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Aquarellzcichnung — Aquarium.
Zur Verdünnung der Farben benutzt man leichtesGummi, oder (n. zwar öfter) reines Wasser. AlsGegenstand der A. kann Alles bezeichnet werden,was die Ölmalerei zur Darstellung bringt; docheignen sich große Flächen dafür weniger, alskleinere, weshalb denn auch Historienmaler sich derA. seltener zu bedienen Pflegen. Die Hcimath derA. ist England, n. dort wird sie, nachdem sie zuAnfang dieses Jahrh. zuerst in selbständiger Weisebetrieben worden war, auch jetzt noch mit beson-derer Vorliebe gepflegt. Zuerst illuminirte mansorgfältig ausgeführtc nntertuichte Zeichnungen;bald aber vervollkommncte namentlich Turner dieTechnik durch neu erfundene Hilfsmittel. Insbeson-dere wurde den Farben, um sie körperlicher undkräftiger zu machen, ein dancrbares Weiß bcige-mischt, n. wurden auch die Fortschritte der Chemieausgenntzt. In London bestehen zwei Loeiotiesob I'ainters in rvator oolours, welche regelmäßigeJahresausstcllnngen veranstalten n. gute Geschäftemachen, obwol die Arbeiten wenig eigentlichenKnnstwcrth besitzen. Besonders bekannte englischeAquarellmaler sind Pront, Lewis, Hunt, Brunwhite,Tvplane, Landsecr, die Brüder Warren, Con-stable, Lee, Cattcrmolc, Stanfield, Calcott n. A.In Frankreich suchte man einem flüchtigen Ge»danken einen, cffectvollen Ansdrnck zu geben, undJsabey der Ältere, Hubert, I. Onvric, Fort, Gne,Delacroix, Redonte, Olivier, Grand u. A. zählenzn den gcrühmtcstcn Aquarellisten. Von dendeutschen Künstlern haben namentlich Alt in Wien,Neurcuther in München, Schemen in Düsseldorf,Werner n. Hildcbrandt in Berlin die A. mit be-stem Erfolge gepflegt. In der letzten Zeit wirdein neues Bindemittel für Aquarellfarben em-pfohlen, das aus einer Lösung von 3 Th. Schel-lack mit 1 Th. Ammoniak und 6—8 Th. Wasserbesteht, die damit gemalten Bilder gegen Wasserunempfindlich macht und die Wirkung des Ko-lorits steigert. Eine Art der A. ist die Gouache.
Aquarellzeichmmss heißt die Malerei mitdurchsichtigen bunten Wasserfarben, wenn dabeiStist oder Pinsel zur Anwendung kommt. DieA. war im 16. Jahrh. derart beliebt, daß manin Antwerpen allein über 150 Maler dieser Artzählte.
Aquarium, seiner eigentlichen Bedeutung nachWasserbehälter. , Jetzt versteht man darunter all-gemein nur einen Wasserbehälter, in dem Thiere u.Pflanzen cultivirt werden. Bereits seit 150 Jahrenwird bei uns der Goldfisch in kleinen Aquarien ge-halten. Seit 20 Jahren werden diese Behälter abernoch, wie man sagt, ans erste Anregung einer Eng-länderin, Mrs. Tine, durch Wasserthiere n. Wasser-pflanzen verschiedenster Art bevölkert; so entstanddas Zimmer - Süßwasseraqnarinm, der-gleichen man jetzt vielfach n. in geschmackvollsterAusstattung kaufen kann. Am empfehlenSwerthe-sten sind solche, deren Wände ans Spiegelscheibenbestehen, welche durch Zinkguß-Vcrbandstückc zu-sainmcngehaltcn werden. Bei größeren läßt sichim Innern ans Kalksteinen, Schlacken, Korallenu. dgl. ein kleiner Berg errichten, dessen Höhlun-gen n. Durchgänge der kleinen Bevölkerung will-kommene Schlupfwinkel darbieten. Als Kitt fürdiesen der Phantasie freien Lauf gestattenden Auf-
bau wähle man Cement, mit Sand vermischt,ein Material, das man leicht bei jedem Maurererhalten kann. Der Boden des A-s ist mit rei-nem Sande u. kleinen Kieseln zu bedecken. Indiesem wachsen Wasserpflanzen leicht, z. B. Hahnen-fuß, Tausendblatt, Vallisnerien, Seggen, Snmps-schirm, Wasserschierling, Schwertlilien, Froschlöffel,Charen n. zahlreiche andere Wassergewächse, wiesie das Bett eines Baches oder Teiches darbieten.Von Thicren setze man in solchen Behälter Gold-fische, aber zn diesen verhältnißmäßig trägen Chi-nesen auch kleine, muntere Bach. n. Flußfischchen-Stichlinge, Gründlinge, Schmerlen; dazu Frösche,Krebse, Salamander, kleine, zn diesem Zweckebesonders feilgebotcne Wasserschildkröten, Teich-schnecken, Wasserkäfer, Libellcnlarven rc. Da hat mandenn reichlich Gelegenheit, Thier- n. Pflanzenlcbenin seinem innersten Wesen n. Treiben zu beobach-ten. So lange die Pflanzen in kräftiger Vegeta-tion begriffen sind, bleibt das Wasser frisch undbraucht nur selten erneuert zn werden; im anderenFalle wird sich bald nach der Lichtseite hin dieInnenseite der Glasscheiben mit grünlichen Ge-bilden (mikroskopisch kleinen Algen) besetzen, undzwar so dicht, daß man kaum mehr in das Innerehineinschanen kann. Für alle Fälle empfiehlt cssich, einen kleinen Springbrunnen mit dem A. inVerbindung zu bringen. Haben die Algen eimnalangesetzt, so müssen sie täglich von den Glasschei-ben abgcwaschen werden, weil sich sonst aus demWasser eine stcinartige Kalkkrnste ans sie niedcr-schlägt. Ist dieser Fall eingctrcten, dann entscrneman' mittels eines Gninmischlanches, den man wieeinen Heber wirken läßt, das Wasser n. putze dieScheiben mit einem Lappen, welchen man mit ver-dünnter Salzsäure befeuchtet hat. So macht dasA. zwar viel Mühe, doch lohnt es dieselbe reich-lich. Was die Thiere betrifft, so darf man selbst-verständlich nicht unterlassen, sie zn füttern. Esbesteht ein eigenthümlicher Wahn, Goldfische be-dürften keiner Nahrung; freilich halten sie ver-hältnißmäßig lange, selbst Monate, ohne Nahrungaus, selten aber länger; füttert man sie aber, dannhalten sie sich nicht nur Jahre lang, sondern siewerden mit der Zeit auch so zahm, daß sie dieNahrung (Oblaten, welche in der Apotheke ge-kauft werden müssen, da die gewöhnlichen oft ar-senikhaltig sind, Würmer, Fleischstückchen u. dgl.)aus der Hand ihres Pflegers entgegcnnehmen.Zuweilen wird man Gelegenheit haben, wahrzu-nehmcn, wie ein Bewohner des A-s einen anderenangreift, wol auch verzehrt, daher halte man argeRäuber, namentlich größere Wasserkäfer fern.Todte Thiere, nicht gefressenes Fleisch entserneman schleunigst, da dergleichen das Verderbendes A-s herbeiführt; todte Krebse z. B. bewirkendies schon, wenn sie auch nur einige Stundenim A. bleiben. Zu einer besonderen Zierdegereicht es dem A., wenn man die über dasWasser hervorragende, napfförmig anszuhöhlendeSpitze des Berges mit Farnkräutern, Moosfarn,Gräsern und ähnlichen Kräutern bepflanzt. ImSchlafzimmer dulde man das A. nicht, da dieAusdünstung des stehenden Wassers Krankheiten,namentlich Wechselfieber, zn erzeugen im Stande ist.
Aus dein kleinen Zimmer-Süßwaffer-A. ging