Druckschrift 
Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
789
Einzelbild herunterladen
 

789

^ «suEro

Temperatur von 2628" 6. Hier tritt das Pflan-zenleben in größter Masse u. Mannigsaltigleit auf:Urwälder mit riesigen Stämmen, von Lianen um-sponnen u. dadurch undurchdringlich, während dieschlanken Schäfte einiger Palmen hoch hervorra-gend einen Wald über dem Walde bilden; Orchi-deen, Aroidcen, Palmen u. Bananen sind vorherr-schend. Doch gibt es auch in dieser Zone des üp-pigsten tropischen Pflanzenlebens mannigfache (beiden einzelnen Erdtheileu näher betrachtete) Unter-schiede, oft das directe Gegentheil, so die Llanosam Orinoco, die Campos Brasiliens, die WüstenAfrikas.

fl quakten (ital.), L qnatrs (fr.) u. zu Vieren Mus.;auch agnattro parti (fl qnatrs partios) u. a guattrovoei (abgekürzt s, 4), ein Stück zu 4 Stimmen;a quabtro soll (fl gnatrs soul), wenn jede Stimmemit einem Instrument besetzt werden soll (vgl.Quartett); a quattro man! (fl gnatrs mains,abgekürzt fl 4 man.), beim Klavier, 4händig.

Aquavit (v. lat. aqua vitas, Lebenswasser);man versteht darunter über verschiedene Pflauzen-snbstanzen abgezogene Branntweine, ohne oder nurmit geringem Znckerzusatze, z. B. Anis, Pfeffer-minz, Absynth rc.; man hat doppelte u. einfache,mehr u. weniger Alkohol haltende A-e.

Aquaknva, alte neapolitanische Familie, nachder gleichnamigen Stadt so genannt u. schon zuden Zeiten Kaisers Friedrich I. bekannt. 1) Antonv. A.; wurde zu Anfang des 15. Jahrh. vonKönig Ladislaw znm Herzog von Atri erhoben.2) Andrea Matteo A., geb. 1457, Herzog vonAtri u. Teramo, Gras von Conversano; stellte sichbei dem Überfall Neapels durch Karl VIII. 1495auf Seite der Franzosen und verlor deshalb seinLehen Conversano, erhielt es aber bald von seinemnach ihm damit belehnten Bruder Belisario zu-rück; er zeichnete sich im Kriege gegen die Spa-nier aus u. starb zurückgezogen, nur deu Wissen-schaften lebend, 19. Jan. 1529 in Neapel, woer selbst in seinem Palaste eine Druckerei ein-gerichtet hatte. 3) Belisario A., Bruder desVor.; erhielt wegen seiner Kriegsthaten vom KönigFerdinand die Stadt Nardo u. den Grasentitelu. endlich von Karl V. den Herzogstitel. EinSchüler Giovio Pontanos, erwarb er sich durchwissenschaftliche Schriften, durch die Wiederherstell-ung der Leoaäemia äi I-anro zu Nardo u. für dievon seinem Lehrer gestiftete Akademie große Ver-dienste um die Wissenschaft. 4) Giovanni Ge-ronimo A., Herzog von Atri; diente unter KaiserKarl V. u. wurde Grande von Spanien; er istbesonders als italienischer Dichter bekannt; starb24. Juli 1582. 5) Ottavio A., Sohn des Vor.,geb. 1566; trat in den geistlichen Stand, indem ersich znm Cardinal u. Erzbischof von Neapel erhob;Günstling der Päpste Sixtus V. n. Gregor XIV.,stand er wegen seiner Amtsführung n. wegen sei-nes Wissens bei seinen Zeitgenossen in hoherAchtung; st. 15. Dec. 1612. 6) Claudio A.,Enkel des Andrea Matteo, geb. 14. Sept. 1543;trat 1568 in den Orden der Jesuiten und wurdeschon 1581 vierter General des Ordens, dem erdurch berechnende Klugheit Geltung nach außen,durch unerschütterliche Festigkeit, einheitliches Re-giment u. planmäßige Erziehung der Ordeusglieder

Aquila.

die nöthige innere Kraft schaffte, so daß er alsNeubegründer der Gesellschaft LoyolaS gelten kann.Diesem seinem Streben verdankt die von der In-quisition zwar verbotene, aber Loch oft im Druckeerschienene Ratio atuckiornrn 8. I. (Rom 1586)ihre Ausarbeitung, ebenso das Dirootorinm oxor-eitiornin spirituallnin. Sehr verbreitet wurdenauch seine Lpistolas XVI u. die Indrwtriasonrancloa aniinao wordos, Vened. 1606. Nach34jähriger Ordensregierung n. Besiegung schwererHindernisse st. er, der den Orden auf 10,006 Mit-glieder gebracht hatte, zu Nom 13. Jan. 1615.

Aquer (Xsqnicölas, Xsquiouläni, a. Gcogr.),altitalisches, ackerbautreibendes n. zugleich kriegeri-sches Volk an den westlichen Abhängen der Apen-uinen, mit nur wenigen Städten (Präneste, Ti-bnr). Sie kämpften vergebens im Bunde mitden Volskern gegen die wachsende Macht Romsu. wurden von Camillus 389 besiegt, aber erstim Samniterkriege gänzlich unterworfen (302),worauf sie das römische Bürgerrecht erhielten.

Aqnia, Nebenfluß des Potomac im nordame-rikanischen Staate Virginien; fürSchooner schiffbar.

flquikolmoese D. 6'. oder liieinons LroA»!.,dicotyle Pflanzenfamilie ans der Ordnung derF-rangnlinen; Sträucher oder niedrige Bäume,welche lcdcrige, glatte, immergrüne, meist dorniggezahnte Blätter haben; Kelch u. Krone 46thei-lig ohne nnterwcibige Scheibe; 46 Staubfädenauf der dem Blüthenboden aufsitzcnden Krone;Fruchtknoten 2«-fächerig, Fächer einsamig. Vonden verschiedenen Gattungen ist nur llsx (Stech-palme) von Bedeutung.

flqulls (lat.), 1) Adler, Gatt, der Unterfam. Adler,welche zu der Ranbvogelfam. der Falken gehört. DieGatt.X. Lrr'W. ist charakterisirt durch den langen, anderWnrzcl geraden Schnabel ohneZahnansbuchlnngu. die bis zur Zehenwurzel befiederten Füße. Vgl.Adler. 2) (Röm.Aut.) Silbernes, etwa seit Hadrianauch goldenes Bild eines Adlers mit ansgebreitetenFlügeln, auf der Stange der Feldzeichen oft mitallerlei Schmuck befestigt; war seit Marius Feld-zeichen eurer römischen Legion, welches vom Aqui-lifer früher vor dem ersten Manipel der Triaricr,seit Marius in der vordersten Linie getragen wurde.Im Lager stand er neben dem Feldherrnzslte untereiner leichten Bedachung. Er galt an Heiligkeit(er hieß Gottheit der Legion) so viel wie jetzt dieFahne, n. sein Verlust in der Schlacht war schimpf-lich. Vgl. Adler (symb.). 3) (Astron.) Das Stern-bild Adler. 4) (Alchem.) Der Stein der Weisen.

Aquila, Hanptst. im gleichnamigen, 6500(118 ßlW) u. 332,784 Ew. umfassenden Distr.der italienischen Provinz Abruzzi e Mclise (früherProvinz Abruzzo ulter. II.), in einem schönen Thal,am Aterno, überragt vom Grau Sasso d'Jtalia,mit luftigen Straßen und ansehnlichen Palästen;Bischofssitz, Appellhof, Präfectur, Civil- undCorrctionstribunal, Handelskammer, landwirth-schaftliches Provinzialinstitut, technische Schule,Provinzialbibliothek, ansehnliches Stadthaus mitSammlung römischer Inschriften u. Porträts be-rühmter Landsleute, Bildergalerien in den PalästenTorres u. Dragonetti, eine 1543 erbaute Citadelle.Unter den zahlreichen Kirchen zeichnet sich dieKirche S. Bernardino di Siena mit kunstreicher