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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Aporti — Apostclfasten,

Aporti, Fcrrante, italienischer Philanthrop,geb. 1792 in San Martina dell' Argine im Man-tuanischen; studirte in Cremona, ward Priester,bildete sich dann in Wien weiter in der Theologieu. in den orientalischen Sprachen aus u. erhieltAnstellung als Professor am Seminar zu Cremona.1833 gründete er nach Robert Owens Einrichtun-gen und System, unter den italienischen Verhält-nissen entsprechenden MoLificationen, das ersteKinderasyl Italiens in seinem Geburtsorte, dembald in anderen Städten unter seiner Leitung der-gleichen folgten. AufAnsuchen des Königs KärlAlbertward A. zu gleichem Zwecke von der österreichi-schen Negierung 1845 nach Turin geschickt undsiedelte nach dem Tage von Custozza, 1848, ganznach Piemont über; vom König zum Erzbischofvon Genua ernannt, aber vom Papste nicht be-stätigt, wurde er dann Senator u. Präsident desUniversitätsrathcs zu Turin, zog sich aber späterzurück u. st. 28. Nov. 1858, Las Verdienst mitsich nehmend, durch Schrift u. That die Reformdes Erziehungswesens u. Elementarunterrichtes inItalien augebahnt zu haben.

Aposiopesis (gr., lat. Retüoentia, das Ver-stummen), bedeutungsvolles Abbrechen des Satzesan der Stelle, wo die Hauptsache kommen soll,z. B. Birg. Änetde I. 139: „Hno8 e§o — —"(Ich will euch —

Apositie (v. Gr.), Mangel an Eßlnst; Nüch-ternheit.

» posso all ss3o (lat., vom Können auf dasSein), von der Möglichkeit auf die Wirklichkeitschließen.

Apostasie (gr.), Abfall von einer Partei odereiner Parleiansicht in politischer, wissenschaftlicheroder religiöser Hinsicht. Apostat, eine Person,die einen derartigen Schritt unternimmt; s. Reli-gionswcchscl.

üpostasieao, den Orchideen nahestehende Pflan-zensamilie, von welchen sie sich durch den drei-fächerigen Fruchtknoten und drei im Mittelwmkelflehende Samcnträger unterscheiden; sie wachsenin feuchten Wäldern des heißen Indien. Gattun-gen: .Ipovtasia Llrtme u. ^snvisäia Lknvw.

Apostasis (v. gr. vtäms, Standort), 1) so v.w.Apostem, Absceß; 2) (Metastase) Versetzung einerKrankheit von einem Theil auf einen anderen;3) Beendigung einer Krankheit durch irgend einekritische Ausleerung; 4) Abstoßung eines Theils,z. B. eines brandigen Knochens.

Apostel (v. gr. apöatoloo, Gesandter) heißeninsbesondere die 12 von Jesu zur ständigen Be-gleitung ausgemählteii Jünger, die derselbe zuVerkündigern des Evangeliums bildete. Die Zahl12 bezog sich wahrscheinlich auf die 12 StämmeIsraels. Ihre Namen sind: Simon Petrus, An-dreas, Jacobus (Sohn des Zebedäus), Johannes,Philippus, Bartholomäus (wol derselbe wie Na-thanael), Thomas, Matthäus (Levi), Jacobus derKleine (Sohn des Alphäus), Judas Lebbäns oderThaddäus (des kleinen Jacobus Bruder), Simonder Kananil oder Eiferer, Judas Jschariot. Siewaren sämintlich Männer aus dem Volke, meistGaliläer, zum Theil mit Jesu verwandt oder be-freundet, einige vorher schon Schüler des TäufersJohannes, einer oder der andere verheiralhet.

Eine Rangordnung fand unter ihnen nicht statt.Indessen bildeten Petrus u. Johannes mit Ja-cobus dem Älteren einen engeren Kreis um denMeister. Die A. begleiteten ihn auf seinen Reisen,wohnten seinen Vorträgen u. den Unterredungenmit den Schriftgelehrtcn bei und standen längereZeit in seiner Lehre, bis er sie erstmals zur Ver-kündigung des Evangeliums je 2 n. 2 aussandte.Aber in nationalen Vornrtheilen befangen n. aufein irdisches Messiasreich hoffend, worin sie fürsich hohe Stellungen erwarteten, konnten sie selber nurschwer die Idee Jesu von dem Reiche Gottes fassen.Bei ihres Herrn Gefangennehmnng u. Tode zer-streuten sie sich, fanden sich aber nach seiner Auf-erstehung wieder mit ihm zusammen u. begabensich auf seine Weisung nach Jerusalem, wo ihnender verheißene Heilige Geist am Psingstfcste ertheiltwurde. Darauf gründeten sie eine Muttergemeindein Jerusalem n. breiteten bald auch das Evan-gelium nach Samaria und Syrien, besonders inAntiochia aus. An Stelle des Judas Jschariot,der seinen Verrath an Jesu durch Selbstmordbüßte, hatten die A. den Matthias in ihre Mitteausgenommen; dazu kam bald Paulus als Heiden-Ä. Die besonderen Schicksale der A. s. u. deneinzelnen Namen. In der Katholischen Kirchegelten die. A. für Heilige und haben oder hattenfrüher ihre Feste (A-tage); Liese wurden auch inder Lutherischen Kirche noch längere Zeit, in derEvangelischen Kirche Württembergs bis heute ge-feiert u. bestehen auch noch in der Anglikanischen.üirchc. Ein gemeinsames Fest für alle A. kamnie dauernd zu Stande; der Tag schwankte zwi-schen 1. Mai, 39. Juni, 15. Juli, 39. Novbr.Vgl. Cave, -Intignit. Lpost., Lond. 1677 (deutsch,Lpz. 1724); Wilhelms, Christi A., Heidelb. 1825.Mit dem Namen A. wurden auch verschiedeneVerkündiger des Christenthnms im Mittelaller be-zeichnet, so St. Rupert, Apostel der Bayern; St.Amandus, A. der Belgier; Bonifacius, A. derDeutschen: St. Patrik, A. Irlands; St. Anschar,A. des Nordens; St. Adalbert u. Bruno, A. derPreußen; St. Cyrillus u. St. Methodius, A. derSlaven; Eliot, A. der Indianer rc. Auch Chlo-tilde, Gemahlin des fränkischen Königs Chlodwig I.,welche diesen zur Annahme des Christenthnms ver-mochte, erhielt daher den Namen Lpovtola l?ran-oornm. A. der Secten des Mittelalters, welchedie alten A. nachahmten; A. der Jrvingianer,Mormonen rc. (s. d.).

Apostel (Nechtsw.), f. Apostoli 2).

Apoitelbrüder, so v. w. Apostelorden.

Apostel-Concil, Apostelconvent, die in 2nicht ganz übereinstimmenden Berichten (Apostelge-schichte Cap. 15 u. Galaterbrief Cap. 2) überlieferte,von den Aposteln im Jahre 53 zu Jerusalem ge-haltene Versammlung, auf der das Vcrhältnißdes Christenthnms zum Mosaischen Gesetze aus Ver-anlassung des darüber zwischen den Juden- undHeidenchristen entstandenen Streites durch einCompromiß geregelt, Paulus u. seine Heidenmissiondurch die älteren Apostel anerkannt wurde. DieKatholische Kirche führt auf dasselbe den Beginnihrer ökumenischen Concilien zurück.

Apostelfastcn, Fastenzeit der Abessinischen u.Griechischen Kirche, von Pfingsten an so lange

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