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Bd. 1 (1875) A - Arabische Religion
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Analysis

theile der Atmosphäre benutzt, findet jetzt wichtigeAnwendung zur Analyse der Gase von Mineral-wasserguellen, von Berbreiinnngsproducte», z. B.bei Hohöfen rc. Ähnlich wie mau die Trennungder sesten Körper in gelöste»! Zustande durch Aus-fällen mittels Reagentien erreicht, benutzt man zurTrennung der gasförmigen Bestandiheile einesGemisches verschiedeneAbsorptionsmittel, von denenbekannt ist, welche Gase sie abiorbiren ». welche sieunverändert lassen. So läßt sich Kohlensäuredurch Kalilauge, Chlorwasscrstossgas durch Wasser.Ammoniak durch verdünnte Schwefelsäure absor-biren n. ans der Differenz des ursprünglichen u.des nach der Absorption gemessenen Volumens dieMenge dieser Gase ermitteln, Liegt ein verbrenn-liches Gasgemisch zur Untersuchung vor, so kannLies auch, je nach seiner Natur mit Wasserstoffoder Sauerstoff gemengt, in einer durch Queck-silber abgeschlossenen Glasröhre mittels des elektri-schen Funkens, der zwischen zwei in die Röhre(Eudiometer) eingeschmolzenen Platindrähten über-springt, verbrannt u. ans den Verbrennnngspro-dncteii, sowie dem Volumen der überschüssigenVerbrennnngsmntel die Zusammensetzung indirectermittelt werden.

Ein sehr wichtiger, aber wegen der Schwierigkeitder Untersuchungen noch lange nichr zur Vollkom-menheit gediehener Zweig der analytischen Chemieist die zooche m ische A. Dieselbe hat die Unter-suchung der Bestandiheile des Thierkörpers, sowolder lhierischcn Flüssigkeiten, wie der Gewebe rc., inqualitativer n. qnamitativer Hinsicht zum Gegen-stände, u. cs knüpfen sich die Fortschritte der Phy-siologie n. Pathologie an ihre Resultate. Wennauch die Untersuchung einer thierischen Substanzans eine bestimmte, ihren! Wesen nach schon be-kannte chemische Verbindung nicht zu große Schwie-rigkeiten bietet, so treten diese um so mehr hervor,wenn es sich darum handelt, die Zusammensetzungeiner schon bekannten oder gar ihrem Ursprüngen. Wesen nach unbekannten thierischen Materie imEinzelnen zu ermitteln. Diese Schwierigkeiten er-hellen ans der leichten Zersetzbarkeit organischerKörper durch Fäulnis;, Hitze, Anwendung starkerReagentien, ferner ans dem Mangel an scharfenErkcnnnngsmirteln, ob die hier meist in amorphemZustande zur Untersuchung kommenden Körperchemisch rein sind, ob sie schon fertig gebildet inder Substanz vorhanden waren, oder erst währendder Untersuchung ans anderen entstanden sind. Diezoochemische A. veschränkt sich in ihren Hilfsmit-tel» nichr auf die qualitative n. quantitative, Ge-wichts- und volumetrische A., sondern benutzt mitvielem Vortheil jede aus physikalischem Wege mög-liche Untcrsnchnngsmethode, namentlich das Mi-kroskop (die mikrochemische A.), die Spectral-A.,das Polariskop (s. Polarisation), die Dialyse u. a.

Die colorimetrische A., ans die Annahme ge-gründet, daß die Farbcnintensität einer Lösungproportional sei dem Gehalte an färbender Sub-stanz, bestimmt letzteren durch Vergleichung mireiner Lösung von bekanntem Gehalte (Normällös-nng). Die hierzu dienenden Instrumente bestehengewöhnlich aus zwei durch Glasplatten verschlosse-nen Röhren, in welche die zu vergleichenden Flüs-sigkeiten gefüllt werden. Die gleiche Stärke der

l (Chcmie).

Färbung wird dabei entweder durch Verdünnungder zu untersuchenden Lösung, bei gleich bleibenderDicke der Schicht, erreicht, oder auf die Weise, Laßdie Dicke der Flüssigkeitsschicht der zu untersuchen-den Lösung durch Ausziehen der Röhre vergrößertoder verringert wird. Bei letzteren Apparaten ist(obige Annahme als richtig vorausgesetzt) der Ge-hall der Löningen umgekehrt proportional den Län-gen der Flüssigkeitssänlen. Diese Annahme istaber nicht unbedingt richtig, da die Anwesenheitfarbloser Körper in der Lösung deren Färbung be-einflussen kan». Dennoch ist die Methode brauch-bar zur Bestimmung von Metallen, wie Kupfer,Ciscn, Chrom, Kobalt rc., von Chlor, Jod, Am-moniak, namentlich zur Werthbestimmnng von or-ganischen Farbstoffen, wie Indigo, Krapp, Anilin-farben, in der Zuckerfabrik zur Bestimmung derentfärbenden Wirkung der Knochenkohle u. endlichdes Fettgehaltes der Milch. — Die Temperatur-ernicdrignng (latente Schmelzwärme) beim Auf-lösen von Salzen, die entweder kein Krystallwasseranfnchmen, oder den höchsten Gehalt an solchembesitzen, ist für die einzelnen Salze verschieden n.bildet die Grundlage der thermometrischen A.von Salzgemischen. Nach den Versuchen Gay-Lnssacs z. B. sinkt beim Auflösen von 50 g Chlor-kalium in 200 g Wasser die Temperatur um11 , 4 °, dagegen beim Auflösen von 50 g Chlor-natrinm in 200° g Wasser nur nm k.g". Löstman nun öO g eines Gemenges dieser Salze in200 g Wasser, so wird eine mittlere Temperatur-crniedrignng eintreten, ans der man das Verhält-nis; der beiden Salze zu einander und weiterdie proccntische Zusammensetzung des Gemischesberechnen kann. So einfach und leicht das Ver-fahren erscheint, darf demselben doch nicht zugroßes Vertrauen beigelcgt werden, indem man-cherlei Umstände, Größe ii. Masse der Gesäße, indenen die Mischung vorgenomnicn wird, Schnel-ligkeit der Reaction, der Grad der Trockenheit desSalzgcmenges rc., das Resultat beeinflussen. An-wendbar ist dasselbe zu technischen Zwecken in derSalpeterfabrikation, wo es sich darum handelt, imChlorkalinm, welches zur Umwandlung des Nalrou-in Kalisalpeter dient, den Gehalt an Chlornatrimnzu bestimmen. Dabei darf aber kein drittes Salzin der Mischung vorhanden sein. Außerdem läßtsich die thcrmometrische A. zur Unterscheidung fetterTle benutzen, da dieselben beim Vermischen mitconcentrirter Schwefelsäure sich verschieden starkerwärmen. — Der Gebrauch des Aräometers zurBestimmung des specifischen Gewichtes von Flüs-sigkeiten n. daraus des Gehaltes an Säuren, Sal-zen, Alkohol rc. gehört auch in das Gebiet der A.u. wird als densimetrische A. bezeichnet; die-selbe kann indirect n. mit Hilfe von Tabellen auchzur Werthbestimmnng fester Körper, z. B. desStärkegehaltes der Kartoffeln, dienen.—Bestimm-ung des specifischen Gewichtes und des Licht-brechnngsvermögens flüssiger Körper liefern einesehr brauchbare Methode der optischen A- zurErmittelung der Zusammensetzung eines Gemisches,besonders organischer Verbindungen, senden! iuneuester Zeit Instrumente constrnirt werden, mitHilfe deren das Lichibrechungsvermögen rasch u.genau sich bestimmen läßt (s. Refractomeler).