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Apologus — Aporie.
Kirche. Nachdem die Protestanten auf dem Reichs-tage zn Augsburg ihr Glaubeusbekeuutuiß über-geben hatten, ließ Kaiser Karl V. durch katholischeTheologen eine Widerlegungsschrift (Lonlntatio)verfertigen, mit deren Verlesung (3. Aug. 1530) erdie ganze Sache als abgethan betrachtet wissen wollte.Die erbetene Abschrift wurde den Evangelischenverweigert; Melanchthon aber verfaßte nach dem,was ihm von der Confutation im Gedächtniß ge-blieben war u. was sich Camerarius u. A. wäh-rend des Verlesens ausgezeichnet hatten, eine Bcr-thcidignng der Angsbnrgischcn Confession. DerKurfürst von Sachsen ließ sie dem Kaiser am 22.Septbr. 1530 unter Verwahrung gegen die Be-hauptung des eben verlesenen Reichstagsabschiedes,daß das Bekenntniß der Evangelischen durch dieConfutarion widerlegt sei, überreichen; der Kaiser,schon im Begriffe, dieselbe anznnehmcn, wurdedurch einen Wink seines Bruders veranlaßt, sicznrückznweisen. Später verschaffte sich Mclanch-thon ein Exemplar der Confutation, überarbeitete-eine Vertheidignngsschrift und gab sic im April1531 heraus. Die lateinische Fassung Melanch-thons wurde von Justus Jonas noch 1531 insDeutsche übersetzt; an den späteren Ausgaben hatMelanchthon selbst mehrfach gebessert. Ranke nr-theilt von der A., daß sie der Hauptsache nachder Confession gleichartig, die Art u. Weise derAbfassung aber in einem sich von dem Katholi-cismns wieder mehr entfernenden Sinne ausge-fallen sei. Vgl. Plitt, Die A., geschichtlich erklärt,Erlangen 1873.
Apolögrrs (v. Gr.), Erzählung, äsopische Fa-bel, allegorische Darstellung, -Märchen.
Apolpsis (gr., Entlassung), so v. w. Nissn, Messe.
Apolytrösts (gr.), Loskanfung; in der christ-lichen Dogmatik die Erlösung des Menschen Lurchden Tod Jesu, indem dieser als Lösegeld be-trachtet wird.
Apomorphin (Chem.) 6„II„ist0.2, Alkaloid;entsteht aus dem Morphin durch Erhitzen mitSalzsäure in zugeschmolzeucn Röhren und bildeteine weiße, an'der Luft rasch grün werdendeSubstanz.
Aponeurösen (Anat.), Scyncnhäute, feste,aus dicht verfilzten Bindegewebsfasern init wenigelastischem Gewebe bestehende häutige oder mehrstrangförmige Gebilde, welche gewisse Theile be-decken, oder Muskeln mit den Knochen in Ver-bindung setzen. Sie sind von glänzend bläulich-weißem Aussehen, großer Festigkeit, geringer Dehn-barkeit. Sammelt sich Eiter unter ihnen, odersind die Gebilde innerhalb solcher entzündet, sobewirken sie, der letztgenannten Eigenschaften wegen,große Schmerzhaftigkeit, Retention des Eiters, dersich, wenn nicht künstlich ein Ausweg verschafftwird, meist senkt n. an ganz entfernten Stellendurchbricht. Wir nennen die Hohlhand-A. (Lpo-nsnrosis xalinaris), Fußsohlen-A. (L. plantaris),die A. des zweiköpfigen Muskels rc. Übrigensist die Abgrenzung der A. von den Fascien nichtbestimmt. Als aponeurotische Haube (6alsa apo-nsnrotioa) bezeichnet man die dem Stirn- undHinterhauptsmnskel gemeinschaftliche, das Schädel-dach wie eine Haut bedeckende, glänzende, Licht»uter der Haut gelegene A.
äponogeton 7/urb., Pflanzengatt, ans der Fam.der Fluvialcn (VI. 3). Arten: V. cki8tael>xonH, am Cap; A.. nwuostaelrxon T,., in Ost-indien n. China; die knollige Wurzel dient denEingeborenen znr Nahrung; beides Wasserpflan-zen n. eine Zierde der Aquarien.
Apophlegmatismus (v. gr. ap», von, weg,u. püIvAing,, Schleim), Ausleerung von Schleim.VpopIilsAw.atisanria, Mittel, welche den Schleimaus Nase, Mund, Gaumen n. der ganzen Mund-il. Rachenhöhlc lockern u. ansleercn; die bestendieser Mittel sind die zerstäubten Flüssigkeiten.
Apophthegmn (gr.), kurzer, inhaltsvoller Dcnk-pruch, wie die Sprüche der 7 Weisen Griechen-lands; daher Apophthegmatisch, kurz n. in-haltvoll.
Apophyllit (v. gr. a,po-püMi/,ö. ich blauereab, weil er sich vor dem Löthrohr ansblättert;auch Jchthyophthalm, d. i. Fischangenstein,vom gr. lofltliz's. Fisch, und opütüalniäs, Auge,weil seine weißliche Farbe dein Auge eines ge-kochten Fisches gleicht; oder Albin, v. lat. albus,weiß), ein ans kieselsaurem Kalk, Flnorkaliiim u.Wasser nach LerForrnel IllIÜaLi.Flg-i-LIk -j-zusammengesetztes, tetragonal krystallisircndcs Mi-neral vom spec. Gew. 2,^; findet sich in meistfarblosen und durchsichtigen oder röthlichen Krh-stallen ans Erzgängcn, z. B. Andreasberg imHarz, oder in Blasenränmen plntonischer Gesteine,z. B. bei Aussig, im Fassathal n. auf Island.
Apophhsc, I) (Bot.) Anschwellung der Borstemancher Moose unter der Büchse; vgl. Ansatz.2) (Anat.) Fortsatz an Röhrenknochen, welcherwährend der Entwickelung einen eigenen Knochen-kcrn hat.
Apoplanests (gr., Abführung vom rechtenWege, Verirrung), 1) rhetorische Figur, bestehendin der Umgehung einer Beschuldigung, mit demZwecke, den Richter in der Bcnrtheilung irre znleiten. 2) (Med.) Verirrung der Säfte, Hingchenvon Hanptströmen derselben nach ungewöhnlichenStellen. 3) Erscheinen der Menstruation an un-gewöhnlichen Orten, z. B. an den Fingerspitzen.
Apoplexie (v. gr. plöxls, Schlag), jeder durchZerreißung eines im Innern des Körpers u. unterunverletzter Haut befindlichen kleineren oder grö-ßeren Blutgefäßes entstandene Bluterguß in dasGewebe; in der Regel versteht man unter A. denblutigen Schlagflnß, d. i. den Austritt von Blutim Äehirn. Apoplektisch, auf Schlagfluß be-züglich; apoplektischer Hab rtus, znr Apoplexiegeneigte Körpcrbildung.
Aporem (v. Gr.) heißt seit Aristoteles derNachweis von Aporien, d. i. von logischenSchwierigkeiten, welche darin bestehen, daß zweiwidersprechende Urtheile in gleichem Grade zu-lässig erscheinen. Durch das A. wird der Zweifelbegründet, welcher eine nothwcndige Vorstufe dervollen Gewißheit ist; denn in dieser müssen sichalle Zweifel lösen. Die Skeptiker, welche einevolle Gewißheit für unerreichbar halten, finden injedem Gegenstände unlösbare Schwierigkeiten;ihre Beweisführung besteht nur i» Ä-n, und sieheißen daher auch Aporetiker.
Aporie (v. Gr.), logische Schwierigkeit; s.d. A. Aporem.