788
Aqimtvriciluhr —
der Erdachse senkrecht steht. Er ist von den Erd-polcn überall um 90' entfernt, und seine Ebenetheilt die Erdkugel in zwei gleiche Halbkugeln,eine nördliche und eine südliche. Die durch dieErdpole gehenden größten Kreise der Erde heißenMeridiane, ihr aus dein Ä. gemessener Abstandvon einem angenommenen ersten Meridian «vonFerro, Paris, Greenwich) heißt östliche oder west-liche tätige, n. der ans dem durch einen Ort derErdoberfläche gehenden Meridian gemessene Ab-stand desselben vom Ä. heißt (nördl. od. südl.)Breite. Die gesammte Länge od. der Umfang desÄ-s beträgt (da derselbe in 360 Grade getheiltwird u. ans jeden seiner Grade 15 geogr. Meilenkommen) 5400 M. od. 40,070,368,10g IN (nachBcs-sel rund 40,000,000). Sein Durchmesser ergibt sichdaraus zu 1718, »7 (annähernd also 1719) geogr.Meilen. Hiervon kommen 900 M. ans den At-lantischen Ocean, von der Amazonasmündnngüber die Insel St. Thomas hinaus; 525 M. aufAfrika, fast genau durch dessen Mitte, über dessengroßes Südplatean; 825 M. ans den IndischenOcean; 240 M. ans die Inseln Sumatra, Borneo,Celebes; 2460 Dl. ans den Großen Ocean bishinter die Galapagos-Jnseln; endlich 450 M. aufAmerika, durch das hohe Quito bis zur Ama-zonas-Mündung; so daß kaum seiner Länge demLande, mehr als -4 dem Meere angehören. Vonjedem Punkte des Erd-Ä-s ans gesehen erscheinendie Bahnen der Fixsterne (die Parallclkreise derHimmelskugel) auf dem Horizont senkrecht stehend;die äquatorialen Sterne gehen durch den Zeuith;die Himmelspole erscheinen am Horizont ruhend.Alle Sterne, auch die Sonne, sind daselbst 12 Stun-den über dem Horizont, also sichtbar, 12 Stundenunter demselben und unsichtbar; daher sind hierimmer Tag und Stacht gleich. Die Sonne stehtjährlich zweimal, zur Zeit der Nachtglcichen, um12 Uhr Mittags im Zenith; zwischen diesen Zeit-punkten befindet sie sich das eine Halbjahr hin-durch nördlich, das andere südlich vom Ä., so daßdie Schatten in jenem Halbjahre nach S., in diesemnach dt., zweimal im Jahre aber (Mittags) ge-nau lothrecht unter den Gegenständen erscheinen;daher nennt man die Bewohner der Ä-gegendSchattenlose. Weil am Ä. Tag u, Nacht gleichsind, nannten die Griechen den Ä. isömsrinös(v. kso8, gleich, Iwmsrir, der Tag, also äquinoctial)Ic^Icloa (Kreis), was die Römer in aLguinootiktlis(v. aogun8 gleich, nox die Nacht) vironlrw über-setzten. Die Schiffer nennen den Erd-Ä. dieLinie. Thermischer oder Wärme-Ä. wirddie (nicht mit dem geographischen Ä. znsammcn-sallende) Linie größter mittlerer Jahreswärme(21—22" u.) genannt. Magnetischer Ä., so v. w.Akline (s. d.). In der Physiologie heißt Ä.des Auges der größte Umfang des Auges, dessenAchse die Angenachse ist; eine durch denselbengelegte Ebene die Ä-ial-Ebcne; Ä. eines Muskels,die Umfangslinic, welche die Längsachse desselbenin zwei gleiche Hälften theilt.
Äqnatorcaluhr.eine schief gestellte Sonnenuhr,deren Neigungswinkel gleich der Äquatorhöhe desOrtes der Uhr ist; s. n. Sonnenuhr.
Äqnatorhöhe, die Winkelhöhe über dem Hori-
- Äcsilntormlzouc.
zont, in welcher der Äquator den Meridian dnrch-schneidet. Die Ä. eines jeden Ortes ist — 90"NÜ 1 M 8 der Polhöhe desselben n. gleich dem Ab-stande des Poles vom Scheitelpunkte (Zenith).Ans her Declinarion eines Gestirnes kann man stetsdie Ä. finden.
Aqnatorialtnstruurcnt, astronom. Instru-ment, welches dazu dient, die gerade Aufsteigung u.die Abweichung der Gestirne zu messen. (Vgl. Fig. 2auf Tafel II. zur Astronomie nebst Erklärung.)Dasselbe wird gewöhnlich an einem erhöhten Orteder Sternwarte ausgestellt. Es besteht ans eineinFernrohr, welches sich gleichzeitig um eine mit derHimmelsachsc genau parallele u. um eine ans diesersenkrechte Achse drehen läßt. Die Grüße dieserDrehungen wird ans zwei getheilien Kreisen ge-messen, von welchen die Ebene des einen auf derHimmelsachse senkrecht steht, also mit dem Äquatorparallel geht (Stnndenkreis), die des anderen da-gegen der HiminclSackffe parallel ist, also ans derEbene des Äquators senkrecht steht (Dcclinations-kreis). Das Ä. ist, um es vor dem Einfluß derWitterung zu schützen, gewöhnlich mit einem halb-kngelförmigen Dache überdeckt, welches eine durchKlappen verschließbare Öffnung hat n. ans Rollenruht, so daß man es mittels einer Kurbel drehenu. die Öffnung nach derjenigen Seite des Himmelshin bringen kann, welche man beobachten will. Dieam Ä. gemachten Messungen sind übrigens nichtannähernd so genau, wie die im Meridian amPassageinstrustrument n. Meridiankreise gemachten.Es dient vorzugsweise zu den sogenannten Diffe-renzial-Ortsbestimmungen am Himmel. Das Ä. istnach dem MittagSfcrnrohr n. Meridiankreise daswichtigste n. brauchbarste Instrument der neuerenastronom. Beobachtnngsknnst, da man mittels des-selben, sobald es nur einen hinreichend großen u.lichtstarken Resractor trägt, die Gestirne zu jederZeit sofort anffinden n. bequem beobachten kann,weshalb man an jedem großen Ä. ein Uhrwerkanbringt, welches das Fernrohr von selbst der täg-lichen Bewegung der Gestirne folgen läßt u. dieselbenso gleichsam selbstthätig fixirt. Da das Ä. auch zumAusstichen von Planeten, Kometen, Doppclstcrnenu. Nebelflecken dient, so hat man die größten Fern-rohre (Refraktoren), mit Stunden- n. Declinatious-kreisen versehen, nach diesem Princip ausgestellt.
Äqnatorialkalmen, s. u. Winde.
Äquatoriale Lage nennt Faraday die Lageeines diamagnetischen Stabes zwischen zwei un-gleichnamigen Magnetpolen, senkrecht zu de, eil Ver-bindungslinie; die dazu rechtwinkelige, mit derVerbindungslinie znsammenhaltende Lage einesparamagnetischen Stabes heißt axiale Lage.
Äquatorialströmung, s. u. Meer; Äquato-rialer Gegenstrom, s. n. Stiller Ocean.
Äquatorialzone die zwischen den Wendekrei-sen auf beiden Seiten des Äquators gelegene heißeZone, wo Tag u. Nacht das ganze Jahr hindurchfast gleich sind, dieSonne bei ihrem höchstenMittags.stände das Zenith passsrt n. die niedrigste Mittags-höhe mindestens 44° beträgt; in der Pflanzengev-graphie der Gürtel zu beiden Seiten des Äquatorsbis zu 15° il. u. südl. Br., mit einer mittleren