792 Aquitanischcs Meer — Äquivalent.
Gallien, die Loier, das Atlantische Meer nnd diePyrenäen. In den ältesten Zeiten war A. vonIberern bewohnt. Im 4. Jahrh. ward es in3 Provinzen getheilt: L,. prima, im N., mit derHauptstadt Avaricum u. mit Berry, Bourbon-nois, Auvergne, Velay, Limousin, Rovergue,Ouercy; H.. ssouucia, der mittlere Theil, mit derHauptst. Burdigala und mit Angoumois, Sain-tonge, Poitou, Bourdelois, und L.. tsrtia oderNovempopulana, im S. Im Anfänge des 5.Jahrh. eroberten die Westgothen unter Walliadie beiden letzteren Theile, welche der Franken-könig Chlodwig 508 ihnen abnahm; s. Go-then. 200 Jahre blieb nun A. ein Theil desFrankenrciches, hatte auch 630—631 einen eigenenFürsten an Aribert, Sohn des FrankeukönigsChlothar II., welchem sein älterer Bruder Dago-bert I. A. überlassen hatte. Ariberts Sohn Chil-derich starb schon 631; aber seine Brüder Boggisn. Bertrand wurden 637 als erbliche Herzogevon A. anerkannt. Auf sie folgte 688 Endo,welcher die Grenzen seines Landes bis fast an dieLoire ansdehnte. Mit Chilperich verbunden, wurdeer 719 von Karl Martell bei Soissons geschlagen, zudem er übertrat. 721 schlug er die Araber beiToulouse; 732 befreite er, mit Karl verbunden,A. von den es überschwemmenden Mauren durchdie Schlacht bei Poitiers n. st. 735. Ihm folgtesein Sohn Hunold, der sich gegen Karlmann undPipin empörte, aber 742 von ihnen unterworfenwurde, worauf er sich in ein Kloster auf derInsel Rhe zurückzog. Auch sein Sohn u. Nach-folger Waifar führte gegen Pipin u. Karlmannmehrfache Kriege, die erst 768 mit der UnterwerfungA-s endigten. Er starb noch in demselben Jahre,'worauf A., nach einem mißlungenen Versuche Hn-uolds zur Wiedererlangung der Herrschaft, vonKarl d. Gr. 769 mit der fränkischen Monarchie ver-einigt u. durch Grafen regiert wurde. Nur inder Gascogne erhielten sich Waifars Nachkommenals Herzoge. 778 erhob Karl d. Gr. A. zu einemKönigreiche, welches aus Languedoc, Ernenne u.Auvergne bestand, u. belehnte damit seinen Sohn Lud-wig den Frommen. Als dieser 814 auf seinen Vaterals fränkischer König folgte, übergab er A. seinemSohne Pipin, der als Pipin I. König desselbenu. 817 in der Theilung als solcher bestätigt wurde.Pipin säuberte 819 Vasconien von den Rebellen,kämpfte 824 gegen dis Bretagner, machte auch827 einen Zug wider die Saracenen in die Spa-nische Mark; 830 erhob er sich gegen seinen Va-ter, Ludwig den Frommen, aber 832 wurde ihmauf der Versammlung zu Limoges A. abgespro-chen n. er selbst mit Gemahlin u. Kindern in dieHaft seines Vaters gegeben, welcher nun die aqui-tanischen Vasallen dessen Halbbruder, Karl demKahlen, Treue schwören ließ. Sobald jedoch Lud-wig das Land verlassen hatte, kehrte Pipin, ansder Haft entkommen, nach A. zurück u. vereinigtesich 833 mit seinen Brüdern Lothar und Ludwig,starb aber im December 838. Zwar erkannte einTheil von A. seinen Sohn Pipin II. als Königan, indeß dessen Großvater Ludwig schützte Karlden Kahlen im Besitze des Landes. Nach LudwigsTode (840) vereinigte sich Pipin mit seinem OheimLothar, König von Italien u. Herzog Bernhard
von Septimanien, u. erlitt am 25. Juni 841 dieNiederlage bei Fontaines l'Auxerrois mit, hielt sichaber in A. gegen Karl selbst dann noch, als diesem843 in dem Vertrag zu Verdun A. zugesprochenworden war. Endlich kam durch VermittelungLothars u. Ludwigs des Deutschen 845 ein Ver-trag zu Stande, in welchem Pipin von Karl alsKönig von A. unter seiner Lehnshoheit anerkanntward. Als sich Pipin aber bei den Einfällen derNormannen zu unthätig bewies, wurde er 852von Karl dem Kahlen abgesetzt u. in ein Klosterverwiesen u. das Land Ludwig, dem Sohne Lud-wigs des Deutschen übergeben. 854 wieder König,wurde Pipin 865 für immer vertrieben u. ge-fangen gesetzt; A. kam zuerst an Karl und nachdessen Tode an Ludwig, Sohn Karls des Kahlen.Da dieser 877 König von Frankreich wurde, fielA. an Frankreich, doch nach Ludwigs Tode (879)theilten seine Sühne Frankreich, u. der jüngere,Karlmann, erhielt 880 Burgund u. A. Als 882Karlmann König von Frankreich wurde, ward A.wieder mit Frankreich vereinigt, und die Herzögevon A., die nach dieser Zeit genannt werden,waren nur hohe Beamte der Krone, machten aberdie Würde erblich in ihrer Familie. Seit dem10. Jahrh. nannten sich die Herzöge von A. Her-zöge von Ernenne; s. u. Guienne. Vgl. Warn-könig, Französ. Staatsgesch., S. 185 ff.; Rabanis,I,S8> NoroviuAlsus ä'L.qnitams, Paris 1856;Böhmer, HeAsoka Larolornm, S. 196 ff.
Aquitanisches Meer, so v. w. BiscayischerMeerbusen.
Üoqmts8 (lat.), 1) Rechtsgleichheit für die demGesetze Unterworfenen; 2) so v. w. Billigkeit.
Äquivalent (v. lat. asquivaisre, gleich vielWerth sein, aus asqnns, gleich, und vs-Iors,. Werthsein), ursprünglich gleichwerthig; dann besonderszum Ersätze geeignet; substantivisch: das Ä., dieEntschädigung, Ausglcichungssumine. In derChemie bezeichnet man als ä-e Mengen zweierKörper diejenigen Gewichtsmengeu derselben,welche einander in ihren Verbindungen ver-treten können. So sind 1 Gewichtstheil Wasser-stoff u. 35,g G.-Th. Chlor ä., d. h. 1 G.-Th.Wasserstoff kann in seinen Verbindungen durch35,5 G.-Th. Chlor ersetzt werden; ebenso sind 47G.-Th. Kali und 31 G.-Th. Natron ä., weil 47G.-Th. Kali dieselbe Menge einer Säure zu sät-tigen vermögen, wie 31 G.-Th. Natron. Ca-vendish war der Erste, welcher (1767) dasWort Ä. in diesem Sinne gebrauchte, indem erdiejenigen Mengen Kali u. Kalk so nannte, welchedieselbe Menge einer Säure ucutralisiren. Spätergebrauchte man die Worte Ä-ge wicht oder kurzÄ. in einem weiteren Sinne. Wenn sich nämlichzwei oder mehr Stoffe zu einer chemischen Ver-bindung vereinigen, so erfolgt, wie schon zu Endedes vorigen Jahrhunderts Cavendish, Wenzel,Richter, Kirwan, Proust u. A. erkannten, dieseVereinigung stets in einem bestimmten Ge-wichtsverhältniß. Anfangs Pflegte man diesesnach Procenteu auzugebeu. Bald erkannte manaber, Laß sich das Gesetzmäßige in diesen Verhält-nissen auf einfachere Weise als durch Procenteansdrücken lasse. Bezeichnen wir nämlich mit b,e, ä, s ..... die kleinsten Gewichtsmengen der