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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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das combinirte Süß-u. Seewasser-A. hervor.Dasselbe ist in großartigem Maßstabe angelegt, einförmliches Banwerk, im Innern ansgckleidet mitTuffstein, Schlacken, unregelmäßigen Felsblöcken,die mehr oder weniger hohe Wölbungen, Grotten,Abhänge bilden; dazwischen Gänge und Treppen,mehr oder weniger geräumig, zur Benutzung derBeschauer. Diese Aquarien, welche in ihren Grot-ten einen großen Theil der Flora n. Fauna desMeeres n. des Süßwassers dem Beschauer bieten,befinden sich gewöhnlich in Souterrains, theils umdie Temperatur der Wassermassen gleichmäßigerzu erhalten und so die Sterblichkeit der oft kost-baren Insassen zu vermindern, theils auch umdas Licht von oben einznlassen, wobei der Be-schauer, im Dunkeln stehend, die Thiere nicht er-schreckt u. ihren Anblick ruhig genießen kann. Beisolchen Aquarien wird stets ein Luftstrom in dasWasser eingepreßt, dessen aufsteigende Blasen eurenzierlichen Anblick gewähren und dem Wasserden Lnftgehalt geben, dessen die Wasserthierezum Athemholen bedürfen. Ist es ja auch nurMangel an Luftgehalt des Wassers, welcher Gold-fische mitunter veranlaßt, an die Oberfläche ihrerBehälter zu kommen n. dort schmatzend zu athnren.Dein Namen u. ursprünglichen Charakter des A.sremd ist die Beigabe ausländischer Vögel undanderer Thiere, wie sie z. B. das Berliner A.bietet, dem Beschauer freilich immer eine will-kommene Zugabe. Dergleichen Anstalten sollteman eigentlich Vivarien, d. i. Schaustellungenlebender Wesen, nennen. Solche architektonischeAquarien findet man heute in vielen großenStädten. Das größte der Anlage nach ist dasim August 1872 in Brighton (England) eröffnetc,wogegen das 1869 unter Brehm eröfsnete, bereitserwähnte Berliner das bedeutendste u. schönste ist.Letzteres bedeckt einen Flächenraum von 1330 Ufin,enthält 110 Räume zur Aufnahme vonThieren, derenZahl sich über 20,000 beläuft u. worunter sich dieseltensten u. schönsten Exemplare befinden. AndereAquarien von Bedeutung finden sich in Paris, Lon-don, Venedig, Neapel, Hamburg, Hannover, Köln,Brüssel rc. Ein großes Verdienst um die künstlerischeAnlage u. Ausstattung solcher Aquarien hat sich derleider zu früh verstorbene, hoch begabte Architekt Lueraus Hannover erworben, welchem man drei derschönsten Anlagen dieser Art, die zu Hannover,Berlin und Köln, verdankt. Verwandt mit denAquarien sind die Terrarien, Glaskasten zur Cnl-tur feiner Gewächse, eigentlich kleine Gewächs-häuser. Vgl. Roßmäßler, das Süßwasser-A., 2.Ausl., herausg. v. Brehm, Lpz. 1869; Regel undEndcr, Der Zimmergarten, Zürich 1868; Jäger,Zimmer- u. Hansgärtnerei, Stnttg. 1870; Gosse,Üanckbooic to tirs Narius-L.., Land. 1855.

üquainus, 1) (L.<Mtor, röm. Ant.), Wasserträ-ger, Wasserverkäuser auf den Straßen, auch Nöh-renmeister bei den Wasserleitungen. 8) (Astr.)So v. w. Wassermann.

Aqnatilien (v. Lat.), Wasserthiere.

Aquatinta (ital.), die getuschte Manier beimKnpferstechen (s. d.).

Aqnation (v. Lat.), Ausgleichung, Gleichung.Daher Äquationstafel, astronomische Tafelüber den Durchgang der Sonne durch den Mtt-

Äquator.

tagskreis; Äquationsuhr, astronomische Uhrmit doppelten Zeigern n. doppeltem Zifferblattzur Bestimmung der wahren n. mittleren Son-nenzeit; s. Zcitgleichnng.

kqua lokäns (.-keguotta äslia ü'oün, ll. ckiNapoli, .1, äi UsruAia), berüchtigter, langsam, abersicher wirkender Gisttrank von ungewisser Zu-sammensetzung, zu Ende des 17. Jahrh. von einerSicilianerin Namens Tofana in Palermo erfun-den n. unter der trügerischen Bezeichnung Mannades St. Nikolaus v.Bari verkauft. Es sollen dadurcheine große Menge von Personen ans dem Wegegeräumt worden sein. Die Erfinderin verfiel,nachdem sie noch ans der Folter ihre schrecklicheWirksamkeit eingestanden, zu Ans. des 18. Jahrh.in Neapel dem Tode Lurch Erdrosselung. NachAnderen soll sie erst 1720 im Kerker gest-ebensein. Nach Garelli, Leibarzt Kaiser Karls VI.,dem die Criminalacten über den Proceß der To-fana zu Gebote standen, soll die L.. 1. eine Arse-nikanflösung, unter Znsatzvon Horba eznnbalarias,gewesen sein.

Äquator (lat., v. asgnaro, gleich machen; erstim Mittelalter gebraucht), Gleicher, ist zunächst dieim Mittelpunkte der Erdachse und der mit dieseridentischen Welt- oder Himmelsachse auf diesersenkrechte unbegrenzte Ebene; diese, die A-ebene,schneidet sowol die Erd-, als auch die scheinbareHimmelskngel in größten Kreisen, welche eben-falls als Ä. bezeichnet u. als Erd- n. Himmels-Ä.unterschieden werden. Während also der Ä. alsEbene für Erd- u. Himmelskugel eines u. das-selbe ist, ist der Himmels-Ä. als Kreis der-jenige größte Kreis der scheinbaren Himmelskngel,welcher ans der Weltachse senkrecht steht. Der-selbe ist von den Weltpolen überall gleich weit,um 90°, entfernt n. thcilt die Himmelskngel inzwei gleiche Hälften, eine nördliche u. eine südliche.Die durch die Weltpole gehenden grüßten Kreiseder Himmelskngel heißen Declinationstreise, ihrauf dem Ä. gemessener Abstand vom Frühlings-punkte, von W. nach O. gerechnet, heißt Rectascen-sion oder gerade Aufsteigung, der auf dem Decli-nationskreise eines Sternes gemessene Abstanddesselben vom Ä. heißt (nördliche oder südliche)Deklination oder Abweichung. Wie jeden größtenKreis des Himmels, theilt der Ä. die Ekliptik, d. i.die scheinbare jährliche Sonnenbahn am Himmels-gewölbe, in zwei gleiche Theile, u. zwar schneideter dieselbe in zwei Punkten, dem Frühlingspnnkte(Zeichen des Widders, "V) im Sternbilde der Fischeu. dem Herbstpunkte (Zeichen der Wage, imSternbilde der Jungfrau, welche Punkte die Äqui-noctialpunkte (Nachtgleichenpnnkte) genannt werden.Er geht ans den Sternbildc der Fische von W.nach O. durch den Walfisch, den Eridanns, denOrion (u. zwar am Gürtel oder Jakobsstab), dasEinhorn, den Kopf der Wasserschlange, das Süd-ende des Löwen, die Jungfrau, den Schlangen-träger, den Antonius und den Kopf des Wasser-mannes wieder zu den Fischen. Für jeden Ortauf der Erde liegt die eine Halste des Ä-s über,die andere unter dem Horizont. Der größte Kreisder Erde, in welchem diese von der Ebene des Ä.geschnitten wird, heißt der Erd-Ä. Derselbe istalso derjenige größte Kreis der Erde, welcher auf