Anaximandcr
mödien sind theils mythologischer Art, theils Cha-rakterstücke. Bedeutung hat er als Vorläufer derneueren Komödie, indem er zuerst Liebeshändelauf die Buhne gebracht haben soll. Von seinen65 Komödien sind nur noch die Titel von 30 undeinige Fragmente erhalten; gesammelt im 3. Bdc.von Meinekes lkrap'monta eomieorum ^raoeorum,Berl. 1847.
Aimximander (gr. ^.uaximauäros), griechi-scher Philosoph, gcb. zu Milet um 610 v. Chr.,gest. nach 546. Über sein Leben ist nichts Siche-res bekannt. Sein Buch Über die Natur wirdvon den Alten als die älteste philosophische Schriftder Griechen bezeichnet; es scheint schon im späte-ren Alterthum nicht mehr vorhanden gewesen zusein. Über seine Philosophie, deren Kenntniß wirhauptsächlich dem Aristoteles verdanken, s. d. Art.Jonische Philosophie. Vgl. Schleiermacher, ÜberAnaximandros, akad. Abh. v. 1811, abgedruckt inSchleiermachcrs Werken, Zur Philosophie, Bd. 2.
Anaximcnes, 1) A. aus Milet, griechischerPhilosoph, jünger als Anaximander n. wahrschein-lich auch persönlich dessen Schüler. S. den Art.Ionische Philosophie. 2) A. aus Lampsakos,Schüler des Cynikers Diogenes von Sinope n.des Rhetors Zoilos, selbst Rhetor u. als solcherFeind des Jsokrates u. seiner Schule. Er standin Gunst bei Alexander dem Gr. Seine Schriftenfind verloren, doch wird er neuerdings für denVerfasser der Schrift Rlwtorioa acl Xioxanckrurn(heransgegcüen von Spengcl, Zürich 1844, u. inden Llwkoroa Zrasei Bd. I., Leipz. 1853) ge-halten, welche man früher für ein Werk desAristoteles hielt, die älteste erhaltene griechischeRhetorik, bald von der des Aristoteles weit über-troffen. In historischen Werken (Lollouioa undikiülippiea) rivalisirte A. mit Theopompos undschob diesem die Schmähschrift Irioarauus unter.
Anazarbos (Anazarbe, a. Geogr.), St. amgleichnamigen Berge Oilieia eampsstria; hieß ur-sprünglich Äyinda und wurde dem Augustus oderTiberius zu Ehren auf kurze Zeit Cäsarea ge-nannt; unter Justinian war sie Hauptstadt vonOilieia sseuuäa und ward öfter durch Erdbebenzerstört; jetzt Ainzarba.
Anbau, St. am Euphrat, im osman.-asia-tischen Vilajet Bagdad!; Sitz des ersten Abassiden.
Anbetung (Adoration), die Handlung desreligiös bewegten Gemüthes, welches Gott die ihmallein gebührende Ehre geben will. In der Ka-tholischen Kirche sind auch Maria, als MutterGottes, die Engel, die Heiligen, die Reliquien,die in den Leib Christi verwandelte Hostie in derMesse, das Kreuz Christi Gegenstände der A.,doch so, daß theoretisch, wenn auch nicht in derPraxis, zwischen eigentlicher A., Adoration (llm-tria) und bloßer Verehrung, Veneratiou (vnlia),unterschieden wird.
Anbetta, Gwerbetta u. Villbetta, dreiweibliche Schutzheilige an verschiedenen Orten deut-scher u. welscher Zunge u. unter allerlei abweichen-den Benennungen. Auf ihre Bitten sind Quellen u.Bäume entstanden, wurden Goldadern gefunden,wurde die Pest vertrieben rc. Sie fallen ganz mitden drei Jungfrauen oder Feen der Märchen n. vieler-Kinderlicder mythischen Ursprunges zusammen u.
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haben mit diesen ihre gemeinsame Quelle in denNormen, den Schicksalsgöttinnen des nordischenAltcrthums. Die Namen hat man in verschiede-ner Weise abzuleiten gesucht, jedoch ohne bestimmtesErgebnis;. (Vgl. Sunrock, Deutsche Mytbologie,S. 344 ff., 4. Ausl. Bonn 1860.)
Anblasen, 1) (Hüttenw.)ProcedurderJnbetricb-setznng eines jeden Ofens, welcher mit comprimirtcrLuft gespeist wird. Gewöhnlich aber bezeichnet maudamit die Eröffnung des Schmclzens iu einemSchachtofen, besonders in einem zu Roheiscnfabrika-tion bestimmten Hohofen. Hier spielt die Wind-fiihrung eine hervorragende Rolle unter den be.züglichcn Manipulationen, u. es wird deshalb derZeitpunkt des Anlassens der Gebläse, des Anblasens,mit besonderer Vorsicht bestimmt. 2) (Jagdw.)Zeichen von etwas Begonnenem, z. B., daß dieJagd angefangen habe, ein Hirsch aufgctrieben sei;das Gcgentheil: Abblasen.
Anbohren, 1) (Bergb.) durch Bohrarbeit eineGestciuschicht oder ein Mineral erreichen; vgl.Bohren. 2) (Chir.) Operation, die mittels eineseigenthümlichen Instruments, welches iu einer anbeiden Enden offenen, enganschließenden, dünnenRöhre läuft, vollzogen wird, um Flüssigkeiten, diein Organen und Höhlen des Körpers sich ansam-melten, zu entfernen.
Anbrcchvohrer (Bergb.), Bohrer zur Unter-suchung des Terrains u. zur Auffindung von Erz-lagern und Flötzen.
Anürinste», bei Gericht anzeigen; rechtlichesA., jede Klage oder Beschwerde vor Gericht, be-sonders im mündlichen Vortrage.
Anbruch, 1) (Bergw.) das beim Gruben-betriebe angetroffene Erz. 2s (Thicrheilk.) A.,An-brüchigkcit, Fäule, Leberfaule, Leberegelkrankheitoder Lebcregclsenchc, eine ziemlich häufige Heerden-krankhcit der Schafe, veranlaßt durch einen in derLeber derselben wohnenden Parasiten, den Lebcr-egel, das Leberdoppelloch, viatömum IispationmZur Entstehung des A-es ist dieAusnahme der Larven des Lebcregcls erforderlich.Diese erfolgt im Sommer u. Herbste beim Weidenauf feuchten Stellen (Verhüten). Ein halbstün-diges „Verhüten" kann den Todeskeim in dieganze Heerde legen. Zwischen Verhüten u. offen-barer Erkrankung liegt ein Zeitraum von l^ bis6 Monaten. Die Krankheit wird durch die Ver-änderungen bedingt, welche derAnfcnthalt der Egelin der Leber veranlaßt. Sie verläuft chronisch n.kann sich S—1 Jahr lang hinzichen. Ihre Beur-theilnng ist höchst ungünstig, sie verläuft fast immertödtlich. Alle Arznei ist völlig wirkungslos. Wirk-samstes Vorbengnngsmittel ist ein umsichtigerSchä-fer, der die Thiere von Weideplätzen, auf denenAnsteckung erfolgen kann, fcruhält.
Anbrnchigkcit (Anbrüchig sein), auhebendeVerderbuiß im Innern.
Anbrühen (Viehz.), das übergießen der schwer-verdaulichen, trockenen Futtermaterialicn mit heißemWasser, wodurch dieselben leichter verdaulich ge-macht werden. Statt des Wassers benutzt manauch wol, wo dieselbe zur Disposition steht, heißeBranntweinschlempc. Man erreicht obigen Zweckdurch A. leichter und vollständiger, als durch dasEinweichen in kaltem Wasser. Steinerne Behälter