606 Anaphora oder Anapher — ^irn-ztnsirnm lox.
Anaphora oder Anapher (gr., Wiederholung),1) eine rhetorische Figur, in welcher mehrere auf-einanderfolgende Satzglieder mit besonderem Nach-drucke dasselbe Wort und dieselben Wortverbind-ungen wiederholen; z. B.: „Nicht seine Freunde,nicht seine Beschützer, selbst nicht seine Unschuldkonnten ihn retten." 3) In der GriechischenKirche, was in der Römischen der (nimm mw-nw:die Cousecration dcrAbendmablselcmente. sj) Buch,worin die Abcnbmahlstiturgie enthalten ist.
Anaphrodtsir, Anaphroditis mus (v. Grp,thcilweises oder gänzliches, vorübergehendes oderdauerndes Unvermögen der Zeugung, als Folgegewisser Zustände der den Fortpflanzungsvorgän-gcn vorstehenden Gchirnorgane, oder örtlicher Asser-tionen der Nerven der Genitalien, je nach denUrsachen, dem Grade u. der Art entweder leichter,oder schwieriger, oder gar nicht heilbar. Er-schöpfung der Kräfte durch Ausschweifung, über-mässige Körper- oder Geistesanstrengnng, beson-ders bei Mangel der entsprechenden Ernährungn. sonstigen Leibcspftege, allzu lange Enthaltungvom Beischlafe u. eine Zahl von Erkrankungen,dies alles führt zu A.; anch wird A. verursachtdurch verschiedene BildnngSschlcr in den GeschtechtS-thcilcn. S. Impotenz.
Anaplasis (gr. Anaplasmns), 1) Wiederbildnng, Umbildung.' 3) Einrichtung eines gebroche-nen Gliedes, vorzüglich der Act der Wiederznsauimenfügnng der Bruchstücke. Anaplasnk, dieKunst, verlorene Körpertheile, z. B. die ücase, anseinem anderen Thcil desselben Körpers zu bildenund anznheilen; die Mittel dazu Ana plastischeMittel. Dieser Theil der Chirurgie verdank: vor-züglich Dieffenbach seine jetzige Höhe.
Aunpv, Fluß ans der Insel Sieilie», der AnaPos der Alten, mündet südlich bei Syracns, nimmtoberhalb seiner Mündung rechts einen siusluß auf,welcher ans der Quelle Kuane (jetzt Pisma) ent-springt. In diese Qnellc wurde der Sage nachdie gleichnamige 'Nymphe verwandelt, weil sic sichdem Pluto entgegenwarf, als dieser die Proserpinaraubte; Letzterer zu Ehren feierten die Syracnsierjährlich hier ein Fest. Umveit der Quelle dieRuinen des berühmten Tempels deo ZcuS Olym-pios (Olympiaion). Ehemats waren hier dieGrabmälcr des Getön n. der Tamarata.
Annvadschapürn (Aunradhapura), Ruinen derehemal. Hauptstadt ans der Insel Ceylon, von denPortugiesen zerstört; Wallfahrtsort. ihr
uugsort des heiligen Zahnes des i
Anarchie (v. Gr.), der Znsian»wobei die richtende n. ausübende >'ansgehört hat, oder doch so gebeut . n
ist, daß den Gesetzen kein Nachdruck , wer-det'. kann n. die Sicherheit der Person und desEigenthunlS aufgehoben ist. Ein Zustand, derindes;, seiner Natur nach ein acuter, nie laugeankalten kann, wol aber schlimme Nachwelten mirsich bringt: Schwächung der Autorität einer-, Re-aclion anderseits. Bon rationalistischer Seitewurde der Gedanke ausgestellt, die A., Herrschafts-losigkeit, als einen regelmäßigen Zustand cinzn-fübren, inner der Behauptung, daß, da der Menschvermöge seiner Vernunft an sich gesetzmäßig handle,eine äußerliche Herrschaft des Gesetzes oder eine Auto-
rität nicht nur überflüssig, sondern den natürlichenMenschenrechten gerade zuwider sei; und ebensohaben französische socialistcn die Ansicht ansgcsprachen, die Gesellschaft würde ökonomisch sicham besten befinden, wenn jedem Einzelnen vollsteFreiheit bezüglich der Production wie der Consumtion gelassen würde. Es liegt auf der Hand,daß jenes politische, wie dieses ökonomisch-socialeSystem unhaltbar, denn beide verleugnen denMensche», der eben nicht reines Bcruunftwese»,sondern anch ein mit Leidenschaften begabtes, sinn-liches Wesen ist, und würden die Gesellschaft inbeiden Beziehungen vollständig auflöse». DieLehrer dieses Systems, wie Die, welche solche Zu-stände Hervorrufen u. nähren, bezeichnet inan alsAnarchisten, den Zustand der Gesetzlosigkeit alsanarchisch.
Aniircsis (Rhet.), Verneinung oder Wider-legung dessen, was der Gegner mit Gründen dar-getban hat.
Anas (a. Gcogr.), Grenzfluß von Lnsitanienund Bätica; jetzt Guadiana.
Kons die Gattung Ente.
Anasarle, Anasarkie'(v. Gr.), Hantwasser-sncht, lpvckrops -Vniwnroa. die wässerige Aus-schwitzung in das unter der Haut liegende Zell-gewebe; gewöhnlich ein Zeichen schwerer Erkrank-ungen innerer Organe. Bei beträchtlicher Hauk-wassersncht findet man auch das unter den serösenHäuten der großen Körperhöhlen gelegene Zell-gewebe mehr oder weniger wässerig infiltrirt. A.kann activ oder passiv, fieberhaft oder fieberlossein und anch aus Erkrankungen der Haut selbstentspringen, z. B. nach Scharlach, Blasern u. dgl.Eine gewisse Blutmischnng, welche Mangel anFibrin u. Blutkörperchen, Überschuß au Blutserumbietet, begünstigt die Entstehung von A. untersonst geeigneten Verhältnissen.
Anaseh, Völkerschaft im Peträischen Arabienvon ca. 60,OM) Köpfen, mit Stadt gl. N.
Annspa'oie, Epispadie, s. Hypospadie.
Annstäst, Brakanowski, einer der berühm-testen russischen Kauzelredner, geb. 1761 bei Kiew;zuletzt Erzbischof zu Astrachan; st. 1816. SeineErbanungSreden, 4 Bde., werden noch heute viel-fach von russischen Geistlichen zu Rathe gezogen.
S. Anastasia, St. in der italienischen Pro».Neapel; 6620 Ew.
Anastasia, 1) Sta. A. dicÄltere, vornehme Rö-merin, angeblich Schülerin des Petrns u. Paulus,unter Nero hingerichtet; Tag: der 15. April.3) Sta. A. die Jüngere; wurde von ihrem heid-nischen Vater an einen ausschweifenden Heidenvermählt, der sie von aller Gemeinschaft mit denChristen fernhiclt. Da sie nach dem Tode desGemahls ihre Habe den armen Christen znwandtc,wurde sie unter Diocletian um 305 verbrannt;Tag: 25. Tec. ei) Sta. A., schöne Griechin amHose Jnstinians; verbarg sich vor dessen Nach-stellungen als Mönch verkleidet in ein Kloster zuAlexandria; st. 567; Tag: 10. März.
ünastssläns lex, ein vom Kaiser Anastasius (191bis 518 n. Chr.) erlassenes Gesetz, wonach derCessionar, der Käufer einer Forderung, eigentlichvon dem Schuldner nicht mehr einklagen kann,als er dem Cedenten für die Forderung bezahlt