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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
Entstehung
Seite
763
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Sta. Apollonia

Lucullus einen von Kalamis gcferiigten kolossalenApollon nach Rom ins Capitol schaffen. 3) St.in Assyrien, am Sillas, Hanptst. der LandschaftApolloniatis, die sich längs des östl. Tigris-ufers erstreckte; Ruinen bei Chan M'sabbach.

4) St. in Kleinmysien, im Gebiete von Kyzikos;dabei der große See Apolloniatis (jetzt Ulubad),an der Grenze von Bithynien; jetzt Abullonia.

5) Stadt in Pisidicn, östl. von Apamea (früherMordiäon); war berühmt durch seine Quitten;jetzt Olnburln. 6) St. in Palästina in der EbeneSaron, an der Küste des Mittelmeeres; z. Z. derKreuzznge Assur; jetzt ein Dorf Arsuf. 7) (Apol-lonias) Hafenstadt von Kyrene und zur Penta-polis Libyä gehörig; Geburtsort des Geogra-phen Eratosthcnes; hieß später Sozusa; jetztMarza Susa.

Sta. Apollonia, Diakonissin in Alexandria;wurde 249 in der Decianischen Verfolgung ver-brannt, nach Anderen enthauptet; Tag: 9. Febr.Sie wird gegen Zahnschmerzen angerufen, weilihr vor der Hinrichtung die Zähne mit einerglühenden Zange ausgerissen worden seien; daherist nach ihr die gegen Zahnschmerzen angewendctcWurzej von ^.eorntnm I^ooebonniu Apollonia-wurzel genannt.

Apollonias, Hafenstadt v. Kyrene (s. Apol-lonia 7).

Apollonrkon, von Flight n. Robson 1815 er-fundene Drehorgel, welche auch unabhängig vomWalzenwerke auf neben einander angebrachten Kla-viaturen von Mehreren zugleich gespielt werdenkann.

Apollonion, eine von I. H. Völler 1800gebaute Cornbination eines ausrechtstehenden Flü-gels, eines Pfeifenwerkes u. eines flötenspielendcnAutomaten. Das Instrument kann als Piano-forte allein, sowie in Verbindung mit dem Flöten-werke gespielt werden.

Apollonias, I. Feldherr: 1) A., Syrer,Sohn des Mnestheus, Feldherr des AntiochosEpiphanes; überfiel u. plünderte Jerusalem undwurde in dem darauf erfolgenden Aufstande unterMattathias 166 v. Chr. von dessen Sohne JudasMakkabäos geschlagen u. getödtet.

II. Gelehrte, Dichter rc.: 2)A. Pergäos,d. i. ans Perga in Pamphylien; lebte um 200v. Chr.; Schüler des Archimedes n. einer der be-deutendsten Mathematiker des Alterthums, der sichnamentlich um die Kenntniß der Kegelschnitte ver-dient gemacht hat. Er schrieb über dieselben 8Bücher in lat. Übersetzung, das 8. nach Pappnsergänzt, herausg. von Edm. Halley, Oxford 1710;deutsche Ausgabe von Balsam, Berl. 1861. Außerdiesem seinem Hauptwerke sind noch mehrereseiner Schriften, jedoch unvollständig erhalten.3) A. Rhodios, aus Alexandria, nach Anderenaus Naukratis; lebte um 220 v. Chr.; Schülerund später Feind des Kallimachos, der das Ge-dicht Ibis gegen ihn richtete, Grammatik-, undDichter. Er trug in Alexandria sein Epos vor,fiel aber damit durch; lehrte dann eine Zeit langals Rhetor ans Rhodos u. erhielt hier das Bürger-recht (daher Rhodios), war aber zuletzt wiederals Bibliothekar in Alexandria. Von seinen Schrif-ten ist erhallen das Epos ^lAonautioa in 4

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Büchern, als Epos mittelmäßig und von schlechterDisposition; es hat aber im Einzelnen mancheschöne Stellen, nur fast zu viele Gleichnisse; dieSprache ist sehr gelehrt und beruht auf eingehen-den Studien Homers. Es ist herausg. zuerst Flo-renz 1496, neuerlich besonders von Merkel (dabeidis Scholien von Keil), Lpz. 1854, 2 Bde.;übers, von Osiander, Stnttg. 1869. 4) A. ncu-pythagor. Philosoph aus Tyana in Kappadokien(daher Tyanäos oder Tyanensis, auch der Kap-padokier), war fast gleichzeitig mit Christus ge-boren und wurde gegen 100 Jahre alt, so daßer das ganze erste Jahrhundert unserer Zeit-rechnung durchlebt zu haben scheint. Er schriebein Leben des Pythagoras und eine Schrift überdie Opfer (gegen die Opfer gerichtet), wovon wirnoch einige Bruchstücke haben. Durch die strengeBeobachtung der pythagoreischen Lebensordnung,Weissagungen und Wunderknren erwarb er sicheinen Ruf, welcher den des Pythagoras überstrahlteund sich weithin verbreitere, da A. in großenReisen fast alle Thcile des Römischen Reichesdurchzog. Nach seinem Tode wurde sein Bildunter dem Einfluß des Christenthums zu einervöllig mythischen Gestalt ausgemalt. Christus glichdurch seine wunderbare Geburt, sein gehcimniß-volles Wirken, seine Wunderthaten, die Art seinerLehre und seine Auferstehung von den Todten demIdeal, das sich die Ncupythagorecr von einemvollendeten Weisen gebildet hatten. Da diese aberan dem Polytheismus scsthielten und das Christen-thum demselben Len Untergang drohte, suchte manihn dadurch zu schützen, daß man zeigte, er habePropheten hervorgcbracht, die Christus an gött-licher Kraft gleichkämen, oder ihn noch überträfcn.Zu ihnen gehörte A., der nun zu einem wahrenGegenbilde Christi erhoben wurde. Man weihteihm im 2. Jahrh. zahlreiche Tempel, Altäre u.Bildsäulen u. schlug Denkmünzen zu seinen Ehren.Die Kaiserin Julia Domna, Gemahlin des Sep-timius Severus, veranlaßte den Rhetor Philostra-tos II., das Leben des A. ans den mannig-fachen darüber vorliegenden Berichten znsammen-zustcllen. Diese uns erhaltene Schrift aus demAnfänge des 3. Jahrh. ist ein Tendenzroman,welcher von der größten Wirksamkeit war, aberfür die wirkliche Lebensgesch. des A. wenig oder keinesicheren Anhaltspunkte gewährt. Näheres darübers. unter Philostratos II. Wir besitzen unter demNamen des A. noch 85 Briefe, die höchst wahr-scheinlich alle unecht sind. Sie sind zuerst vonAldus in der Oollootüo epistolaruin 6rasoarum,Venedig 1499, herausgegeben, in neuerer Zeitöfter als Anhang zu dem Werke des Philostratos.Vgl. Baur, A. v. T. u. Christus, Tübingen 1832 ;E. Müller, War A. v. T. ein Weiser, oder einBetrüger, oder ein Schwärmer und Fanatiker?Lpz. 1861. 5) A. Dyskölos (d. i. der Finstere,der schwer Umgängliche) oder A. Grammatikos, vonarmen Eltern geb.; lebte um 160 n. Chr. in Alex-andria als Mitglied des Museions u. in Rom; einerder bedeutendsten griech. Grammatiker. Bon seinenSchriften sind erhalten: 4 Bücher von der Wort-fügung, das bedeutendste syntaktische Werk ausdem Alterthnm, herausg. von Sylburg, Franks.1590, u. Bekker, Berl. 1817; Über das Prono-