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Apollon —
entworfenen Statuen zu groß für den Raum fand.Er schr.: Uolioroslioa. über die Kriegsmaschinen,herausgcgeben von Thevcnot in den Äatllomaticiveb.. Paris 1698.
Apollon, Gottheit der Griechen u. später auchder Römer (Apollo), Sohn des Zeus u. der Leto(römisch Latona), ZwillingSbrnder der Artemis(römisch Diana), ged. in Lykien, nach Anderen aufDelos (daher sei» Beiname Dclios). Er ist derGott des Lichtes, nnd zwar des Lichtes derstrahlenden Sonne (Phöbos), sowol der frucht-bringenden (Sonnengott), als der zerstörenden (Bo-genschütze). In der spateren Zeit tritt die freundlicheBedeutung mehr hervor, obwol A. stets würdign. erhaben bleibt, n. er gilt als heilender, weis-sagender, den Gesang liebender, Kicerden schützen-der, Städte gründender Gott rc. Mit seiner Be-deutung als sicher treffender Bogenschütze hing dieIdee des A. als Todcsgott zusammen. Denn erbringt den Jünglingen, "sowie seine Schwester Ar-temis den Jungfrauen, mit sanften Pfeilen denschnellen, schmerzlosen Tod bei gesundem Körper,wenn er in den Jahren der Kraft das frische Le-ben anfällt: so bei den Kindern der Niobe, beiOtos u. Ephialtes, Rhexenor u. A.: so auch imKriege: den Trojanern gegen die Griechen mitBogen oder Ägis beistehend, veranlaßt er denTod des Patroklos n. des Achilleus. Dagegen ister auch der Helfende (Apollon Epikurios,unter diesem Namen war ihm zu Bassä in Arkadienein noch in bedeutenden Trümmern erhaltenerTempel geweiht), der Abwender der Übel (Alcxi-kakos, Äpotropäos) und der Krankheiten, da-her A. Päan;,er ist selbst Arzt und Vater desAsklepios oder Äscnlapins. A. ist auch Gott derMusik, übt selbst den Gesang. Er singt u. spieltals Führer der Musen (Musagctes) in derenKreisen bei den olympischen u. irdischen Freuden-uiahlcn, an denen die Götter theilnchmen. Wieer als Sieger im Bogenschießen dargestcllt wird,so auch als Sieger im Reich der Töne. AlsSehergott erthcilt A. schon bei Homer demKalchas die Fähigkeit der Weissagung; auch Kas-sandra nnd die Sibyllen sind von ihm begeistert.Am Fuße des Parnassos erlegt er an der QuelleKastalia gleich nach seiner Geburt den DrachenPython u. gründet das Delphische Orakel, dahersein Beiname Pythios. Als Freund und Be-schützer der Hcerden kennt ihn schon Homer. Alser die Kyklopen getödtet hatte, weil sie dem Zeusdie Donnerkeile gefertigt, womit dieser des A.Sohn Asklepios erschlug, wurde er zur Strafe ansdem Olymp verbannt n. weidete bei Admctos inPherä dessen Heerdcn. Als Hirtengott führte erden Beinamen Nom ios (der Weidende; in SpartaKaneios). Als Städtebauer half er mit Posei-don dem Laomedon Trojas Mauern um bedun-genen Lohn bauen; als dieser ihn darum betrog,sendete A. die Pest. Er wurde als Beschützer vonStraßen u. Märkten unter dem Namen Agyieusverehrt. Als Sonnengott (Phöbos, Titan) er-scheint A. an der Stelle des alten Helios; darumgibt er heiteres Wetter, n. wer eine Seereise unter-nahm, rief ihn um günstige Fahrt an u. dankteihm, am Ziele angekommen, bei der Ausschiffung.Als Sonnengott ist A. ein besonderer Freund des
- Apollonia.
frommen Volkes der Hyperboreer im kalten,lichten Norden, von denen er zu seinen Festennach Delphi kommt. Den A. als Sonnengottscheint auch die Benennung A. Grannus inkeltischen Ländern zu bezeichnen (vgl. Grannawr).Andere Sagen von A. vgl. Daphne, Marsyas,Orestes, Hyakinthos. Der A-dicnst, ursprünglichdem ionischen Stamme eigen, hat sich ungemeinverbreitet, und finden sich Tempel und Spieledes A. zu Delos, Delphi, Milet, Magnesia, Amy-klä rc.; Orakel: von allen die berühmtesten undreichsten zu Delphi, zu Patara in Lykien, Kyrene,Gryncion, Delos, Klares, Larissa, Didyma. Beiden Römern ward A. erst durch griechischen Ein-fluß als ländlicher Gott und Bogenschütze (Xrcl-tsuons) bekannt, erhielt 420 einen Tempel und212 v. Ehr. Spiele. Besonders glänzend warseine Verehrung zu Rom unter Augustus, der ihmviele Tempel, darunter 28 v. Ehr. den pracht-vollen palatinilchen, weihete, u. Nero. Es warenihm die Hyakinthia und Karnea in Sparta, dieSäcularischen, Apollinarischen u. Actischcn Spielein Rom gewidmet. In seinen plastischen Dar-stellungen erscheint A. als das höchste Idealmännlicher Jugend und Schönheit, mit schlankemKörper, heiterem u. festem Blicke, langem, lockigemHaupthaar (daher Akersekomes), von Lorbeerumkränzt (daher Daphnäos), in der Hand Leieroder Bogen haltend, den Köcher umgethan, auchwol mit dem Dreifuß, als Zeichen der Sehergabe;unbekleidet, oder mit leichtem Gewand. Heiligwaren ihm Lorbeerbaum, Habicht, Delphin, Hirsch-kuh und Rabe. Skopas, Praxiteles u. a. Bild-hauer schufen meisterhafte Statuen des A. (ver-loren). Die schönste der uns erhaltenen Apollosta-tuen ist der Bat iranische A. oder A. vomBelvedere, von unbekanntem Meister. Voran-schreitend, in der ganzen Herrlichkeit männlicherSchönheit ist er dort dargestellt, mit ausgestrecktemlinken: u. gebogenem rechtem Arm; Stolz, Gefühlder Stärke, ja Verachtung der Feinde im Antlitz.Er trug die Ägis, die er den sein DelphischesHeiligthnm stürmenden Kelten drohend cntgegen-hielt. Diese Statue wurde um 1500 zu Antinmaufgefnnden u. ist zu Rom im Belvedere ausge-stellt. Außerdem der Lykische A. in Paris, undder Apollino, eines der anmuthigsteu Bildwerke,in Florenz, u. v. a. Ganz abweichend von die-sen Darstellungen des A. ist die des A. Musa-getes, im langen Musengewande und mit derLyra im Arme, z. B. iu der Glyptothek zu Mün-chen. Abbildungen nach antiken Bildwerken iuO. Müllers Denkmälern der alten Kunst, bear-beitet von Wiesclcr 1860, Bd. 2., Taf. !X—XIV.
Apollonia, 1) (a. Geogr.) feste Stadt iuJllyrien, am Aoos, nicht weit vom AdriatischeuMeere, mit Citadclle u. blühendem Handel, ge-gründet von Korinthern. Unter der Herrschaftder Römer war A. auch ein Hauptsitz der Gelehr-samkeit; Augustus u. Mäcenas studirten hier. Inder Nähe war das Nymphaon. 2) (A. Pvntica)St. in Thrake, am Schwarzen Meere, größten-theils auf einer Insel gelegen, mit 2 Häfen; siehieß später Sozopolis; jetzt Siseboli. A. war eineColonie der Milesier u. gehörte später dem Mi-thridates; ans dem dortigen Apollomempel ließ