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Analysis
möglicht, wie dem: jede neue Entdeckung derselbenvon der Mechanik rc. bald verwerthet wird. Siewurde von Newton n. Leibniz gleichzeitig gegen1700 erfunden n. von Euler gegen 1750 zuerstin ein System gebracht. Seitdem hat sie sichzwar schon außerordentlich entwickelt, das Endedieser Entwickelung ist jedoch bei ihrer unbegrenz-ten Entwickelungsfähigkcit nicht abzusehen. DasNähere unter Malhemank (Gcsch.).
III. In der Chemie versteht man unter A. dieLehre von der Ermittelung der Zusammensetzungeines Körpers, nennt aber auch Analyse die Unter-suchung selbst und unterscheidet, je nachdem derZweck derselben die bloße Erforschung der Bestand-theilc, oder aber die Ermittelung der Mengen dieserBcstandtheilc ist, qualitative und quantitative A.,von denen erstere selbstredend der letzteren vorauf-gchcn muß. - Die qualitative A. weist die Stoffenicht (oder in den wenigsten Fällen) als solche nach,wie sie in dem zusammengesetzten Körper enthaltensind, sondern führt dieselben in andere Verbind-ungen über, die sich durch charakteristische Merk-male, Form, Farbe :c. von einander unterscheiden.Zur Hcrvorrnfung dieser Verbindungen bedient mansich sogenannter Reagentien, d. h. Stoffe von be-kannten Eigenschaften, die, mit den unbekanntenKörpern zusammengebracht, diese in die zur Er-kennung geeignetere Form überführen. Die durchdie Reagentien hervorgcbrachten Erscheinungennennt man Reactionen. Ein genaues Studiumdes chemischen Verhaltens der verschiedenen Körperzu einander hat uns gezeigt, daß ganze Klassenvon Verbindungen durch ein u. dasselbe Reagensin gleicher oder ähnlicher Weise verändert werden,weshalb ein solches als Grnppcnrcageus dazu dient,diese Klasse von Verbindungen von den übrigen zutrennen. Die unverändert gebliebenen Körper zer-legt man durch andere allgemeine Reagentienweiter in Gruppen, die immer weniger Stoffe um-fassen n. gelangt schließlich durch Anwendung cha-rakteristischer Reagentien zur Erkennung der ein-zelnen Bestandtheile. Bevor man aber zu diesemsystematischen Gange sich wendet, stellt man mit demUnlcrsuchuugsobject Vorprüfungen an, welche fürdie spätere Untersuchung wichtige Anhaltspunktebieten können. Zur Vorprüfung benutzt man dietrockene Substanz, erhitzt eine Probe derselben ineinen: au dein einen Ende zngeschmolzenen Glas-röhrchen und beobachtet etwaige Entwickelung vonGasen u. Dämpfen, die durch Farbe, Geruch, Reac-tion rc. erkennbar sind, sowie die Entstehung einesBeschlages an der Nöhrcnwand, der die Anwesen-heit flüchtiger Körper, wie Schwefel, Arsen, Sal-miak, Quecksilbcrverbindnngen, anzeigt. Eine an-dere Probe erhitzt man vor den: Lölhrohre auf derKohle, wobei eintretende Verpuffungen ans sal-pctcrsanre, chlorsanre n. andere Salze deuten, wäh-rend manche Metalle in geschmolzenem oder un-geschmolzenem Zustande mit oder ohne Oxyd-beschlag sich zu erkenusn geben. Die Farbe eineran: Platiudraht, in der Flamme erzeugten Perlevon Borax oder Phosphorsalz, die eine Spur derzu untersuchende:: Substanz enthält und sowol inder oxydircndcu, wie in der reducirenden Flammezu beobachten ist, gibt Aufschluß Mer manche Me-talloxyde, z. B. Kobalt, welches die Perle blau färbt.
t (Chemie).
Viele Verbindungen geben, wenn mau sic, mit Salz-säure befeuchtet, am Platindraht in die nicht leuch-tende Flamme hält, charakteristische Flammenfärb-ungcn, z. B. die gelbe der Natrium-, die rotheder Lithium- und Strontiumverbindungen. Er-wärmen mit concentrirter Schwefelsäure führt zurAuffindung mancher Metalloide, namentlich derHalordverbindungen. Für den jetzt folgenden sy-stematischen Gang der A. ist es nöthig, die Sub-stanz in Lösung zu bringen. Sie wird fein ge-pulvert und je nach ihrer Natur in Wasser, Salz-säure, Salpetersäure, oder Königswasser gelöst. Einunlöslicher Rückstand wird durch Schmelzen mitkohlcnsaurem Kalinatron aufgeschlossen u. alsdannmit obigen Lösungsmitteln behandelt. Zum Auf-schließeu von stark geglühtem Eisenoxyd oder Thon-erde dient Schiuelzen mit saurem schwefelsaure:::Kali. Hat man die Substanz auf irgend eineWeise in Lösung gebracht, so schreitet man zurUntersuchung auf Basen, indem mau nach einanderSchwefelwasserstoff, Schwefelammonium u. kohlcn-sanrcs Amnion zusetzt; die entstehenden Nieder-schläge, welche jedesmal für sich durch Filtrirenvou der übrigen Lösung getrennt werden müssen,enthalten dann je eine, der nicht gefällte Theil die4. Gruppe von Basen, deren jede für sich aufdie einzelnen Bestandtheile untersucht wird. DieSäuren lassen sich zwar auch in einzelne Gruppenscheiden, die aber bei weitem nicht so streng gc-theilt sind, wie die der Basen, weshalb ein sy-stematischer Gang wie bei diesen nicht eingchaltcnwerden kann. Viele Säuren sind auch schon beider Vorprüfung, sowie bei der Nachweisung derOxyde erkannt worden. Die quantitative A. zer-fällt in zwei große Abtheilüngen, die Gewichts-u. Maß-A. oder Titrirmethode. Die Gewichts-A.bestimmt die Biengen der Bestandtheile eines zu-sammengesetzten Körpers, wie es schon im Worteliegt, mit Hilfe der Wage, u. zwar dadurch, daßsie dieselben entweder als solche abscheidet, wie siein der Substanz enthalten waren, oder in andereFormen überführt. So kann z. B. der Wasser-gehalt eines iiörpers durch den Gewichtsverlustberechnet werden, den derselbe beim Erhitzen aufbestimmte Temperaturen erleidet. Kohlensäure er-gibt sich aus dein Gewichtsverluste, den der Körperbeim Behandeln mit einer zugleich mit ihn: ge-wogenen Menge einer stärkeren Säure erfährt.Beide Verbindungen können aber auch durch dieGewichtszunahme vou Körpern gesunden werden,welche dieselben absorbireu (Wasser durch Chlor-calcium, Kohlensäure durch Natronkalk rc.). In denmeisten Fällen aber sucht man die zu bestimmen-den Bestandtheile in einer Form abzuschciden, inder sie in der ursprünglichen Substanz nicht ent-halten waren. Diese Form muß nun so gewähltwerden, daß sie genau gewogen u. aus derselbenvermöge ihrer konstanten Zusammensetzung dieMenge des betreffenden Bestaudtheils genau be-rechnet werden kann, eine Bedingung, die nichtimmer auf einfache Weise zu erfüllen ist. Es sinddiese Formen daher oft andere, als die, welche diequalitative A. benutzt, um die Körper scharf zuerkennen, manchmal aber auch dieselben. Beispiels-weise wird Kupfer qualitativ in Form von Kupfer-oxydammoniak sehr bestimmt erkannt, kann aber