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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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760
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760 Apokryphen.

die Geschäfte des früheren Referendarius besorgte.4) In Klöstern der Thürhürcr. Vgl. Brinckmecer,vlcmsar. ckiylomat.

Apokryphen (Apokryphische Bücher, v. gr.opöür/xlios, verborgen, versteckt, dunkel) nannteman im Alterthum geheimgehaltene Schriften, seies nach ihrem dunklen Inhalte, oder ihrem dunklenUrsprung. In der Christlichen Kirche wurde esseit Hieronymus gewöhnlich, apokryphische Bücherauch diejenigen Bücher des A. Testaments zunennen, welche nicht in den im 2. Jahrh. v. Chr.zum völligen Abschlüsse gekommenen Kanon der22 heiligen Bücher in hebräischer Sprache gehör-ten, sondern nur in die griechische Bibelübersetzungder alexandrischeu Juden nebenher ausgenommenwaren. Es sind die Bücher: 3. (u. in einer altenlateinischen Übersetzung 4.) Buch Esra, Tobias,Judith, Zusätze zu Esther, Gebet Manasse, Weis-heit Salomos, Jesus Sirachs Sohn, Baruch,Zusätze zu Daniel, 3 (auch 4) Bücher der Mak-kabäer. In Luthers Bibel fehlen 3. u. 4. Esrau. 3. Makk. Ganz im Anschluß an die kanonischenSchriften sind die A. zum größeren Theil didak-tischen Inhaltes, mehrfach auf geschichtlicher odersagenhafter Grundlage; schwächer ist das Ge-schichtliche, ganz schwach das Prophetische ver-treten. Einiges war ursprünglich hebräisch ge-schrieben, wol von palästinischen Inden, dasAndere ist griechisches Original aus Alexandrien.Der schriftstellerische Charakter und Werth derBücher ist sehr verschiedenste besten sind Sirach,Weisheit u. 1. Makkabäer. Durchgängig verwor-fen und nicht in die Bibel ausgenommen sind diePscudepigrapha: der 151. Psalm, der Anhang zuHiob, die Vorrede zu den Klageliedern Jeremiä,Reste aus dem Buche Henoch, die Testamente der12 Patriarchen u. der Söhne Jakobs, die Psal-men Salomonis, das 6. Buch Moses oder MosisProphetie und Himmelfahrt. Die alte christlicheKirche sah die A. als vollgiltig an und benutztesie wie die kanonischen Schriften, obwol die Ge-lehrten früh den Unterschied erkannten. Augusti-nus eiferte im Gegensätze zu Hieronymus für dieA., n. es blieb kirchliche Praxis, die apokryphi-schen Schriften gleich den kanonischen zu ge-brauchen. Die Reformation beseitigte das dog-matische Ansehen der A., erkannte aber an, daßsie doch nützlich und gut zu lesen sind (Luther).Dagegen erklärte sie die Katholische Kirche ansdem Loncil zu Trient, mit Ausschluß von 3. u.4. Esra, 3. Makkabäer und Gebet Manasse, aus-drücklich für kanonisch, und ebenso die GriechischeKirche ans einer Synode zu Jerusalem 1672. Inneuerer Zeit hat die Presbyteriauische Kirche inSchottland und England, sowie die evangelischePartei der Anglikanischen Kirche die A. ganz ver-worfen n. cs als entschieden gefährlich u. ver-derblich bezeichnet, diese mit den kanonischenBüchern in den Ausgaben der Bibel in der Lan-dessprache zu verbinden, u. die cngl.-schottischcnBibelgesellschaften protestirten seit 1825 gegen dieVerbreitung der Bibeln mit den A. Dies riefeinen lebhaften Streit hervor, der sich 1850 er-neuerte mit den alten Anklagen gegen die A., daßihnen die Jde des persönlichen Messias fehle, dieWerkheiligkeit statt der Glaubensgercchtigkeit ge-

lehrt werde rc. So besonders Keerl, Die A.des A. T., Lpz. 1852; Das Wort Gottes u. dieA. d. A. T., Lpz. 1853; Die A-frage, ebd. 1855;dagegen: Hengstenberg, Für Beibehaltung der A.,Berl. 1853; R. Stier, Die A., Brauusch. 1853,u. m. A. Vgl. Volkmar, Handb. d. Einl. in dieA., 2 Bde., Tüb. 1862 f.; Fritsche u. Grimm,Knrzgef. exeget. Handb. zu den A., Lpz. 1851 ff.,6 Bde.

A. des Neuen Testaments oder neutesta-mentliche Pseudcpigraphen nennt man alle jeneEvangelien, Apostelgeschichten, Briefe, Apokalyp-sen und übrigen Schriften, die unter demNamen eines Apostels oder anderen unmittelbarenJüngers Jesu sich in den Kanon des N. T. ein-zudrängen suchten, aber als unecht ausgeschlossenwurden. Apokryphische Evangelien, mehr oderweniger abenteuerlich u. geschmacklos, sind zunennen aus den ersten 5 Jahrhunderten: dasEvangelium des Nikodemus mit den Acten desPilatus, welche letztere eine ganze Reihe weitererDichtungen hervorriefen; das Ev. des Thomas,eine Kindheitsgeschichte Jesu, gnostischen Ursprunges;das Protevangclinm des Jacobus, Legende derMaria von ihrer Geburt bis zum BethlehemitischenKindermord, auf der Grundlage der beiden vori-gen ruhend; das Ev. des falschen Matthäus; dasEv. von der Geburt der Maria; die syrisch-ara-bische Kindheitsgcschichte; die ägypt. Gesch. desZimmermanns Joseph. Aus dein Mittelalter: einkatharisches Johanncsbnch; ein von Templern fa-bricirtes Ev. des Johannes; verschiedene übel-willige Machwerke von Mohammedanern u. Inden.Verloren sind: das Hebräer- oder Syrer-Ev.; dasEv. der Ebionuen, das des Petrus, des Tatian,des Marcion; eine Geburt der Maria aus gno-stischer Feder; das Ev. des Bartholomäus, derÄgypter, des Apelles Basilides, Matthias rc.Apokr. Apostelgeschichten: Gesch. des Abdias; Ge-schichten von Petrus u. Paulus, von Paulus u.Thekla, von Barnabas, Philippus, Andreas, Tho-mas, Bartholomäus, Thaddäus rc. Apokr. Briefe:Briefwechsel Christi mit dem Fürsten v. Edessa;Briefe der Maria; 2 Briefe des Petrus an Ja-cobus; Briefe des Paulus an die Laodiceaner,an die Korinther, die Alexandriner; Briefwechselzwischen Paulus u. Seneca; Brief des Johannesan einen Wassersüchtigen; Brief des Barnabas,des Clemens von Rom au die Korinther. Apo-kryphische Apokalypsen: der Hirte des Hermas imersten Theil; Offenbarungen des Petrus, Paulus,Johannes, Thomas, Stephanus, Bartholomäus.Endlich die sogen. Constitutionen der Apostel, diesogen. Lehren der Apostel u. das sogen, apostol.Glaubensbekenntnis;. Diese A. sind theilweise ge-sammelt im Loäex uxoer. Ist. von Fabricius,Hamb. 1719 (2. A.), 3 Thle.; lluotarium dazuvon Birch, Kopenh. 1804; Schund, veeuäo-lstov.rsst., Helmst. 1809; Thilo, Ooäsx ay. 17. MLpz. 1832, 1. Thl.; vvaQAslis, apoerzxlra vonTischendorf, Lpz. 1853; von Demselben: ^.otaH-poetolorum apoor., Lpz. 1851, u. ^.poealz-psssaxoorxpbns, Lpz. 1866. Borberg, Biblioth. d.neutest. Apokr., Stuttg. 1840 f., 2 Bde. Vgl.Tischendorf, Vs evanA. axoer. ori§ine et usu,Haag 1851.