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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Appenrode -

ifppouäiecw epiplcncae iittegtini eoli, Netzan-hänae des Dickdarmes (s. Darm).

Appenrode, Pfarrdorf im Amte Hohnsteinder Lauddrostci Hildesheim, preuß. Prov. Hanno-ver: 470 Ew.; in der Nähe die Kelle, eine sehens-wertste, 90 in lange Alabastergrotte.

Appenweier , Pfarrdorf im badischen Kreiseu. Bez.-Antte Offenburg, an der Bad. Staatsbahnmit Abzweigung nach Kehl rc.; Weinbau, Schaum-weinfabrik; 1500 Ew.

Appenzell, 1) der 13. Kant, der SchweizerEidgenossenschaft, rings vom Kanton St. Galleneingcschlossen; ist seit dem Jahre 1597 in zweisouveräne Kantons-Hälften geschieden: das protestan-tische Appenzell Außer-Rhodcn im NO. u. W.,259 Hjkm (4,7 HjM), n. das katholische AppenzellInner-Rhoden im S., 159 s^chin (2,§ s^M)groß. Letzteres ist also, nächst Basel-Stadt, derkleinste Kanton der Schweiz. Gesammt-Einwoh-nerzahl (1870) 00,635, sämmtlich deutscher Zunge.Im nördlichen Thcil ist das Land stark gchügclt,von vielen Bachschluchten (Tobeln) durchzogen,im Gäbris 1253 m n. in der Hochalp bis 1530 msteigend; im S. u. SW., ans der Grenze vonA. Inner-Rhoden und St. Gallen ist der Sentismit 2504 m der höchste Punkt, und hier erreichtdas Gebirg bei der Wageulucke die Schnee-grenze. Der Alpsteiu (Scutis-Grnppe) tritt unterallen Schweizer-Gebirgen am weitesten, gleich-sam als Gcbirgsinsel, nördlich hervor. SonstigeErhebungen: der Altmann 2435 in, der Hund-stein 2204 m, der Hohe Kasten 1799 m, derKamor 1752 m n. die Ebcnalp 1040 m.Geo-gnostisch gehört das Gelände von Anßer-Rhodcnden oberen Tcrtiärformationcn und der buntenNagelfluh, das Gebirg der ganzen SentiSgruppe(Inner-Rhoden) den Flysch- und Kreide-Ge-bilden an, welche ans fünf dicht hinter einanderliegenden, nach oben in ihren Gewölben gleichsamzersprengten Wellen bestehen, deren Schichtensenkrecht neben einander anfragcn. Gewässer.Außer der Sitter, die am Fuße des Sentis in dreiBächen entspringt n. für eine Strecke Grenzflußzwischen beiden Landeshälften ist, u. ihrem Neben-fluß, der llrnäsch, sowie drei kleinen Seen : dem Sce-alp-, Sentis- n. Fählcnsee, birgt der Kanton keinencnncnswerthcn Gewässer. Die Bevölkerung stichtnicht nur von den übrigen der OSchwciz ab, sondernunterscheidet sich wieder nach den beiden Kantons-Hälften kennbar: Die 48,726 Köpfe zählendenAußcr-Rhodener beschäftigen sich vorherrschend mitBaumwollcu-Jndnstrie, für eigene Rechnung, oderim Aufträge webend, sind dabei sehr reinlich,thätig, haushälterisch, spcculativ, geistig höchst be-fähigt, gut geschult n. lebendigen sangcslustigcnTemperaments, in eigenen Angelegenheiten cou-servativ, als Schweizer aber entschieden liberal,frciheitsstolz, ohne in moderne socialistische Theo-rien sich je cinznlassen; die Nationaltracht habensie längst abgelegt. Die kathol. Jnncr-Rhodener,11,909 Köpfe zählend, sind weit weniger unter-richtet, politisch conservativ, ja, bis vor kurzer Zeiteigentlich reaktionär, hängen fest am Herkömm-lichen in Sitte, Landestracht und Staatsauffass-ung, beschäftigen sich in der männlichen Hälftefast nur mit Viehzucht u. Milchwirthschaft, in der!

Appenzell.

weiblichen mit Weißstickerci (die das Schönsteleistet, was verlangt werden kann), haben wenigeigene industrielle Etablissements, sondern arbeitenfür St. Galler u. Außcr-Rhodener Fabrikanten,sind wesentlich ärmer, als ihre Stammes-Nach-barn. Lust an gymnastischen Hirtcnspiclen trittstark hervor. Die Kleidung, namentlich der Weiberu. Mädchen, ist schwcizerisch-volksthümlich, mitMieder, Halsgöller, silbernem Kettenmerk beibuntfarbigen Stoffen, n. auch die Männer mitihrem enganliegenden schwarz-ledernen Senncn-Käppchen u. ihrem Häs (Anzug), bei festlichenAnlässen mit blntrother Weste u. schwefelgelbenkurzen Hosen, unterscheidet man rasch, obgleich imangrenzenden St. Gallischen ähnliche Baucrntrachtauch noch vorkommt. Eigen ist beiden appenzellerLandeshälften ein spccifisch kennbarer, komischklingender, näselnder Dialekt (es appcnzellcrlet)-und eine cigcnthümliche Bauart der übers ganzeLand zerstreuten, fenstcrreichen Holzhäuser (ale-mannisch), was der Landschaft etwas sehr Belebtesgibt. In beiden Laudestheilcn ist die Bcrfassungalt-demokratisch, mit Landcsgemeinde, Kirch-hören u. alterthümlich benannten Staatsämtern,wie Landcssäckclmcister (Fiuanzminister), Landes-hauptmann u. Fähndrich, Zengherr, Standes-läufer (Rathsdiencr) rc. Näheres s. unten. Lan-dessarbe ist schwarz und weiß; Wappenein aufrechtstehender schwarzer Bär im silbernenFelde. Jede Kantonshälfte entsendet ein Mitgliedin den schweizer Ständcrath; in den NationalrathInner-Rhoden einen, Anßer-Rhoden zwei Vertreter.

2 ) Appenzell Inner-Rhoden, den mitt-leren und südlichen Thcil des Gcsammtkautonseinnehmend, südl. au St. Gallen, sonst an Außer-Nhodcn stoßend, während ein Thcil (Oberegg n.Hirschberg) im NO. davon abgetrennt u. ganzvon A. Anßcr-Nhoden u. St. Gallen umgebenist, wird in 6 Bezirke (eigentlich Gemeinden) ein-getheilt. Die Verfassung v. 24. Nov. 1872 ist aufdie Höhe der damals noch gütigen 1848er Bun-des-Verf. gebracht, welche in 48 Artikeln allevom Bunde gewährleisteten Rechte ansspricht,immer jedoch unter Vorbehalt der Theiluahme derrömisch-katholischen Geistlichkeit, welche stets einebedeutende Macht im Ländchen besaß. So z. B.setzt Art. 3 fest: Die christkäthol. Religion genießtals die Religion des Volkes Gewährleistung undSchutz des Staates; die Duldung anderer Glau-bensbekenntnisse u. die Ausübung des Gottes-dienstes rc. ist gestattet. Dieser Art., sowiediejenigen, welche der Geistlichkeit einen Haupt-anthcil am Unterrichtswesen zusichcrn (U 12,28 u. 47) fallen vor der neuen Bundesverfassungvon 1874. Nach der Verfassung ruht die Staats-gewalt wesentlich im Volke u. wird von demselbenan der Landsgemcinde ausgcübt. Bei allen Volks-u. Raths-Abstimmungen entscheidet die absoluteMajorität. Der Staat gewährleistet (n. Art. 5)die Sicherheit des korporativen u. geistlichen Ver-mögens u. dessen stistnngsgcmäße Besorgung u.Verwendung. Zur Führung des Staatshaus-haltes (Art. 9) wird nach Erfordernis) eine Grund-steuer erhoben; Nicht-Kantons-Einw. werden inBezug ans Besteuerung ihres im Kauton liegen-den Besitzes den Einwohnern gleich gehalten. Die