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Anatvnnschcs Theater — Auaxagoras.
einandcrgetriebcn, daß man die Strnctur derBlase deutlicher erkennen kann.
Anatomisches Theater, Räumlichkeit zu ana-tomischen Vorlesungen n. Übungen; um den Tisch,worauf die anatomischen Zergliederungen geschehen,erheben sich ringsherum amphitheatralische Sitzefür die Zuschauer.
Anatripsis (Anatrrbe, gr.), 1) Zermalmung,z. B. eines Blasensteines, eines Knochens; s. Li-thotripsie. 2) Einreibung, Reiben einzelner Glie-der oder des ganzen Körpers; s. Friction. Ana-trip tische Mittel, Heilmittel, die auf der Hautcingerieben werden, theils zur Ableitung, theilszur Zertheilnng der unter derselben angesamrnel-ten Stoffe; Anatriptik, Anatripologie, Heil-art mittels Einreibungen, s. Einreibung.
Anatrop (v. gr. nimtrepgin, nmwenden; Bot.),gegenläufig oder gegenwandig, wird die Samen-knospe genannt, wenn der Knospenmnnd neben derBasis des Nabclstranges liegt, während der Nabel-fleck auf der dem Knospenmnnde entgegengesetztenSeite liegt; so z. B. beim Kürbis, der Gurke, derWolfsmilch.
Anawal, Ort in der Provinz Gnzerate imbritischen Ostindien, südöstlich von Snrate; heißeQuellen von 35—40° IU, von zahlreichen Kran-ken jährlich besucht.
Anaxagoras, einer der bedeutendsten griechi-schen Philosophen, geb. um 500 v. Ehr. zu Kla-zomenä im ionischen Klcinasien. Er wurde früh-zeitig mit der ionischen Philosophie, besonders mitder Lehre des Auaximenes vertrant. Als er 20 Jahrealt war, wnrde Jonien vom persischen Joche be-freit, n. er schien durch Reichthum n. vornehmeHerkunft berufen, sich an dem nun eintretendcnAufschwünge des politischen Lebens in hervorragen-der Weise zu bethciligen. Allein ans Liebe zurWissenschaft hielt er sich von jeder Theilnahme anden öffentlichen Angelegenheiten fern, u. als manihm deshalb Mangel an Patriotismus vorwarf,erklärte er, daß er das Universum als sein Vater-land ansehe n. in der Betrachtung des Kosmosseine Lebensaufgabe finde. Durch Liesen Kosmo-politismns wurde ihm bald der Aufenthalt in seinerVaterstadt verleidet, wo man ihn als einen un-praktischen Schwärmer betrachtete. Nachdem erseinen Grundbesitz an Verwandte abgetreten, unter-nahm er wissenschaftliche Reisen. Im Alter vonungefähr 36 Jahren ließ er sich in Athen nieder,das damals durch Perikles der Mittelpunkt dergriechischen Kunst n. Wissenschaft wurde. A. bür-gerte dort zuerst die philosophische Forschung ein.Unter dem Schutze des Perikles, dessen vertraute-ster Freund u. Rathgeber er wurde, verbreitete er.im Umgänge mit den geistvollsten Männern Athensseine von dem Volksglauben sehr abweichendeWeltanschauung. Er hatte auf seinen Reisen allebisherigen Richtungen der Philosophie genau kennengelernt; mit Parmenides u. Zenon, den Häupternder Eleatischen Schule, kam er in Athen selbst zu-sammen. So war er zu einer neuen, selbststän-digen Ansicht von dem Wesen n. der Entstehungdes Weltalls gelangt, welche er in seiner Schrift:Über die Natur veröffentlichte. Diese Schrift er-regte in Athen ein außerordentliches Aufsehen. DieNaturwirkungen, in Lenen man die Macht der
Götter verehrte, waren hier zum ersten Mal reinmechanisch erklärt, n. statt der Götter war danebennur von der Vernunft die Rede, auf welche hieralle Ordnung in der Welt znrnckgeführt wnrde.Als daher kurz vor dem Peloponnesischen Kriegedie Gegner des Perikles diesen dadurch zu stürzensuchten, daß sie seine Freunde angrifsen, wurdeA. von ihnen als Leugner der Staatsgötter an-gcklagt. Diopcithes, ein fanatischer Priester undDemagog, setzte ein Gesetz durch, wonach Diejeni-gen, welche die Landesreligion leugneten u. überdie göttlichen Dinge philosophirten, als Staats-verbrecher belangt werden sollten. A. wurde insGefängniß geworfen n. entzog sich, wahrscheinlichmit Htlfe des Perikles, durch die Flucht der Todes-strafe. Nach einer anderen Überlieferung wurde erans Athen verbannt. Er lebte noch 4 Jahre, bisum 428, zu Lampsakos, einer ionischen Pflanzstadtam Hellespont. Hier wnrde er hochgeehrt; nachseinem Tode errichtete man zu seinem Andenkender Vernunft n. der Wahrheit Altäre n. feierte einjährliches Gedenksest, welches Jahrhunderte langbestanden hat. Aus den von A-s Werken erhal-tenen Bruchstücken ergibt sich, daß er in Bezugauf den logischen Ansatz seiner philosophischenForschung mit Empedokles vollständig überein-stimmt. Aber er verwarf die von diesem ohne hin-reichenden Grund beibehaltenc Annahme, daß dieWelt räumlich begrenzt sei, n. bestritt, daß die vollJenem angenommenen vier Elemente (Feuer, Was-ser, Erde, Luft) die Grundbestandtheile der Körper-welt sein könnten, weil sie keine einfachen Stoffeseien. Statt dessen nahm A. als Grnndbestand-theile qualitativ gleichartige Stoffe im Sinne un-serer heutigen chemischen Elemente an: Homöo-menie. Diese Stoffe sind aber nach seiner An-sicht nicht atomistisch zu denken, da er mit Empc-dokles, im Gegensätze zu Lenkipp, den leeren Raumleugnet u. die Materie für unendlich theilbar hält.Der Urzustand der Welt ist das Chaos, d. h. wiebei Empedokles eine vollkommene Mischung allerElemente, worin alle qualitativen Unterschiede der-selben ncntralisirt sind. Da nun die Körper qua-litativ unendlicher Unterschiede fähig sind, so mußes eine unendliche Anzahl von Grundstoffen geben.Sollen sich dieselben in der vollkommenen Mischungwirklich ganz durchdringcn, so müssen sic auch indem kleinsten Thcil dieser Mischung sämmtlichvorhanden sein; sie sind also darin thatsächlich inunendlich kleine Massen getheilt. A. gibt demZenon nicht zu, daß das unendlich Kleine — 0 ist,vielmehr werden nach seiner Ansicht die unendlichkleinen Partikel durch die unendlich große Zahl derElemente zu endlichen Größen. Diesen Kernpunktseiner Lehre bezeichnet gleich der uns erhaltenemerkwürdige Anfang seiner Schrift: „Alle Dingewaren zusammen, unendlich an Zahl n. Kleinheit;denn auch die Kleinheit war unendlich, u. La Alleszusammen war, so war wegen der Kleinheit Nichtszu unterscheiden." Eine solche Mischung enthältüberall den Keim zu allen Gestalten, eine Pan-spermie der Formen, welche sich allmählich dnrchEntmischnng heransbilden. Da das ursprünglicheChaos dem gestaltlosen lnftförmigen Urstoffe desLnaximeues gleiche, konnte A. an der ionischenKosmogonie im Wesentlichen festhalten. Er schreibt
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