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Apostelgeschichte — Apostoli
dauernd, als Tage zwischen Ostern u. dem 2.Mai liegen; zur Erinnerung an die Borbereitungder Apostel auf die Erthcilung des Heiligen Geistes.
Apostelgeschichte (lat. .Vota ^postoloruiu),ein Theil des Neuen Test., Fortsetzung des Evan-geliums von Lncas; enthält im ersten Theil kurzeNachrichten von der ersten selbständigen Thätig-keit der Apostel, besonders des Petrus in Palästinan. Syrien, im 2. die Geschichte der Wirksamkeitdes Paulus bis zu seiner Gefangenschaft in Atom.Die Abschnitte, in welchen mit Wir erzählt wird(Cap. 16, 20, 21, 27, 28.), gelten für die ältereQuelle der späteren Zusammenfassung, welche LenZweck haben soll, zwischen dem auf Petrus fußendenJndenchristemhuin n. dein Panlinifchcn Christenthumzu vermitteln. Tie Ä. wurde von den Marcioniren,Manichäern, Ebionucn aus dogmatischen Grün-den verworfen. Vgl. Schncckcnburger, Über denZweck der A., 1841; Schwanbcck, Über die Quellender A., 1849; Banmgartcn, Halle 1852 f., 2 Thle.;E. Zeller, D. A. nach ihrem Ursprung u. Inhalt,Stnttg. 1854; de Weites Commentar, 4. A., vonOverbeck, Lpz. 1870. Über die ApokryphischeA. s. n. Apokryphen.
Npostclorden (Apostclbrüder, Apostolikcr),eine christliche Secte des 13. n. 14. Jahrh., um1260 von Gerhard Segarelli in Parma ge-stiftet, der, für die Einfachheit der Apostol. Kirchebegeistert, gegen die Verweltlichung der Papst-kirche eiferte. Die Mitglieder der Secte, zu derauch Frauen gehörten, durchzogen predigend, be-tend, singend, bettelnd Italien, die Schweiz, Frank-reich bis Spanien. Papst Honorius IV. verbot1286 den Orden, u. Segarelli erlitt in Parmaden Feuertod. Jetzt trat der Mailänder Dolcinoan die Spitze der Brüderschaft u. entflammte siedurch apokalyptische Weissagungen zu solchem Fa-natismus, Laß der Papst gegen sie einen Äreuz-zug predigen ließ. Dolcino erschien von Dalma-tien aus mit einer bewaffneten Schaar in Italien,verschanzte sich 1307 ans dem Berge Zebello beiBercelli, wurde aber von einem Kreuzheere besiegtu. mit einer großen Anzahl seiner Anhänger ver-brannt. Seit der Verdammung durch die Synodezu Narbonne 1374 verschwand der A. Vgl.Schlosser, Abälard und Dulcin, Gotha 1807;Baggiolini, Dolomo s 1 kataroni, Novara 1838;Krone, Fra Dolcino u. die Patareuer, Lpz. 1844.
Aposteltage, s. u. Apostel.
Apoftcltheilung (Dostum äivisiouis -1p o-stoiorum), Fest der Katholischen Kirche am 15.Juli, gefeiert zur Erinnerung daran, Laß sich dieApostel nach der Himmelfahrt Christi in die Län-der der Erde getheilt haben sollen, uni das Evan-gelium zu predigen; nach späterer Auslegung zumGedächtuiß der Trennung der früher zu Romverwahrten Gebeine der Apostel Petrus u. Paulus.
Apostel» (Vpostsma, gr.,) 1) so v. w. Abs-ceß; 3) jede Ansammlung von Flüssigkeit, durchwelche eine Geschwulst am lebenden Körper sichbildet. Apostematös, anfAbsceß überhauptBe-zug habend, eiternd.
kl posteriori (lat.), ist dem Wortlaute nach das,was aus logisch Späterem, dem logischen Poste-rius erkannt ist, a priori dagegen Las aus demlogisch Früheren, dem logischen Prius, Erkannte.
Die Ausdrücke weisen ans Aristoteles zurück. Dieserunterscheidet logisch, d. h. für das Erkennen, einFrüher und Später in subjektiver und objektiverBeziehung. Objectiv, d. h. der Natur der Sachenach, ist die Ursache das Frühere, die WirkungLas Spätere. Daher ist Las Allgemeine, da esdie das Einzelne constituirenden Gesetze enthält,objectiv früher, als das Einzelne. Aber das Ein-zelne ist uns in den Erscheinungen zuerst gegeben;das Allgemeine, der Grund der Erscheinungenwird daraus erschlossen. Daher ist das Einzelnesubjektiv (für die Auffassung) früher, als das All-gemeine. Dieser Aristotelischen Anschauung ge-mäß nannte man seit dem 14. Jahrh. einen Be-weis a priori die Herleituug der Wirkungen aus denUrsachen, während die Herleitung der Ursachen ausden Wirkungen ein Beweis a posteriori hieß. DieGegenüberstellung findet sich zuerst in dem logischenCoiupendium des Scholastikers Albert von Sach-sen. (Vgl. Prantl, Geschichte der Logik im Abcnd-lande, IV. S. 78). Im 13. Jahrh. erhielten dieAusdrücke allmählich eine andere Bedeutung, dieaber ebenfalls aus der Aristotelischen Ansicht stammt.Chr. Wolfs nannte Erkenntniß a posteriori dieErkenutniß aus den Sinueserscheinnngcn, weildiese die Wirkungen der Dinge ans unsere Sinnesind; Erkenntniß a priori ist dagegen die ansbereits bekannten allgemeinen Wahrheiten dcmon-strirte Erkenntniß. Lambert stellte nun (OrganonZ 639) mit Bezug auf die durch Locke n. Hnmeangeregten erkcuutniß-thcoretischeu Fragen zuerstdie Ansicht auf, a posteriori im absoluten Sinnemüsse das genannt werden, was überhaupt ansder Erfahrung gefunden werde; u priori wäredaun eine Erkenntniß, welche ganz unabhängigvon der Erfahrung sei. Lambert bezweifelt, obes hiernach eine apriorische Erkenntniß gebe. Kantnahm diesen Gedanken auf u. behauptet, daß allesapodiktische Wissen apriorisch sei, d. h. aus derVernunft selbst stamme, da sich aus der Erfahrungkeine streng allgemeinen und uolhwcndigeu Sätzegewinnen lassen; jede empirische Erkenntniß istdemnach a. posteriori. Rein apriorisch ist das-jenige Wissen, dem nichts Empirisches bcigemischtist, z. B. die reine Mathematik im Gegensätze zurangewandten, worin die apriorischen Sätze ansempirische Thatsachen Anwendung finden. Weiteress. u. Kant unter Deutsche Philosophie.
Aposthie (v. gr. pästbö, Vorhaut), Mangel derVorhaut.
Apostill (ital. der apostipsiio, die upostilla n.postilia, sranz. die apostiiis, aus lat. post iliassc. vsrbs, auctoris), d. i. nach jenen snäml.Wortendes Verfassers)), rechtlich beglaubigte Nach-schrift an einem Dokument (bes. einer Supplik);auch das auf eine Supplik erfolgte, an den Randgesetzte Rescript und daher auch so v. w. Rand-bemerkung.
Apostolat, früher das Amt, die Würde derBischöfe als Nachfolger der Apostel; später aus-schließlich der Päpste. Diese bezeichnen ihre Nc-gierungsjahre oft mit diesem Ausdruck, z. B.Vpostolatus uostri anno primo. socuuüo ctc.
Apostoli (v.Gr.), 1) die Apostel. 2) (Rcchtsw.)Die Bescheinigungen des Unterrichters od. Notarsan den Appellanten über die vom letzteren einge-