-"Vpoovirrnri —
Lpoo^num L. (Hundskohl, Hundswolle), Pflan-zcngattung aus der Fam. der Apocyneen <V. 2).Arten alle einen scharfen milchartigen Saft ent-haltend; am bekanntesten: anLwaaemikoIium
4). (Fliegenfänger), in NAmerika heimischer, gifti-ger, immergrüner, blätterreicher Strauch mit wohl-riechenden maiglöckchenartigen Blumen, welche alsFliegenfänger dienen, indem sie die Fliegen, welcheihre Säugrüssel in die Blumenkelche senken, fest-halten und, wenn die Fliege gestorben ist, selbstwelken; oaimabinnm L., ebenfalls in NAmerikaheimische Pflanze, mit kriechender Wurzel, die un-angenehm riecht, widerlich bitter u. in ihrer Hei-math officinell ist; venotnmO., auf den Inselndes Adriat. Meeres, in Italien u. Sibirien; dieWurzel war als Brech- u. Pnrgirmittcl officinell;
sibirionm 4'a/l., bei den Kirgisen Kandir;wächst in großer Menge am Jli und anderen inden Balkaschsec mündenden Flüssen n. liefert denEingeborenen den Stoff zur Anfertigung vonStricken und Tauen, welche stärker als solche vonHanf sind. Für Europa wäre es größter Gewinn,wenn dieser reichlich vorkommende Gewebsstoffcingeführt u. auch für die Papierfabrikation nutz-bar gemacht würde.
üp'öäa (Apollos, Zool., vom gr. a-, un-,nicht, u. xns, poäos, der Fuß, also fnßlose Thiere),
1) nach Oppel die fußlosen, schlangcnförmigen,nackten, schlüpferigen Batrachier, z. B. LaeoUia;
2) bei Fischen die Kahlbänche; 3) gewisse Sce-walzcn oder Holothurien; 4) bei Jnsecten: fnß-losc Larven, z. B. der Fliegen; 5) nach Blain-ville, die wirbellosen, gegliederten Thiere mit ge-paarten Organen und ohne Extremitäten, z. B.Blutegel, Eingeweidewürmer.
Apodeiktilk (v. Gr.), auch Apodiktik, ist dieMethode, zu einem apodiktischen Wissen (s. d.)zu gelangen. Vgl. d. Art. Bouterwek.
üpocioror (Nrv., Gatt, der Rüsselkäfer. DieWeibchen legen ihre Eier in Blattdüten, welchedurch Zusammenrollcn-von Blättern, deren Mittel-rippe vom Käfer durchgcbisscn wird, gebildet wer-den. Zahlreiche Arten der Alten Welt. L.. eorz-IiL., hellmennigroth, auf Haselstränchern über-all häufig.
Apodie, Mangel der Füße oder überhaupt derunteren Gliedmaßen.
Apodiktisch (v. Gr.) bedeutet eigentlich: strengbeweisend, d. h. auf Dednction von sicheren Prin-cipien aus beruhend, daher nothwendig wahr.Aristoteles, der den Ansdruck zuerst in die Logikeingcführt hat, setzt das a-e Nrthcil dem dialek-tischen, d. h. auf Wahrscheinlichkcitsgründen be-ruhenden Urtheil entgegen. Vgl. d. Art. Aristo-teles. Hieran knüpft Kant an, wenn er unterden Nrtheilssormen die der Nothwendigkeit alsa-cs Urtheil im Gegensätze zum problematischenbezeichnet. Im strengsten Sinne will auch Kant(s. d.) apodiktisch nennen, was unbedingt, d. h.princiviell nothwendig ist. Ein a-es Wissen istein mit der Einsicht unbedingter Nothwendigkeitverbundenes. S. d. Art. Nothwendigkeit.
Apodytcrion (gr. Ant.), Vorzimmer zumAnskleiden im Bade.
Apogäum (v. gr. axo, von, weg, n. Zo Erde,also Erdferne), in der Mondbahn der Punkt, in
Apokrisiarios. 759
welchem der Mond am weitesten von der Erdeabsteht; Gegensatz: Perigäum (Erdnähe), wo derMond der Erde gegen 4 Erdhalbmesser näher alsin jenem ist. Der Mond erscheint daher imPerigäum auch etwas größer als im A. u. deckt,wenn centrale Sonnenfinsternisse eintreten, wäh-rend er dem Perigäum nahe steht, die Sonneganz, ist er aber dann dem A. nahe, den Randder Sonne nicht völlig. A. n. Perigäum rückenvon W. nach O. n. vollenden in 8 Jahren 309Tagen 8 Stunden 34 Minuten den ganzenKreis der Ekliptik.
Apokalypse (v. Gr., so v. w. Offenbarung)heißt insbesondere die Offenbarung Johannis;aber auch ähnliche Schriften der Juden inder nachprophetischen Zeit, wie die A. des Esra,das Buch Henoch, das Testament der 12 Patri-archen rc. werden unter dem Namen der jüd.Apokalyptik besaßt (Hilgenfeld, Die jüd. A., Jena1857); endlich die von christlichen Schwärmernin den ersten Jahrhunderten n. Ehr. untergeschobe-nen A-n, z. B. eine andere A. des Johannes, diedes Petrus. Paulus, Thomas, Stephanus rc.Neuere Apokalyptiker s. u. Chiliasmns. Vgl.Apokryphen des N. T.
Apokalyptisch (v. Gr.), nach der räthselhaf-tcn, schwerdeutigen Apokalypse des Johannes, sov. w. geheimnißvoll, räthselhaft. A. Zahl, s. u.Offenbar. Joh.
Apokatastäse (v. gr. apokatästaoiki), Wieder-einsetzung in den vorigen Stand, Rückkehr zu deralten Ordnung; des. ^.poüatastasis pantün (nachApostelgesch. 3, 21), die Wiederbringnng allerDinge zu dem ursprünglichen reinen Zustande vordem Sündenfalle, die mit der Erscheinung desMessias eintreten soll. Seit Origcncs ist eine solcheals letztes Ziel der Weltgeschichte gegen die kirchl.Lehre von der ewigen Vcrdammniß der Gottlosenost behauptet n. von der Orthodoxie ebenso oftzurückgewicscn worden.
Apokra (gr.), Aussiedelung; s. Colonicn.
Apoköpe (gr., d. i. das Wegschnciden), I)(Gramm.) Wegwerfen eines Buchstabens oder einerSilbe am Ende des Wortes, z. B. ich hatt' einenKameraden. 2) (Med.) Die Entfernung von Thei-len des Körpers durch schneidende Instrumente.Daher Apokoprren, am Ende abkürzen.
Apokreos (gr., ab vom Fleisch), in der Griechi-schen Kirche der Anfang der Fastenzeit.
Apokrisiarios (v. Gr.), 1) bei den byzanti-nischen Kaisern ein an einen anderen Hof Abge-sandter. 2) (Rssxonsalos) Geschäftsträger derorientalischen Patriarchen u. (so lange die byzan-tinischen Kaiser Herren des Exarchats waren) desrömischen Papstes an dem Hofe zu Constantinopel,welche die kaiserlichen Bescheide einzuholcn, Auf-schlüsse über die Verhältnisse ihrer Absender zugeben, die an den Hof kommenden Prälatenvorznstellen hatten. Bes. 3 ) (^lelüoapöllarm) amfränkischen Königshofe der oberste Geistliche underste Großbeamte des Reiches, welcher dem Königüber alle an denselben gelangenden geistlichen An-gelegenheiten Vortrag zu halten hatte, auch inweltlichen Dingen, namentlich bei Abfassung vonUrkunden fungirte, allmählich zugleich Obcrauf-seher der Hofkanzlei wurde u. in dieser Stellung