Apokryphisch -
Apokryphisch (v. Gr.), verborgen; unterge-schoben, verdächtig, unecht.
Apolda, Stadt im gleichnamigen Justizamte des2. Verwaltungsbezirkes des Großherzogthums S.-Weimar, an der Thüringer Eisenbahn; Sitz derBezirksdirection n. des Jn'stizamtes; hat eine Real-schnle (seit 1854), 2 Glockengießereien, Fabrikenfür Conditoreiwaaren, Fleischwaarcn, Holzwaaren(Kisten), Maschinen mit Eisengießereien, Dampf-färbereien und ist einer der bedeutendsten Mittel-punkte der deutschen Industrie in Strümpfen u.wollenen Waareu, welche in der Stadt und Um-gegend über 11,000 männliche u. weibliche Arbeiterbeschäftigt, jährlich etwa 20,000 Ctr. Strumpf- u.Wcberwaaren aller Art erzeugt u. einen Umsatzvon etwa 3 Mill. Thlr. erzielt. Die Stadt hatsich rasch gehoben: 1815 zählte man 3073, 18617732, 1867 8895 Ew., 1872 10,535 Ew. A.gehörte im 13. Jahrh. den Schenken von Vargulau. Tautenburg, später den Vitzthum v. Eckstädt,fiel nach dem Aussterbcn derselben 1631 an dieHerzoge von Altenbnrg u. Weimar, welche Schloßu. Rittergut 1633 der Universität Jena schenkten,die es noch besitzt. Vgl. KronfelL, Geschichte u. Be-schreibung der Fabrik- u. Handelsstadt A., A. 1870.
Apolepsts (Apolepsie, v. Gr.), Hemmung,Ausbleiben des Pulses und der Sprache; daherSchlagfluß, Lähmung.
Apollinaris, 1) A. der Ältere, ans Alexan-dria, Lehrer der Grammatik n. Presbyter zu Lao-dicea in Syrien; hatte mit den Borurtheilen derMönche gegen heidnische Gelehrsamkeit zu kämpfenn. übertrug, als K. Julian den Christen verbot,als öffentliche Lehrer der Nationalliteratnr anfzu-zutreten, die alten Kunstformen auf biblische Stoffe;erstarb um 362. 2) A. der Jüngere, Sohn desBor.; lehrte mit ihm in Laodicea, wo er zuletztBischof war u. um 390 starb. Ein eifriger An-hänger des Nicäischen Concils, wurde er zumKetzer durch die Lehre, daß in Christo der Logosdie Stelle der Seele eingenommen habe. SeineSchriften sind verloren; seine Anhänger zerfielennach A-s Tode in mehrere Parteien. Die Lehrewurde auf mehreren Synoden verdammt u. end-lich 428 in den Städten verboten.
Apollinarrsberg, Anhöhe am Rhein unter-halb Remagen, im Kreise Ahrweiler des preußi-schen Regbez. Koblenz, ehemals mit einer reichen,1117 gestifteten, als Wallfahrtsort viel besuchtenPropstei; feit 1836 Besitz des Grafen Egon v.Fürstenberg-stammheim, welcher hier die zierlichegothische Apollinariskirche unter Leitung des KölnerDombaumeisters Zwirner 1839—1853 ans Tuff-stein erbauen ließ; sic enthält Fresken von Deger,Ittenbach, Andr. u. C. Müller n. in der Kryptain einem Sarkophag ans dem 14. Jahrh. die Re-liquien des heiligen Apollinaris. Dabei ein Fran-ciscanerkloster. Vgl. Schorn, die Kirche des St.Apollinaris bei Remagen, Bonn 1853; Birlo,Führer in der St. Apollinariskirche, cbd. 1856.
Apottinarisbrmlnen, ein 1853 gefaßter Ge-sundbrunnen bei Wadenheim an der Ahr im KreiseAhrweiler des preußischen Regbez. Koblenz, dessenan kohlensaurem Natron, kohlensaurer Magnesia,Koch- und Glaubersalz reiches Wasser viel ver-sendet wird.
- Apvllodoros. 761
Apollinarische Spiele (Imcki Aqwilinürss),Spiele in Rom, in der Zeit der Bedrängniß durchHannibal 212 v. Chr. nach einem Orakel durchStaatsdecret eingeführt, anfangs am 5. Juli,später vom 6. bis 13. Juli im Lirow inaximu»oder Vluminius gehalten. Die Priester opfertennach griechischer Sitte dem Apollon, der Diana u.der Latoua. Die Spiele trugen einen heiterenCharakter u. fanden sowol im Circus, als auch imTheater statt.
Apollinarisquellen sind wahrscheinlich diein nächster Nähe des Bracciano-Sees zu Vicarcllobefindlichen heißen Quellen, in denen man beidem Abbruche der amiken Einfassung unzähligeMünzen der alten Römer aus den verschiedenstenZeitaltern fand, wie auch mehrere Gefäße vonSilber n. Erz. Diese Münzen rc. wurden vonDenen, welche Heilung ihrer Leiden durch dieQuellen von den Göttern erflehten, geopfert.
Apollinopölis, 1) (A. maxua') Hauptstadtdes Nomos Npollinopolitcs in Oberägypten, amwestlichen Nilnfer, mit wohlerhaltenen Ruineneines Hornstempels, bei dem jetzigen Edfn. 2) (^..parva) Handelsstadt in Nomos Koptites in Ober-ägyptcn, am östlichen Nilufer; jetzt Kuß; hierHandelsweg von Asien nach Alexandria.
Apollo, 1) (Astron.) zuweilen der Stern Ka-stor. 2) Der große Magnet, welcher sich nachSteinhäuser im Innern der Erde befinden soll.
Apollo, Schmetterlingsart, ist ikarnassius Amoll»L. (Doritüs Apollo OoAsenA.); Flügel mehl-weiß, die vorderen schwarz gefleckt, mit glashell:'.Spitze, die Hinteren mit 2 karminrothen, schwarzumringten Altgenflecken; Flügelspannung 80 min;in den höheren Gebirgen Europas. Die Raupelebt auf Fetthenne- u. Steinbrecharten, ist sammet-schwarz, dicht behaart, besitzt auf jedem Ringeorangengelbe Tüpfel und weiße oder bläulichePunkte.
Apollodöros, 1) Grammatiker zu Athen, um140 v. Chr., Schüler des Panätios u. des Arist-arch; sehr, außer einer Chronik u. a. verl. Schra-ten die noch erhaltene wichtige „Bibliothek" in 3Büchern, die älteste Zusammenstellung der grie-chischen Mythen von der ältesten Theogonie biszum Trojanischen Kriege, welche er aus Len ver-schiedensten Autoren compilirte; 1. Ansg., Rom1555, von Heyne, Gött. 1782 f., 4 Bde., 2.Ansg., 1803; Bokker, Lpz. 1854; in WestermannsLkvtiwArapIli. §r., deutsch von Moser, Stnttg.1869. 2) A. ans Karystos auf Euböa, bedeu-tender Dichter der neuen attischen Komödie, zwi-schen 300 u. 260; Fragmente seiner 47 Lustspieleim 4. Bd. von Meinekes kiraAmsuka oomiaorumAraseornm. Bon ihm hat Terenz den Stoff derHecyra und des Phormio entlehnt. 3) A. ausAthen, Maler, Zeitgenosse des Zeuxis; erfand dasVermischen und Vertreiben der Farben in Bezugauf Schatten n. Licht u. begründete so einen eigent-lich malerischen Effect. Er hatte den BeinamenSkiographos, Schattenmaler. 4) A. von Da-mast, berühmter Baumeister, um 90 n. Ehr.,Erbauer des Trojanischen Forums u. einer gro-ßen Brücke über die Donau in Niederungarn.Hadrian ließ ihn 129 hinrichten, weil er die von! diesem für seinen Tempel der Venus in Rom