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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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AiinstasivZ — Anästhesie.

Hat; s. n. Cessio». Das Gesetz bezieht sich nurauf wirkliche Käufe,, nicht auf kaufähulichc Ge-schäfte, nicht auf Käufe in öffentlichen Versteiger-ungen, ober auf Forderungen ans Inhaber- oderOrdrepapieren re., wurde aber von mehrerenParticularrechten, als mit den neuen Verkehrs-Verhältnissen nicht vereinbar und daher nicht zuhandhaben, ganz aufgcbobcn (Preußen, Sachsenrc.I.

Anastanos , Byzantinische Kaiser: I)

A. I. Dikoros, geb. 431 zu Dyrrbachinm, an-geblich ein Nachkomme Pompejus' d. Gr.; hatteseine Laufbahn im Palastdienste zu Constantinopelbegonnen n. wurde Kaiser, indem ihm Ariadne,die Wittwe des 9. April 4SI vcrst. Kaisers Zeno,die Hand reichte; er starb l. Juli 518, angeb-lich vom Blitze gctödtct: s. Byzantinisches Reich.Er suchte in den monophysitischen Streitigkeiten, ohneEinmischung in die religiösen Meinungen, nur diebürgerliche Ruhe zu wahren, wofür er von denFanatikern noch im Grabe verketzert wurde.

2) A. II. (Artemius), vorder vertranter Gebeim--rath des .Kaisers Philippikos BardancS, dem erim Juni 713 als Kaiser folgte: zwang die grie-chischen Bischöfe, von dem durch seinen Vorgängerbegünstigten monotheletischcn Bekenntnisse zur Or-thodoxie znrückzukebren; 715 bei einer Soldaten-empörung abgesetzt, ging er 716 in ein Kloster.Er wurde 719 bei einem Versuche, wieder Kaiserzu werden, ermordet.

Anastasis (gr.), Wiederanfstchen; Genesung.

Anastasius, I. Päpste: 1 St. A. I., Römervon Geburt; folgte auf Siricins 498, als der 40.Papst; verdammte die Manichäer n. den Origcnes;er st. 14. Dec. 401. 2) A. II., der .',1. Papst,folgte 496 ans GelasinS I.; st. 498. Er wurdein Folge seiner Nachgiebigkeit gegen die Orien-talen in der Zäjäbrigen Kirchcntrennnng fälschlichals Mouopbysit bezeichnet, welcher Jrrtlmm Danteveranlaßte, den »nschnldigcn Papst zu den ewigverlorenen Häretikern in die Hölle zu setzen.

3) A. III., der 125. Papst, 911—9l3, zur Zeit

des berüchtigten Weiberregiments. P) A. IV.,der 174. Papst, 1153 1154, freundlich gesinnt

gegen Kaiser Friedrich I.

II. Patriarchen re.: 6) A. der Sinait, früherEinsiedler; wurde 559 Patriarch i» Antiochien;als Gegner der Llphthartodoketen wurde er füreinige Zen 572 verbannt; er starb c>99. 6) St.

A., folgte dem Bor. als Patriarch n. wurde 609von den Inden bei seinen Bekehrnngsversnchcn er-mordet. 7) A., Schüler und 730 'Nachfolger desim Buderstreite abgesetzten Patriarchen in Constan-tinopel, Germanus; unterwarf sich Kaiser LeosVerordnungen gegen den Bilderdienst, trat danndem für die Bilder kämpfenden Artabasdus bei,wofür er vom Kaiser Constantin Koprvnymosschimpflich bestraft wurde, gewann aber später dieGunst des Kaisers und seine Stelle wieder: erstarb 753. 8) A., Bibliothekar am Vatikan um886; verdient als Bearbeiter deS Inbor poutitioalw,einer Zusammenstellung der Lebensbeschreibungender Päpste bis Nikolaus I.

Anastasius Grün, s. u. Auersperg.

änaststlea L., Pflanzengattung aus der Fa-milie der Kreuzblüthler (XV. 1). Einzige Art: XNioroobullbiaa L. (Rose von Jericho), 1^—2

ckm hoch, ästig, mit weißen, trngdoldenartig zusammcngestellten, wiukelständigcn Blüthcn n. weißflaninigcn Blättern; an Meercsnfern in Ägyp-ten, Palästina, der Berberei, Syrien n. Arabien,i Beim Trocknen biegen sicb die Zweige gitterförmigzu einer Kugel nach oben gegen einander, breitensich aber, so oft die Pflanze durch den Regen oderdurch Eintauchen in Wasser befeuchtet wird, wiederans. Deshalb wnrde die Pflanze früher heiliggehalten n. war Gegenstand vielfachen Aberglau-bens. Die Legende sagt, sie sei in der Wüste anden L-tellen hcrvorgefprvßt, welche Maria aufihrer Flucht mit dem ChristnSkinde mit ihren Fü-ßen berührte. Man behauptete, sic öffne sich nuran hohen Festtagen, vorzüglich am Weihnachtstage,solle auch glückliche oder unglückliche Niederkünfterc. anzcigen n. ganz vorzüglich heilkräftig bei mehreren Krankheiten sein. Häufig wurde sie, nament-lich von Wallfahrern, nach Europa gebracht, n.auch jetzt noch wird bei Unwissenden viel Unfugdamit getrieben. Der Name Jcrichorose ist nichtzutreffend, den» sie ist keine Rose n. mit Jerichohar sie Nichts gemein.

Anastatischer Druck, ein von Rudolf Appel er-fundenes, 1845 von Faraday empfohlenes Ver-fahren zur Vervielfältigung von Kupferstichen n.Typendrnck. Das mit'stark verdünnter Salpeter-säure getränkte Original wird auf eine mittelsZmirgel n. Wasser u. daun noch einmal mittrockenem Smirgel oder Smirgclpapicr unter Rei-ben nur nach einer u. derselben Richtung gut pu-lirte Zinkplatte aufgepreßt, welche von der Säureangegriffen wird, während die Druckerschwärzekeine Säure annimmt, was zur Folge hat, daßdie geschwärzten Stellen des Originals auf derPlatte erhöht erscheinen, wie das bei Stereotyp-Platten der Fall. Übrigens erreicht der durch denA. D. hcrgestellte Abdruck nie die Reinveit desOriginals, daher dessen geringer Werth für Knnst-zweck. Um die 'Nachahmung voll Papiergeld zuverhindern, wnrde von Glyne n. Appel das anti-anastatische Patenrpapier hergcstellt. Dieses istmit einer tnpfcrbaltigcn feinen Schicht überzogen,welche keine unmittelbare Berührung des Papiersmit dem Zink znläßt, so baß das Werthpapier nurfetzenweise abgclöst werden kann.

Anästhesie (v. Gr.s, EmpfindnngSlähmnng,bezeichnet den Zustand, in welchem die Thätigkeitder sensibel» Nerven, d. h. derjenigen, weiche das Ge-fühl vermitteln, völlig oder zum Thcil aufgehobenist. Die A. erstreckt sich entweder nur auf einenbeschränkten Körpcrthcil, oder auf den ganzen Kör-per, n. in entsprechender Weise auf einzelne, oderanf sämmtlichc sensible Nerven des Körpers. DieUrsache n der A. liegen entweder in Veränderungendes Gehirnes oder Rückenmarkes feen träte Ä.),oder in Zustände», welche ans der peripherischenBahn des 'Nervs, also von seinem Abgänge vomGehirne bis zu seiner Endausbreitnng in der Hautrc. gerechnet, die Aufnahme- n. Leitnngsfähigkeitvon Gcfühlseindrücken aufgehoben haben (peri-pherische A.). Schneidet man einen sensibel»Nerv Lurch, so gelangen keinerlei Reize, die mallauf die unterhalb des Schnittes gelegene Streckedes Nervs ausübt, zum Bewußtsein (werden nichtgefühlt); Reize dagegen oberhalb der Trennung»-