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Äquilibrismus — Aquitania.
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dem 606 von ihm sich trennenden Patriarchen von!Grado lag. Der Patriarch Rodoald (963 bisum 983) von A. legte durch die Gunst der Kaiser,sowie des Herzogs von Kärnthsn und des Mark-grafen von Verona den Grund zur nachmaligenGröße dieses geistlichen Fürstenstuhls, zu welchemnach u. nach die Mark Kram (1079), die Graf-schaft Istrien und endlich unter dein PatriarchenUlrich ganz Friaul kam. Patriarch Wolfker, Bi-schof zu Passan (gest. 1218) wird von Otto IV. imBesitze dieser Länder bestätigt. Judeß von Mittedes 13. Jahrh. erbleicht der Stern des Patriarchatsvon A. in Folge der Schwäche der Patriarchengegenüber den Wirren jener Zeit u. des Schürensvon Seiten Venedigs, an das endlich der PatriarchLudwig von Leck 1420 Alles außer A., S. Da-niel u. S. Vito verliert. A. stand nun unter demSchutze Venedigs, wohin 1451 das Patriarchatverlegt ward, bis 1542 Kaiser Ferdinand I. demPatriarchen A. sammt „Gebiet völlig entriß. Dievon nun ab zwischen Österreich u. Venedig wal-tenden Streitigkeiten über die Ernennung des Pa-triarchen beendete Papst Benedict XIV. dadurch,daß er 1750 das Patriarchat von A. ganz aus-hob u. statt seiner die 2 Erzbisthümer Üdine undGörz (später Laibach) errichtete. Zu dem Verfallevon A. hat auch das durch die Versumpfung derKüste ungesund gewordene Klima viel beigetragen.Vgl. Bartoli, I-s auttclllta ck'X. prolaus s aa^ro,Venedig 1739.
Äquilibrismus (v. Lat.), 1) Lehre vom Gleich-gewicht (Xoqmilidiium). 2) Freiheitslehre, nachwelcher der Mensch nur da die wahre Freiheitin seinen Handlungen haben soll, wo ein völligesGleichgewicht zwischen Erkenntniß u. Willen statt-findet, weil die Seele dann nach keiner von beidenSeiten hin stärker gezogen werde. Der Ä. wirdin der Fabel von Buridans Esel verspottet.
Äquilibrist (neufranz. sgnilidriLts, v. lat.asguilidiinm, s. vorher), meist vagabondirenderKünstler der niedrigsten Gattung, dessen Darstell-ungen auf Gewandtheit des Körpers, hauptsächlichder Fertigkeit im Balanciren basircn (z. B. Seil-tänzer). Die größte Fertigkeit in den äquilibri-stischen Künsten findet man unter den Indiern(vgl. Jongleurs) u. Japanesen, in Europa beiItalienern n. Franzosen.
Aquilifer (lat.), Adlerträger bei den römischenLegionen.
Kqutlo, der N- oder NOWind.
Aquilonia (a. Geogr.), St. der Hirpiner inSamnium; jetzt bei Carbonaro. Hier 293 v. Ehr.Sieg der Römer unter Papirius Cursor über dieSamniter.
Aqnluas (d. i. Einer ausAquino), 1) Thomas,s. d. 2) Philipp A. (eigentlich Mardochai),geb. zu Carpentras in der Provence; ward 1610wegen seiner Neigung zum Christenthnm ans derSynagoge von Avignon verwiesen u. ließ sich zuAquiuo taufen, wurde Professor am Oollo^s ctoId-auos u. st. hier 1650. Schr.: viotionar. Iwdraoo-o.lio lckaao-Ia lmnclieo-ralibillie.. Par. 1629, Fol.
(Acincum, a. Geogr.), röm. Festung' ^n der Donau; jetzt Alt-Ofen,m Distr. Sora der italienischen»emals Terra di Lavoro), an der
Eisenbahn zwischen Rom und Neapel; Bisthum(mit Poniecorvo und Sora vereinigt); Kirchen-rnine'Sta. Maria Libcra (im 11. Jahrh. auf einemantiken Tempel errichtet); 2115 Ew. Geburtsortdes Dichters Juvenal u. des Kaisers PescenniusNiger; ans der nahen Burg Rocca Secca ist derPhilos. Thomas v. A. geboren. A. ist das alteAqninnm, von dem noch Überreste der Mauern,Thore, eines Theaters, eines Triumphbogens u.von Tempeln der Ceres u. Diana vorhanden sind.
Äquinoctral (v. Lat.), zur Nachtgleiche ge-hörig. Ä-compaß, Werkzeug, den Stand desMondes zu bestimmen. Ä,- kreis, jeweilige Be-nennung des Äquators. Ä-uhr, eine Art derSonnenuhr. Ä-zone, die heiße Zone, zwischendem Wendekreise gelegen, so genannt, weil in der-selben Tag und Nacht das ganze Jahr hindurchfast,, gleich sind.
Äquinoktium (v. lat. asgnns, gleich, uoxNacht, Nachtgleiche) heißen die beiden Zeit-punkte im Lause eines Jahres, in welchen Tagu. Nacht auf der ganzen Erde einander gleichsind, mithin 12 Stunden betragen. In ihnendurchschneidet die Erdbahn oder Ekliptik den Äqua-tor in den Äquinoktialpunkten. Mit denÄquinoktien hebt (astronomisch) abwechselnd inden beiden Erdhemisphären Frühling u. Herbstan, daher auch: Frühlings-Ä., am 21. März,n. Herbst-Ä. (Herbstpunkt, Nullpunkt derWage), am 23. September. Der Punkt desFrühlings-Ä-s ist auch in so fern von Wichtig-keit, als von ihm aus die Längen u. die Recta-scensionen der Gestirne gerechnet werden. BeideÄquinoctialpnnkte ändern ihren Ort, indem siesich von O. nach W. bewegen. Äquinoctial-regen und Äquinoktialstürme, Regen undStürme im März u. September oder Oktober, diezur Zeit der Nachtgleiche, besonders im Herbst,am stärksten n. anhaltendsten sind u. in SAinerika,in der heißen Zone, den Winter ausmachen. Äqui-noctialkalender, Kalender, in dem das Jahrmit dem Herbstäquinoctium anfängt, wie der inder, französischen Revolution eingcführte.
Äquipollent, gleichbedeutend. Äqnipollcnz,das Verhältniß verschieden ansgedrückter Sätzevon einerlei Sinn. Äquipollente Urtheile u.Sätze, solche, die den gleichen Gcdankeninhalthaben, wenn auch ihr Ausdruck in Worten ver-schieden lautet, z. B. Philipp war der VaterAlexanders d. Gr., n. Alexander d. Gr. war derSohn des Philipp; eben solche, die positiv n. mitdoppelter Negation gebildet sind. Daher Äqui-pollenzschlüsse (Gleichgcltungsschlüsse, Itatio-eirna per asguipollsutiam), die Klasse von un-mittelbaren Schlüssen, die auf dem Verhältnißäquipollenter Urtheile beruht, nämlich sofern daseine Urtheil, als gleichgeltend mit dem anderen,auch für dasselbe gesetzt werden kann.
üequiponülum (lat.), Gleichgewicht.
Aqnisgränum, alter Name von Aachen.
Aquitania (Aquitanien), der südwestliche Theildes alten Gallien; umfaßte die Wohnsitze derAquitani, Ausci, Bituriges n. A. zwischen denSevennen, der Garonne, dem Atlantischen Meereu. den Pyrenäen; seit Augustus waren die Gren-zen A-s Las Lugduneusische und Narbonensische