerung, die zwischen 5 und 12Millionen geschätzt wird. Das noch wenig durch-sorschte Land besteht ans einem 12002000 m

hohen Plateau, umgeben von einem Gürtel san-diger Wüsten im O. und S., steiniger im N.Niederige, wasserleere Gebirgszüge mit einem mehroder weniger breiten Küstensaume umgeben diesesCcntrum, das bald schroff, bald terrassenförmigzur Küste abfällt. Im Innern waltet die Kalk-stein-Formation vor, während an den Küsten derGranit u. der Basalt vorwiegend sind; von Me-dina erstreckt sich nach S. eine Strecke vulkani-schen Bodens; im S. in Hadhramaut u. im W.in Hasa finden sich zahlreiche warme Quellen.Während zwei Drittel des Landes zur Cnltur oderwenigstens zur Viehzucht sich eignen, bildet derRest eine menschenleere Sandwüste. Hier undda sind Senkungen (Oasen) eingesprengt, indenen sich brackiges Wasser sammelt u. dürftigesGras wächst. Das Hochland nennt der AraberNedschd, das Niederland Tehama, das StufenlandHidschaz. Schiffbare Flüsse und Seen fehlen;zur Regenzeit verwandeln sich die Wadis inWasserlänfe, während sie in der trockenen Jah-reszeit theilweise als Karawancnstraßen dienen.Es soll viele unterirdische Flüsse geben, im Südenauch beständig fließende, die man von Terrasse zuTerrasse leitet; im W. und S. sind zahlreicheQuellen, deren Wasser man in Brunnen sammelt.Das Klima gleicht dem afrikanischen; am Tageherrscht Glnthhitze bis zu 35° L, nachts ist es sehrkühl, u. setzen sich oft Reif u. Eis an. An derWKüste regnet es von Juni bis Sept., an derOKüste von Dec. bis März. Den S. beeinflussendie Monsune n. erleichtern Lurch ihr regelmäßigesWehen den Seeverkehr mit Indien n. OAfrika.Wolken sind außer der kurzen Regenzeit eineSeltenheit. Im Ganzen ist A. ein der Gesund-heit zuträgliches Land. In dem Centralplateaukommen viele Krankheiten, z. B. Fieber, niemalsvor; wohl aber finden sich Pocken, Rheumatismus,Aussatz, Apoplexie, Augenkrankheiten. In denmehr feuchten Niederungen des W. treten diesegegen zahlreiche Fieberanfälle zurück; Cholera u.Pest haben im Lande öfter Verheerungen angerichtet.Ä. hat im Allgemeinen eine dürftige Vegetation;es schließt sich als Vegctationsgebiet größtentheilsdem Wüstengebiete der Sahara an, u. nur dersüdl. Küstenrand gehört zu dem indischen Gebieteder Monsune (s. unter Asien). Doch bietet A. inseinen Balsambänmen, Weihranchbänmen u. Aloe-arten so viel Eigenthümliches, daß es vielfach alsbesonderes Pflanzengebict betrachtet wurde. Dattel-u. Cocospalmen umsänmen die Küsten, doch sindWälder selten. Kaffe (Mokka) ist Haupterzeugniß(die erzeugte Quantität jedoch eine sehr mäßige);danebenGnmmi arabicum von verschiedenen Acacia-Arten, Aloe, Manna von Painarix mannilera,Sennesblätter von verschiedenen Cassia - Arten,Sesamöl, Khatblätter von Oolastrns ecinlra alsschlasscheuchendes Mittel. Fernere Culturpflanzensind noch namentlich Mohrenhirse (Durrah), Ge-treide, Reis, Bohnen, Linsen, Tabak, Zuckerrohr,Baumwolle, Indigo (die 3 letzteren von geringerQualität). Der Ackerbau ist dürftig u. durchkünstliche Bewässerung bedingt, die Werkzeuge,Hacken rc., sehr unvollkommen. Unter den ThierenA-s sind die hervorragendsten das Pferd u. dasKamel (Wüstenschiff); Manlthiere, Esel sind häu-