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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Aimxandridcs.

daher auch, wie alle ionischen Philosophen, derErde und Len Gestirnen eine scheibenförmige Ge-stalt zn; nur zieht er die Conseqnenz, daß die Ge-stirne ebenfalls erdartiger Natur sind, nnd stelltz. B. die für die Athener höchst paradox klin-gende Ansicht aus, daß der Mond bewohnt sei.Ans sehr unvollkommene Weise sucht er die Stell-ung der Gestirne zum Horizont zu erklären, welchedie Pythagorcer bereits richtig ans der Kugel-gestalt der Erde abgeleitet hatten. Rach der ioni-schen Kosmogonie mußte der Nordpol des Himmelssenkrecht über dem Mittelpunkte der Erdscheibestehen; n. die Gestirne müßten daher ihre Bahnensämmtlich über dem Horizont u. parallel mit dem-selben beschreiben. A. nimmt an, daß dies ur-sprünglich auch der Fall gewesen, daß sich dieErdschcibe aber allmählich nach Süden gesenkt habe.Den Umlauf der Sonne nnd der Planeten in derEkliptik erklärte er durch die Hypothese, daß dieseGestirne durch den Widerstand der Luft zu rück-läufigen Bewegungen genöthigt würden. Eingroßer Fortschritt der Ansicht des A. gegenüberalten früheren Systemen liegt aber darin, daß erzuerst die altionische Annahme unendlich vielerWelten mit der Pythagoreischen u. Eleatischen An-sicht von der Einheit des Universums vereinigthat. Einheitlich ist das Universum durch den voll-kommenen mechanischen Zusammenhang aller seinerTheile. Wenn in der zusammenhängenden Körper-maße der Welt eine Bewegung von einem Punkteanegcht, Pflanzt sie sich in unendlichem Fortgangefort. Gehen von verschiedenen Punkten Beweg-ungen aus, so wird dadurch die Einheit des Ganzennicht gestört, sondern es entsteht nur ein compli-cirtes System von Bewegungen. Daher hält A.an der altionischen Ansicht fest, daß jenscit unseresWeltsystems, zu welchem auch die Fixsterne ge-hören, das gestaltlose Chaos liegt, in demselbenaber unendlich viele dem nnsrigen ähnliche Welt-systeme. Er gibt dabei die Meinung des Empe-doklcs aus, daß die jetzige Entwickelung des Welt-alls zu einein Maximum der Entmischung führenmüsse u. dann wieder ein Rückgang zn der voll-kommenen Mischung, d. h. zum Chaos, eintretenwerde. Aber er kehrt auch nicht zn der altioni-schen Vorstellung zurück, daß die neben einanderbestehenden Welten einzeln entstehen n. vergehen.Vielmehr sieht er in der Entwickelung einen be-ständigen, auch durch alle periodisch wiederkehren-dcn Erscheinungen sich abwickelnden Fortschritt.Bei der unendlichen Größe des Universums u. derunendlichen Zahl der in dem Chaos überall vor-handenen Elemente ist der Fortschritt unbegrenzt.Die Entwickelung der Welt hat auch nach A. nicht— wie seine Lehre meist irrthümlich ausgelegtwird — einen Anfang in einem bestimmten Zeit-punkte gehabt. Da sie nach ihm im unendlichKleinen beginnt, so liegt vor der jetzigen Phaseder Weltbildung eine unendliche Zeit; denn wennwir die bisherige Entwickelung gleichsam auftren-nen, kommen wir in derVcrgangcnhcit ebenso wenigzur Erfassung des unendlich Kleinen, wie in derZukunft zur Umfassung des unendlich Großen; dieVergangenheit ist ebenso endlos, wie die Zukunft.In der gesammten Weltbildung erkennt A. nichtwie Heraklir ein Spiel des Zufalles, den er als

leeres Wort ansichr, auch kein unvernünfiigesFatum, Gesetz u. Vernunft. Er untersuchte mmgenauer, worin das Wesen der Vernunft im Menschenbesteht. Sic liegt hier im Denken, im Bewußt-sein, welches wol stets mir Körpcraffectioncn ver-bunden, aber selbst darin verschieden ohne sinn-liche Qualität ist u. in seinen mathematischen Con-strnctionen selbstständig über alle körperlichen Ein-drücke hinausgeht, indem es hier Alles ans punk-tuellen Einheiten erzeugt, also in seinen Gebildenfeiner als eine unendlich kleine Körpermaße er-scheint. Ferner ist die Vernunft bei allen Menschenabsolut identisch, da die Wahrheit für alle dieselbeist; es gibt nur ein Denken, welches in den ver-schiedenen denkenden Wesen einstimmig ist. Danun die Wahrheit ewig unveränderlich ist, so istdas Denken ewig einstimmig, woraus folgt, daßdie Vernunft, die in der Welt seit unermeßlicherZeit wirkt, ihrer Natur nach dieselbe sein muß,wie die Vernunft im Menschen. Wie also dasDenken unseren Körper bewegt, lenkt, so erzeugt esalle Bewegung in der Welt, nur frei von allenendlichen Schranken. A. legt mithin der VermmstdicselbcnEigenschaften bei, wie ikcnophanes (s. Elea-tischc Philosophie) der Gottheit: reine Geistigkeit,völlige Einheit n. Einstimmigkeit, ein ewiges Seinohne Veränderung, unbeschränkte, allmächtige That-kraft. Dies Denken ist aber nicht blos wie dieGottheit der Eleaten über die Zeit, sondern auchüber den Raum erhaben; cs unterscheidet sich vonder räumlich zeitlichen Weltsecle der Pythagorcerdadurch, daß es von der Körperwclt völlig ge-trennt ist; die Wcltseele ist der Welt immanent,das göttliche Denken nach A. ist transcendent.Hierdurch istA. der Begründer der dualistischenWeltanschauung (s. Griechische Philosophie). Derewigen Vernunft, dem Princip aller Bewegung,steht ein ewiger, an sich unbeengter Stoff gegen-über. Die Bewegung in demselben unterscheidetA. in eine mechanische n. lebendige. Jene ist dieFortpflanzung des vor unendlicher Zeit gegebenenAnstoßes; diese die unmittelbare Wirkung derewigen Vernunft. A. sieht in der Entwickelungder organischen Welt nur eine stufenweise fort-schreitende mechanische Entfaltung der anorgani-schen; aber alle Organismen von den Pflanzenaufwärts sind zugleich beseelt, d. h. endliche Or-gane für die unmittelbare Einwirkung der Vernunft,deren Kraft um so vollkommener hervortritt, jevollkommener jene Organe sind. Als Endzweckder Weltentwickelnng erscheint hiernach eine ewigfortschreitende Dnrchgcistigung der Körperwclt. ObA. hierbei die Einzclseelcn als vergängliche oderals unzerstörbar individuelle Organe der Wclt-vernnnft gedacht hat, läßt sich nicht bestimmen.Gladifch, A. u. die alten Israeliten, Lcipz. 1864,sucht nachzuweiscn, daß sich die Philosophie desA. unter dem Einfluß der israelitischen Welt-anschauung gebildet habe (vgl. hierüber die Art.Griechische Philosophie und Hermotiinos). DieFragmente der Schrift des A. sind zuletzt gesam-melt von Mnllach, §ra§insnta xiiiiosoplioruingrauoornm. Bd. 1, Paris 1860.

Aimxandridcs, Dichter der mittleren Komödieans Kamiros auf Rhodos, nach And. aus Kolo-phon; dichtete um 376—344 v. Chr. Seine Ko-

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